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Im Kabinett des Todes Roman von King, Stephen (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Im Kabinett des Todes

Eindringlich, unheimlich, unwiderstehlich - Stephen King in Bestform
14 düstere Überraschungen, blutige und unblutige, die von der unbändigen Schaffenskraft eines Autors zeugen, der als Größter seines Faches anerkannt wird. Unter den preisgekrönten Storys befindet sich auch die Erzählung "Der Mann im schwarzen Anzug", die mit dem O.-Henry-Preis ausgezeichnet wurde, dem renommiertesten Literaturpreis für Kurzgeschichten.

Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Bislang haben sich seine Bücher weltweit über 400 Millionen Mal in mehr als 50 Sprachen verkauft. Für sein Werk bekam er zahlreiche Preise, darunter 2003 den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk und 2015 mit dem Edgar Allan Poe Award den bedeutendsten kriminalliterarischen Preis für Mr. Mercedes. 2015 ehrte Präsident Barack Obama ihn zudem mit der National Medal of Arts. 2018 erhielt er den PEN America Literary Service Award für sein Wirken, gegen jedwede Art von Unterdrückung aufzubegehren und die hohen Werte der Humanität zu verteidigen.
Seine Werke erscheinen im Heyne-Verlag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 592
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641124496
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Everything's Eventual
    Größe: 1094 kBytes
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Im Kabinett des Todes

Autopsieraum vier

Es ist so dunkel, dass ich für einige Zeit glaube – wie lange genau, weiß ich nicht –, ich sei noch immer bewusstlos. Dann dämmert mir langsam, dass Bewusstlose nicht das Gefühl haben, sich durchs Dunkel zu bewegen, von einem leisen, rhythmischen Geräusch begleitet, das nur ein quietschendes Rad sein kann. Und ich spüre mich von meinem Scheitel bis zu meinen Fersen. Ich kann etwas riechen, das Gummi oder Vinyl sein könnte. Dies ist keine Bewusstlosigkeit, und ich fühle etwas zu ... zu was ? Diese Empfindungen sind zu rational, um ein Traum zu sein.

Was erlebe ich also?

Wer bin ich?

Und was geschieht mit mir?

Der dämliche Rhythmus des quietschenden Rades verstummt, und ich höre auf, mich zu bewegen. Um mich herum knistert das nach Gummi riechende Zeug.

Eine Stimme: "In welchen sollen wir ihn bringen?"

Eine Pause.

Eine zweite Stimme: "Vier, glaub ich. Yeah, vier."

Wir setzen uns wieder in Bewegung, diesmal etwas langsamer. Ich kann jetzt das leise Schlurfen von Füßen hören, vielleicht in Laufschuhen. Die Besitzer der Stimmen sind auch die Besitzer der Schuhe. Sie bleiben wieder stehen mit mir. Ich höre einen dumpfen Schlag, dem ein leises Zischen folgt. Das sind, vermute ich, die Geräusche einer mit Druckluft betätigten Tür, die geöffnet wird.

Was geht hier vor?, schreie ich, aber der Schrei erklingt nur in meinem Kopf. Meine Lippen bewegen sich nicht. Ich kann sie fühlen – und meine Zunge, die wie ein betäubter Maulwurf auf dem Boden meines Mundes liegt –, aber ich kann sie nicht bewegen.

Das Ding, auf dem ich liege, setzt sich wieder in Bewegung. Ein rollendes Bett? Ja. Mit anderen Worten, eine fahrbare Krankentrage. Damit habe ich vor langer Zeit – während Lyndon Johnsons beschissenem kleinem Abenteuer in Asien – einige Erfahrungen gesammelt. Mir wird klar, dass ich in einem Krankenhaus bin, dass mir etwas Schlimmes zugestoßen ist, etwas wie die Detonation, die mich vor dreiundzwanzig Jahren beinahe kastriert hätte, und dass ich operiert werden soll. In dieser Idee stecken viele Antworten, überwiegend vernünftige Antworten, aber ich habe keine Schmerzen. Von der Kleinigkeit abgesehen, dass ich in Todesangst schwebe, fühle ich mich heil und gesund. Und wenn das Krankenpfleger sind, die mich in einen Operationssaal rollen, warum kann ich nicht sehen? Warum kann ich nicht sprechen?

Eine dritte Stimme: "Hier herüber, Jungs."

Mein rollendes Bett wird in eine neue Richtung geschoben, und die Frage, die in meinem Kopf dröhnt, lautet: In welchen Schlamassel bin ich geraten?

Hängt das nicht davon ab, wer du bist?, frage ich mich, denn das ist wenigstens etwas, das ich weiß, wie ich jetzt feststelle. Ich bin Howard Cottrell. Ich bin ein Börsenmakler, der bei einigen seiner Kollegen als Howard der Eroberer bekannt ist.

Zweite Stimme (spricht direkt über meinem Kopf): "Sie sehen heute sehr hübsch aus, Doc."

Vierte Stimme (weiblich, eher kühl):"Es ist immer nett, das von Ihnen bestätigt zu bekommen, Rusty. Können Sie sich ein bisschen beeilen? Die Babysitterin erwartet mich bis sieben Uhr zurück. Sie ist bei ihren Eltern zum Abendessen eingeladen. "

Bis sieben Uhr zurück, bis sieben Uhr zurück. Es ist noch Nachmittag, vielleicht später Nachmittag, aber schwarz hier drinnen, rabenschwarz, schwarz wie ein Bärenarsch, schwarz wie Mitternacht in Persien, und was geht hier vor? Wo bin ich gewesen? Was habe ich gemacht? Warum habe ich nicht an den Telefo

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