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Im Labyrinth Ein Neil Hockaday-Roman von Adcock, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.10.2016
  • Verlag: spraybooks publishing
eBook (ePUB)
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Im Labyrinth

Wer Hell's Kitchen, diese raueste Ecke von New York mit all seinen gescheiterten Existenzen und verschrobenen Typen, kennt, den wirft ein sonderbares Gespräch auf einer Parkbank nicht aus der Bahn. Das glaubt auch Neil 'Hock' Hockaday in Thomas Adcocks zweitem Roman rund um den New Yorker Detective. Doch irgendetwas an den diffusen Racheankündigungen des schrägen Vogels, der sich 'Picasso' nennt, lässt Hocks feinen detektivischen Sinn vibrieren. Nur wenige Stunden später wird die Rachevision dann ausgerechnet in Hocks Lieblingsbar mörderische Realität. Schnell ist klar, dass die zufällige Begegnung im Park der Auftakt eines mörderischen Katz- und Mausspiels ist, das der durchgeknallte Picasso einzig für Hock, den Detective, inszeniert. Von Picassos mörderisch-prophetische Kunstwerken geleitet, folgt Hock dem blutigen Pinselstrich durch Manhattan bis nach Coney Island, dessen Jahrmarkt seinen wunderlichen Bewohnern ein letztes Biotop bietet. In dem Dickicht aus Erinnerungen an eine schillernde Vergangenheit und den skrupellosen Zukunftsvisionen von Geschäftsleuten muss Hock nicht nur erkennen, wieviel ihn mit Picasso und Coney Island verbindet, sondern auch den Mörder dingfest machen. Doch immer scheinen ihm die wahnsinnigen Kunstwerke Picassos einen Schritt voraus zu sein. Adcocks Figuren sind nie am Reißbrett entworfen. Sie atmen die New Yorker Luft und entführen den Leser in diese Stadt, die ihren Tribut von jedem fordert.

Der 1947 in Detroit geborene Thomas Adcock wuchs zunächst in seiner Geburtsstadt Detroit und später in New York. Als Polizeireporter und Journalist in Michigan und Minnesota begann er seine Karriere in der schreibenden Zunft. Bis 1978 arbeitete er für Zeitungen, dann ging er nach New York und nahm einen Job in der Werbebranche der Madison Avenue an. Daneben schrieb er ein Dutzend einfacher Romane unter Pseudonym und später auch Hörspiele und Drehbücher für Fernsehserien.?Seine erste Buchveröffentlichung unter eigenem Namen war Precinct 19 (1984), ein Tatsachenbericht des Polizeialltags in einem Revier in Manhattan. Im Jahr darauf begann er mit dem Schreiben von Krimigeschichten für Ellery Queen's Mystery Magazine. In seiner zweiten Geschichte Christmas Cop im März 1986 ließ er erstmals den New Yorker Polizisten Neil Hockaday die Rolle des Ermittlers spielen. Die Geschichte wurde für den Edgar Allan Poe Award nominiert. Es folgten regelmäßig weitere Geschichten, in denen auch Hockaday immer wieder die Hauptrolle spielte. Schließlich erschien 1989 der erste Roman mit dem Polizisten irischer Abstammung als Taschenbuch; Hell's Kitchen gilt laut Krimi-Couch als 'Meilenstein des harten Krimis'. Der zweite Roman Feuer und Schwefel wurde dann Adcocks erfolgreichstes Werk: Es brachte ihm 1992 den Edgar für den besten Taschenbuchkrimi ein. Bis 1997 wuchs die Serie auf sechs Romane an, von denen einige in bis zu zehn Sprachen übersetzt wurden. Danach war Adcock wieder journalistisch tätig und unterrichtete auch als Lehrer für kreatives Schreiben. Außerdem engagiert er sich für verschiedene Schriftstellerorganisationen wie P.E.N. und MWA und war Gründungsmitglied der nordamerikanischen Abteilung der International Association of Crime Writers (IACW/NA). Heute verfasst er regelmäßig Beiträge im deutschen InternetMagazin CULTurMAG.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 299
    Erscheinungsdatum: 06.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945684153
    Verlag: spraybooks publishing
    Größe: 715kBytes
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Im Labyrinth

PROLOG Breite Tore, einst voller hölzerner Rampen und erfüllt von Schreien besinnungsloser Angst, waren nun mit Zement und Hohlblocksteinen versiegelt; alles in allem zehn massige Etagen, die Fenster mit Blech verschlossen; und hoch oben an den alten Ziegelwänden große Terrakottabüsten von Schweinen, Lämmern und Stieren mit Nasenringen. Und alles eingehüllt in eine graue Dreckschicht von den ständig aufsteigenden Abgasen des Verkehrs im Lincoln Tunnel. Vor dem Kalksteinsockel der rückwärtigen Wand stand eine stählerne Mülltonne. An ihr schob ich mich vorbei, um den Eingang zu finden, einen kleinen, dreieckigen Spalt, in die morsche Ziegelwand gebrochen. Ich beugte mich vor, richtete den Taschenlampenstrahl hinein und schreckte eine Ratte auf. Dann zog ich die Schultern hoch, atmete aus und zwängte mich in das schwarze Innere. In tiefer Dunkelheit wartete ich darauf, daß sich meine Augen - und Ohren - anpaßten. Jetzt hörte ich verhallende Echos. Und verstohlenes Scharren von den Innenwänden, auf denen Ungeziefer wimmelte. Ich zog meine große Kanone aus dem Schulterhalfter, die .44er Charter Arms Bulldog. Ich hielt sie in der rechten Hand. Mit der linken ließ ich den Lichtstrahl über meine unmittelbare Umgebung streichen. Ich hatte einen breiten Korridor unter einer Eisentreppe betreten. Hinter der Treppe, weiter den Korridor hinunter, befand sich eine Reihe hoher, hohler Räume, jeder von der Größe einer breiten Tür. Vor Jahren mußten dort einmal Fahrstühle gewesen sein. Entlang des Treppengeländers richtete ich die Taschenlampe nach oben und scheuchte Fledermäuse auf, die sich mit den Köpfen nach unten an ein asbestverkleidetes Rohr klammerten. In irren Schleifen und Spiralen stürzten sich die Tiere durch die unangenehm feuchte Luft. Ich schützte meinen Kopf und bewegte mich weiter und die Treppe hinauf. Kurz vor dem ersten Absatz gab eine verrostete Stufe nach. Mein Bein versank in einem Loch, und Schmerz durchzuckte mein Knie. Von nun an prüfte ich sorgfältig jeden Tritt, bevor ich mein volles Gewicht aufsetzte. Und ich hielt mich am äußersten Rand der Stufen, dicht an der Wand, die Art, wie sich ein Einbrecher durch einen unbekannten Raum schleicht. Im dritten Stock roch es intensiv nach Katzen - nach Katern, die ihr Territorium mit Urin markiert hatten. Jeder, der hier lebte, wußte, daß er sich Katzen halten mußte, um die Zahl der Nager zu begrenzen. Ich stieg eine weitere Etage nach oben, dorthin, wo der Katzengeruch am intensivsten war. Dann bewegte ich mich weiter zur Nordseite des Gebäudes einen Gang hinunter, an dem vermutlich einmal Büros gewesen waren, in denen Menschen ihrer Arbeit nachgingen. Jetzt war es hier nur noch leer und still; alle Türen fehlten, bis auf eine. Die einzige noch vorhandene Tür war geschlossen. Darauf stand: Zuhause ist dort wo der Hass ist Ich klopfte an. Keine Reaktion. Ich trat gegen die Tür, und sie schwang träge auf. In dem großen Raum hinter der Tür waren mindestens ein Dutzend Katzen - die Rücken gekrümmt, die gelbgrünen Augen weit aufgerissen, die Zähne gefletscht, kehlig fauchend und knurrend. Dann bohrte sich etwas Kaltes und Hartes in meinen Nacken. Und ein raues Flüstern: "Halt deinen Rosenkranz fest und verabschiede dich!"

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