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Im Schatten des Saarkönigs von Meisberger, Helmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.06.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Im Schatten des Saarkönigs

Der Saarkönig ist den Saarländern als König der Saarberge, der Schaumberg, bekannt. In seinem Schatten und Umkreis kommt die Kriminalhandlung durch eindrucksvolle Beschreibung der Örtlichkeiten und zum Teil mit Hinweis auf vergangene Zeiten voll zur Geltung. Als Teil seiner Biographie verknüpft Artur Namenlos das dörfliche Miteinander mit der Welt im "Reich", wie der Saarländer sagt. Aus eigenem Erleben trägt er zur Lösung dieses spannenden, jedoch blutarmen Krimis bei. Helmut A. Meisberger, ausgezogen um die Welt kennen zu lernen. Nach kaufmännischer Lehre in der Kreisstadt und enttäuschter Liebe auf dem weiteren Lebensweg über Stuttgart, Wilhelmshaven in Schleswig-Holstein heimisch geworden, wie viele Saarländer vor ihm. Nach der Bundeswehrzeit im Handel mit Wein über Jahrzehnte direkt im Kontakt mit vielen Menschen. Dadurch viel Lebenserfahrung. Gleichwohl immer Kontakt zu den Eltern, dem Heimatort und der Region gehalten. Daher für den Leser eine sehr gute Beschreibung des Umfeldes.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 29.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741249037
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 824 kBytes
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Im Schatten des Saarkönigs

1. Kapitel

Es ist diesmal das verlängerte Wochenende über den ersten Mai, als wir wieder zu zweit, wie in den letzten Jahren überraschend für die Mutter, die Wirtschaft betreten. Alles ist an seinem Platz, der Tisch vor dem Nebenzimmer ist seit Jahren die Domäne der Chefin, hier liegen die neuesten Nachrichten oder verschiedene Illustrierte und Zeitungen in regelmäßiger Unregelmäßigkeit.

Hier setzen sich nur die Verwandtschaft oder Gäste hin, die andere Anliegen als Durst haben. Nach über fünfzig Jahren kann man die Sorgenfalten im inzwischen gealterten Gesicht sehen, aber auch immer noch die Neugier aus ihren Fragen heraus hören, die in die Zukunft gewandt sind. Das Nachtquartier für uns ist in den letzten Jahren bei meinem zweiten Bruder im Ortsteil Berschweiler im Tal, ca. 5 Kilometer entfernt. Die ersten Stunden gehören den Berichten aus den vergangenen Wochen und Monaten, wer diese, unsere schöne Erde, verlassen hat, so nach dem Motto": Du kennscht doch dem Hannsnickels sei Bub?!" Ich kenne jedoch sehr viele gar nicht mehr und die Beschreibung der ganzen Person oder Familie bringt meine Erinnerung nicht zurück. Da auch Berschweiler schön im Tal des Alsbach gelegen ist, kann man die am Ende steil ansteigenden Wege zu ausgedehnten Spaziergängen nutzen. Es ist eine abwechslungsreiche Landschaft, in der jede Minute alle Sinne berührt werden. Ob die Vögel ihr Konzert anstimmen, die Greifvögel die Thermik für Ihre Nahrungssuche nutzen, die Hasen und Rehe die saftigen Bergwiesen zum Äsen erwählt haben, hier fühlt man sich zu Hause. Bevor es dann in die Kreisstadt geht, wird die Oma noch nach Bedürfnissen befragt., Dann folgt zumindest einmal ein Stadtbummel und wieder mal erzähle ich den Mitreisenden, wo meine Lehrfirma war, wo unsere Filialen waren und wie die moderne Zeit wie überall die funktionierende Innenstadt kaputt macht. Ein Geschäft nach dem anderen wird geschlossen und das Leben in der Stadt reduziert sich auf die Suchenden oder die großen Veranstaltungen, die der rührige Bürgermeister installiert hat.

An diesem ersten Sonntag im Mai, schreiten wir zur Tat. Nach vielen Anläufen lenken wir unsere Schritte über den "Homerich" talwärts Richtung Marpingen. Nein, wir wollen nicht zu Fuß nach Berschweiler, wir wollen wie in meiner Kinderzeit, die Umgebung des Steinbruches erkunden, wo einst mein Vater und viele andere aus dem Dorf als Steinabrichter aus dem blauen Basalt die Pflastersteine für Straßen, Plätze und Hofeinfahrten in mühevoller, sitzender Haltung, stundenlang in kühler, ungesunder Umgebung fertigten. Kindlicher Neugier und Nachahmung ist es zu verdanken, dass ich bei dem Versuch, wie die Großen den Berg zu sprengen, fast mein Leben verlor, als die Wurzel, an der ich mich in 15 m Höhe festhielt, sich als morsch erwies und ich kopfüber in die Tiefe stürzte.

Nun, wie gesagt, ist an diesem Sonntag das Ziel, der große Steinbruch, der damals zu den Bettinger Hartsteinwerken gehörte und zu dem man entweder über den "Homerich" oder rechts vorbei über den "Landgraben" gelangen konnte. Da ein obligatorischer Besuch bei meiner Schwester uns den zuerst erwähnten Weg einschlagen ließ, gingen wir bis zum Pulverhäuschen auf dem geteerten Weg und bogen dann scharf rechts ab um auf dem von Traktoren ausgefahrenen Weg zur alten, verfallenen Schmiede zu gelangen. Dort befanden sich damals auch die Waage für die großen Berliet- und MAN-LKW, mit der die hergestellten Steine gewichtsmäßig erfasst wurden. Beim Blick durch das glaslose Fenster sehe ich vor meinem geistigen Auge, die Esse, den großen Amboß und den muskulösen Schmied bei der Arbeit. Weiter geht heute der ausgefahrene Weg geradeaus bis zum Landgraben, wo man dann links nach Marpingen und rechts wieder auf die Rheinstraße gehen kann. "Guck mal!", sage ich zu meiner Frau: "Guck mal, da steht ja mein Traumwagen. Sogar in meiner Lieblingsfarbe, nachtblau! Sogar das Kennzeichen könnte zu mir passen: Mei

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