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Im weißen Kreis Ein Fall für Louise Bonì von Bottini, Oliver (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.09.2015
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Im weißen Kreis

Louise Bonì, Hauptkommissarin der Kripo Freiburg, erhält von einer Informantin den Hinweis, dass ein Mann zwei Pistolen bei russischen Kriminellen gekauft habe. Besorgt geht Bonì der Sache nach, um ein mögliches Gewaltverbrechen zu verhindern. Bald findet sie den Eigentümer des Autos, mit dem der Käufer die Waffen abgeholt hat. Der besitzt für den fraglichen Abend jedoch ein wasserdichtes Alibi. Der Fahrer war ein anderer - Ricky Janisch, Neonazi und Mitglied der rechtsextremen "Brigade Südwest". Louise Bonì und ihr Team beginnen, Janisch zu observieren, und stoßen auf weitere Mittelsmänner, die alle der rechten Szene angehören. Je tiefer sie graben, desto erschreckender wird das Szenario: Haben sie es mit einem weitverzweigten Neonazi-Netzwerk zu tun, das vor nichts zurückschreckt? Und wie sollen sie ein Attentat verhindern, wenn ihr Gegner ihnen immer einen Schritt voraus ist und sie noch nicht einmal das Ziel kennen? Da stößt Louise auf das "perfekte Opfer". Aber vielleicht ist es schon zu spät ... Louise-Bonì-Krimireihe: Vorgeschichte: Dunkler Tod Band 1: Mord im Zeichen des Zen Band 2: Im Sommer der Mörder Band 3: Im Auftrag der Väter Band 4: Jäger in der Nacht Band 5: Das verborgene Netz Band 6: Im weißen Kreis Oliver Bottini wurde 1965 geboren. Für seine Romane erhielt er zahlreiche Preise, u. a. den Krimipreis von Radio Bremen, den Berliner "Krimifuchs", den Stuttgarter Krimipreis und fünfmal den Deutschen Krimi Preis, zuletzt 2018 für Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens Der kalte Traum Ein paar Tage Licht

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 22.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832188788
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Serie: Louise Bonì Bd.6
    Größe: 1798 kBytes
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Im weißen Kreis

PROLOG

April 2004

Sie fuhren die übliche Strecke, in die Südstadt hinein, hielten hier und da, wechselten ein paar Worte mit den Leuten, "unseren Leuten", wie Timo immer sagte, "unsere Straßen, unsere Leute", sprachen über Fußball, als wäre alles wie immer. Und für Timo, dachte Stefan Bremer, war ja auch alles wie immer.

Gegen elf ging über Funk eine Meldung ein, versuchter schwerer Raub, Werderstraße, keine zweihundert Meter entfernt. "Endlich was los", sagte Timo und schaltete das Martinshorn ein, er mochte das, mit Kampfgeheul vorfahren.

Bremer beschleunigte den Streifenwagen nur leicht, er hatte kaum geschlafen, und das grelle Vormittagslicht blendete ihn. Er hatte die Sonnenbrille am Morgen zu Hause vergessen, hatte minutenlang im Flur gestanden, auf die vertrauten Bewegungen und Geräusche gewartet, die nicht kommen würden. In einem Anflug von Panik war er aus der Wohnung geeilt, ohne Sonnenbrille, Geldbeutel, Handy.

Timo am Funk, Bremer hörte nicht zu.

Die erste Nacht ohne Nicky, ihre Wärme fort, ihr Körper, ihr unruhiger Atem. Nur ihr Geruch war noch da gewesen, im Stoff der Bettdecke und im Laken, der Duft von Frühling, wohin er den Kopf auch drehte. Gegen drei hatte er sich auf das Wohnzimmersofa gelegt, doch ihr Geruch war mitgekommen, an ihm, in ihm, in der Erinnerung an den Tag vor sieben oder acht Jahren, als sie das Sofa gekauft hatten. In den Bildern vor seinen Augen.

Irgendwann war er doch eingeschlafen.

"Da vorn", sagte Timo. Ein älterer Mann wartete am Straßenrand, Gesicht gerötet, die Brust pumpte vor Aufregung, die Hände fuchtelten. Um den Leib trug er eine grüne Schürze.

Bremer bremste und ließ den Wagen ausrollen.

Ich gehe jetzt , hatte Nicky am Abend zuvor gesagt. Er hatte den Blick auf die Küchenuhr gerichtet, fünf vor halb neun. Aus einem unerfindlichen Grund war das wichtig gewesen. Um fünf vor halb neun am Abend des 29. April 2004 war Nicky gegangen.

Sie stiegen aus. "Mach du das", sagte Bremer.

"Herr Fink, ja?", sagte Timo zu dem aufgeregten Mann.

Versuchter schwerer Raub, der mit einem Messer bewaffnete Täter über alle Berge, Routine. Bremer wollte mitschreiben, doch seine Hand zitterte, und das weiße Papier reflektierte schmerzhaft das Sonnenlicht. Die Augen halb geschlossen, konzentrierte er sich auf das Wesentliche. 11.15 Uhr. Vermutl. Osteuropäer. Geschubst. Messer.

" Was hat er gemacht?", fragte Timo. Nach acht Monaten hatte er noch Probleme, wenn die Leute hartes Karlsruher Badisch sprachen, Brigantendeutsch, schwierig für einen aus Brandenburg an der Havel.

Bremer hatte ein Jahr gebraucht, um es problemlos zu verstehen. Ein Jahr und Nicky. "Er hat Herrn Fink gegen das Regal geschubst und mit einem Messer bedroht", sagte er.

"Sind Sie verletzt?"

"Nein!", rief Fink eher wütend als verängstigt.

Sie betraten den kleinen Laden. Zeitungen, Süßigkeiten, Tabakwaren, Lotto, ein paar Schreibwaren. Ein Kühlschrank mit Getränken, keine Lebensmittel. Bremer fragte sich, wozu Fink eine Schürze brauchte. Er blinzelte, das helle Licht von draußen lag noch wie ein Schleier über seinen Pupillen.

Timo ließ sich zeigen, wo und wie Fink mit dem Messer bedroht worden war. Bremer zeichnete, schrieb, zitterte.

Brandenburg, dachte er. Fast das Einzige, was ihn mit Timo verband. Zwei Brandenburger in Karlsruhe.

Kümmer dich um den, hatte der Chef gesagt. Ist nicht ganz freiwillig hier, wenn du verstehst, was ich meine.

Nein, verstehe ich nicht, hatte Bremer gesagt.

Egal. Vielleicht kennt ihr ja von früher dieselben Mädchen und so.

Bremer dachte, dass er jetzt gern heimfahren würde. Die Eltern und die Geschwister besuchen, die Mädchen von früher. Sich in einem Ruderboot a

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