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In den Tod geschickt von Wallace, Edgar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.02.2016
  • Verlag: Nexx
eBook (ePUB)
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In den Tod geschickt

Chicago während der Prohibition: Der Gangsterkönig Tony Perelli bedrängt eine Frau und ermordet dabei einen jungen Mann, ihr zu Hilfe eilen will. Das soll er noch bereuen, denn die Geschichte eskaliert ...

Richard Horatio Edgar Wallace (1875-1932) war ein englischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Journalist und Dramatiker. Er gehört heute noch zu den erfolgreichsten englischsprachigen Kriminalschriftstellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 17.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958704701
    Verlag: Nexx
    Größe: 302kBytes
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In den Tod geschickt

1

Red Gallway war ein mit allen Wassern gewaschener Verbrecher; auf seinem Sündenregister stand mehr als ein Unternehmen, das ihn in schweren Konflikt mit den Gesetzen brachte. Er hatte Geldschränke geknackt und sich als Hochstapler versucht, er hatte seinen Opfern die Pistole vor die Nase gehalten und ihnen ihr Geld abgenommen - und er hatte eine ganze Reihe fragwürdiger Nachtlokale aufgezogen. Trotz seiner eifrigen Bemühungen verdiente er jedoch nicht allzu viel dabei, und erst als er sich dem Alkoholschmuggel zuwandte, floss ihm das große Geld in die Tasche, von dem er immer geträumt hatte. Seitdem er mit einer regelrechten Schmugglerbande zusammenarbeitete, lebte er sorgenlos und zufrieden, zudem brauchte er keine Angst vor der Polizei zu haben. Allerdings stieg ihm der Erfolg zu Kopf. Er wurde faul, schwatzhaft und streitsüchtig und - was am schlimmsten war -: Er begann Kokain zu schnupfen.

Angelo Verona, der außerordentlich tüchtige Personalchef der Bande, machte ihm Vorwürfe.

"Lass das bleiben, Red! Tony kann keine Leute brauchen, die Koks schnupfen."

Über Gallways nicht gerade einnehmendes Gesicht glitt ein böses Grinsen. "Wirklich?" meinte er verächtlich.

Angelo nickte gewichtig und sah ihn mit seinen ernsten braunen Augen durchdringend an.

"Kokain hat noch keinem geholfen. Anfangs fühlt man sich zwar so groß und stark wie ein Wolkenkratzer, aber das ist schnell vorüber - dann kommt der Katzenjammer, und man möchte sich am liebsten in ein Mauseloch verkriechen. Und vor allen Dingen - wenn sie einen solchen Burschen im Polizeipräsidium nach allen Regeln der Kunst verhören, dann hält er nicht dicht!"

Red verkehrte zu dieser Zeit viel mit seinem Freund Mike Leeson, einem früheren Maschinisten, der sich in elenden schmutzigen Spelunken mehr zu Hause fühlte als in den eleganten Lokalen der oberen Zehntausend.

Er hatte es im Leben nicht weit gebracht und schaute deshalb ehrfurchtsvoll zu Red Gallway empor, der für ihn der bedeutendste aller großen Gangster war. Er verhielt sich ungefähr so, wie ein Lakai gegenüber einem Monarchen.

Als sie eines Tages in einer Kneipe zusammensaßen, die Reds Bande gehörte, machte Mike seinen Freund großzügig auf eine gute Gelegenheit aufmerksam. Aber Red schüttelte gelangweilt den Kopf.

"Aus Chinesinnen mache ich mir nichts", sagte er. "Die Tochter von Joe Enrico zum Beispiel ist ganz wild nach mir, aber ich drehe mich nicht einmal nach ihr um."

"Wie du meinst", entgegnete Mike.

Er jedenfalls drehte sich bei jeder Gelegenheit nach Minn Lee um. Meistens traf er sie auf der Treppe des nicht gerade sehr sauberen Hauses, in dem sie beide wohnten. Sie war eine hübsche kleine Chinesin, graziös und schmiegsam wie eine Gerte. Besonders faszinierten ihn ihre weißen Hände, ihre großen schwarzen Augen und ihre weiche Haut. Übrigens hatte ihr Haar nicht den bläulichen Schimmer der Ostasiaten, sondern war glänzend und tiefschwarz.

Mike grinste sie die erste Zeit nur an, später versuchte er auch mit ihr zu sprechen. Das gelang ihm ohne Schwierigkeiten, denn sie unterhielt sich gerne. Wie er erfuhr, war sie mit einem kranken Künstler verheiratet und machte Zeichnungen für Modejournale, um Geld zu verdienen.

Ihre Zutraulichkeit und Offenheit verblüfften Mike; er benützte die Gelegenheit, ihr persönlich näherzukommen. Als er sie aber nach einiger Zeit einmal in ein Luxusrestaurant zum Abendessen einlud, war sie sehr erstaunt.

"Mein Mann ist doch krank", protestierte sie. "Ich kann ihn doch unmöglich allein lassen."

"Aber Kleine, ich sorge natürlich dafür, dass jemand bei ihm bleibt und aufpasst ..."

Sie schüttelte energisch den Kopf, und als er

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