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In der Asche schläft die Glut Ein Baden-Württemberg-Krimi von Eichhorn, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.10.2014
  • Verlag: Silberburg-Verlag
eBook (ePUB)
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In der Asche schläft die Glut

In einem Hotelzimmer in Ulm liegt ein Toter. Es gibt keinerlei Anzeichen einer Fremdeinwirkung. Doch sein Gepäck bringt selbst das Bundeskriminalamt auf den Plan: ein leicht zerlegbares Präzisionsgewehr mit Schalldämpfer, eine Pistole der Marke ?eská sowie 5000 Euro. Zudem bereitet eine vermeintlich nukleare Substanz im Kühlschrank den Ermittlern weiteres Kopfzerbrechen. Der Tote ist rasch identifiziert: Es handelt sich um den von Interpol gesuchten Auftragsmörder Artur Schwinn. Wen hatte er im Visier? Ein Hinweis ist eine Postkarte mit dem Foto der berühmten altsteinzeitlichen Löwenmensch-Statuette. Und eine Frau, die Schwinn im Hotel aufsuchen wollte: Zita Meerbusch, eine Paläontologin und Feministin, die das Geschlecht des Löwenmenschen als weiblich bestimmt haben will. Da geschieht ein Mord im Isotopenlabor der Universität Ulm. Das Opfer ist ein für radioaktive Abfälle zuständiger Mitarbeiter. Kommissar Klaus Lott und seine Soko 'Löwenmensch' werden zusehends mit einer Welt konfrontiert, in der sich skrupellose Verbrecher tummeln. Was aber hat Zita Meerbusch mit all dem zu tun und wer ist sie wirklich? Manfred Eichhorn, geboren 1951, ist selbstständiger Buchhändler in Ulm und Autor von Romanen, Erzählungen, Sketschen, Theaterstücken, Balladen, Gedichten und Kinderbüchern in Schwäbisch und Schriftdeutsch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 10.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842516502
    Verlag: Silberburg-Verlag
    Serie: Silberburg Krimi Bd.4
    Größe: 938 kBytes
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In der Asche schläft die Glut

1

"Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen." Pfarrer Laible blickte noch einmal in das offene Grab, dann überließ er den Trauernden Erde und Weihwasser, damit sie dem Verstorbenen die letzte Abschiedsgeste erweisen konnten. Indessen schnäuzte Lott seine sichtbar gewordene Trauer ins Taschentuch. Nach gegebener Zeit trat auch er ans offene Grab, schaufelte eine Handvoll Erde hinein, benutzte den Weihwasserwedel, verweilte andächtig einige Sekunden lang an dieser Stelle und ging dann zu Lisbeth, der Witwe des Verstorbenen, die ganz vorne stand, und umarmte sie. Er kondolierte der Tochter mit Handschlag, den übrigen Verwandten mit einem Teilnahme bekundenden, leichten Kopfnicken und kehrte in die Reihe seiner Ulmer Kolleginnen und Kollegen zurück.

Es war ein freundlicher Tag. Die Sonne wärmte bereits ordentlich, obwohl erst kürzlich ein erneuter Wintereinbruch noch einmal für Frost gesorgt hatte. Aprilwetter eben. Lott trat von einem Bein aufs andere. Die Hüfte, die er nach Ansicht der Ärzte längst hätte operieren lassen müssen, schmerzte wieder. Er war von Tübingen hergefahren, um einen Freund und Kollegen zu beerdigen.

Max Brauchle war tot. Er, der immer so tat, als wäre das Leben ein einziger Witz, bestückt mit tausend Pointen, hatte selbst den Zeitpunkt seines Todes zu einer Groteske gemacht. Er war am 7. April gestorben, am Weltgesundheitstag!

Lott schaute in den noch blauen Vormittagshimmel, dem bereits ein paar bedrohliche Wolken am Horizont auf den Pelz rückten, als der Klingelton eines Handys ihn aus den Gedanken riss.

Spiel mir das Lied vom Tod .

Die strafenden Blicke der Trauergäste forschten nach dem Verursacher und blieben dabei an der Kollegin Petra Mai hängen, die fiebrig nach ihrem Handy suchte, das sie alsbald aus ihrer Jackentasche kramte, um das Gespräch entgegenzunehmen.

Dabei kehrte sie den Trauergästen den Rücken und ging ein paar Gräberreihen weiter, um zu Ende zu telefonieren. Nach wenigen Minuten kam sie zu den Kollegen zurück und flüsterte Polizeichef Lander ins Ohr: "Im Goldenen Rad gibt es eine Leiche, jemand von uns muss hin."

Lander schnaufte genervt. Petra Mai antwortete mit einem Schulterzucken.

"Fahren Sie los. Das hier ist ohnehin gleich vorbei", ordnete Lander an.

Die Kollegin nickte und ging dann zu Lott, um sich von ihm zu verabschieden.

"Eine Leiche, du verstehst", sagte Petra. "Komm du gut nach Hause. Man sieht sich, irgendwann."

Lott umarmte sie. Dann hatte er plötzlich den Impuls zu fragen: "Soll ich mitkommen?"

"Habt ihr in Tübingen nicht genügend Leichen?"

"Nicht so viele wie ihr hier", scherzte Lott.

"Dann komm mit, ich würde mich freuen."

Lott ging noch einmal zur Witwe Brauchle, die inzwischen alle Beileidsbezeugungen entgegengenommen hatte, um ihr den übereilten Aufbruch zu erklären.

Lisbeth kam ihm jedoch zuvor: "Kommst du noch mit nach Ermingen, ins Rössle ?"

"Lisbeth, wir haben eine Leiche", wehrte Lott ab.

"Wir doch auch", sagte Lisbeth und lächelte dabei.

Ihr Lächeln war entwaffnend.

"Später, Lisbeth, wenn's irgendwie geht, komme ich mit Petra nach."

Lisbeth drückte ihn. "Beeil dich, wir warten noch mit dem Essen."

"Tu das nicht. Du weißt doch, wie der Hase läuft."

Lisbeth seufzte: "Da hast du recht, eine jahrzehntelange Erfahrung habe ich da. Trotzdem hoffe ich, dass ihr beiden noch kommt."

"Wir tun unser Bestes, Lisbeth!"

Lott folgte Petra, die bereits losgegangen war, und holte sie am oberen Friedhofstor ein./sp

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