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In Feindesland von Strauß, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.06.2015
  • Verlag: Himmelstürmer Verlag
eBook (PDF)
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In Feindesland

'Feindesland' ist ein historischer Kriminalroman mit homoerotischem Hintergrund. Er spielt in den Kriegs- und Nachkriegsjahren 1914 bis 1920 im Süden Afrikas. In den ersten beiden Weltkriegstagen 1914 wird der kleine, aber strategisch wichtige Küstenort Lüderitz/Deutsch-Südwestafrika trotz eines Anschlags auf ihre Maschinengewehre von der Südafrikanischen Allianz genommen. Der deutsche Soldat Georg Hassler, der das Kommando für den Anschlag hatte, gerät mit seinen Kameraden in Kriegsgefangenschaft. Während dieser Zeit bekommt Hassler mit, dass zwei seiner Kameraden auf die gleiche ungewöhnliche Weise sterben, und er macht sich auf die Suche nach Antworten und dem oder den Tätern. Auf südafrikanischer Seite gesteht ein junger Soldat in einem Brief einem anderen Soldaten, dem unter Extrembedingungen in einem Waisenhaus aufgewachsenen Jeroen Hertje, seine Zuneigung. Während einer gemeinsamen Nachtwache klären sie ihr Verhältnis zueinander und erleben erste zärtliche Berührungen. Das Geheimnis eines Mädchens, das auf die gleiche Weise wie seine beiden Kameraden ermordet wurde, bringt Hassler nach Stellenbosch und zu seinem ersten Verdächtigen, Robert Krogh. Er beginnt eine Arbeit mit diesem und - ungeplant - auch mit dessen Freunden, Jeroen und seinem Freund aus Waisenhauszeiten, Maarten Blankers. Aus Jeroens Sicht wird ein Diebstahl mit nachfolgendem Kampf auf Leben und Tod geschildert. Unter den gestohlenen Unterlagen, so findet Jeroen heraus, war auch Maartens Geburtsurkunde. Da der leicht sprachgestörte Maarten die Suche nach seiner Mutter erfolglos abgebrochen hat, versucht es Jeroen nun in seinem Auftrag. Er findet die vollkommen verstörte und von Wahnvorstellungen geplagte junge Marie, die er schließlich sogar aus Gnade tötet. Als Georg Hassler von diesem Mord erfährt, reist er zur Beerdigung, um dem Kern seiner Rätsel näher zu kommen. Er erfährt mehr als das und lernt den Mann kennen, vor dem Maartens Mutter geflohen ist. Er lernt ihn so zu hassen, dass er ihn sogar im Affekt tötet, nur um Maarten vor diesem zu schützen. Jeroen stellt ihn daraufhin zur Rede, löst aber auch fast alle Rätsel auf. Da Hassler bei seiner Rückkehr nach Stellenbosch niemanden mehr antrifft, versucht er eine letzte Frage zu klären und begibt sich in Maries Vergangenheit. Dabei findet er schließlich sogar das Waisenhaus, in dem Maarten und Jeroen aufgewachsen sind. Dort wird er jedoch niedergeschlagen und schließlich mit Fakten konfrontiert, die für ihn zuvor undenkbar waren. Die Besonderheit des Romans liegt in der Art der Annäherung Hasslers an seine Verdächtigen, dem Strudel von Ereignissen, in den er dadurch gerät und in seiner Entwicklung zu jemandem, der seine eigenen, subjektiv richtigen Handlungen aus der Sicht der Gegenseite als erschreckend wahrnimmt. Zudem erfährt er von der Liebe Jeroens zu einem anderen jungen Mann. So begibt er sich nicht nur territorial, sondern auch gedanklich in 'Feindesland'. Zudem verkehren sich die offensichtlichen Lösungen mehrfach und spektakulär je nach Sichtweise.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 202
    Erscheinungsdatum: 22.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863614782
    Verlag: Himmelstürmer Verlag
    Größe: 771kBytes
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In Feindesland

PROLOG

Menschen sind merkwürdig. Immer wollen sie alles wissen und verstehen. Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Wie funktioniert dies oder das? Wie weit geht das Universum? Was ist der Sinn allen Lebens?

Wäre die Welt für alle nicht um ein Vielfaches einfacher zu bewältigen, wenn man nicht ständig alles hinterfragen würde?

Aber gerade dieses Fragen lernen doch alle schon mit dem Beginn ihres Lebens. Wer nicht fragt, bleibt dumm, heißt es. Nun ja, wer nicht fragt, läuft auch nicht Gefahr, zu viel zu verstehen und an seine eigenen Grenzen zu stoßen.

Dabei gibt es so vieles, das weit über das menschlich Fassbare hinausgeht: gekrümmte Räume, Zeitsprünge, besondere Gedächtnisleistungen oder technische Errungenschaften. Für viele gehört ja bereits die Evolutionstheorie dazu. Wenn etwas in einem Zusammenhang gelehrt worden ist, zu dem es per christlicher Doktrin keinen Widerspruch geben darf, ist selbst ein unwiderlegbarer Darwin bei diesen Menschen nicht mehr haltbar.

"Unvorstellbar", so heißt es dann, sei diese oder möglicherweise jene Tat gewesen, "unmöglich" ein einfach nur sehr seltenes Ereignis, "unnatürlich" das, was menschlichen Glaubenssätzen widerspricht und "übersinnlich", was sie nicht logisch zu erklären vermögen. Dennoch wollen viele gerade von diesem Unerklärlichen unbedingt eine Vorstellung bekommen.

Ist es nur die pure Neugier, die sie antreibt? Ist es der Reiz, etwas zu erfahren, was außerhalb ihrer so beschränkten gedanklichen Grenzen, außerhalb ihrer selbst gesteuerten Phantasie liegt?

Vermutlich ja.

Liegt darin der Reiz, genau diese eigenen gedanklichen Grenzen zu erweitern? Ist dies das grundsätzlich Menschliche, was auf viele die Faszination von Zauberei, Mentalleistungen, aber auch von Brutalität und Unmenschlichkeit ausmacht?

Spannende Frage.

Ist es also wirklich so "unmenschlich", diese Neugier zu befriedigen?

Nein, ich denke nicht. Diese Faszination ist im menschlichen Grundbedürfnis des Voyeurismus begründet.

Ach kommen Sie, seien wir doch ehrlich. Voyeurismus ist uns ein Grundbedürfnis! Wir sehen sie uns alle an, die Komplettversager, die C-Promis, die schwangeren Teenager. Uns interessiert, ob die, die sich mit Kakerlaken überschütten lassen und Rinderhoden essen, sich nun übergeben oder nicht. Aber wir würden es doch selbst niemals tun. Wir schauen uns all ihre Geschichten an, gerade weil es nicht - wie sagt man so treffend? - "unsere Welt" ist.

In Kriminalgeschichten erzählt man wörtlich und bildlich vom Anblick des Todes. Wenn wir die vorherigen Fragen bejaht haben, liegt es wohl doch nicht fernab der menschlichen Faszination, vom inneren Antrieb zu erzählen, einen anderen Menschen von dessen jämmerlicher irdischer Existenz zu befreien?

Ja, "befreien" sage ich. (Sie würden es vermutlich etwas neutraler "töten" oder emotionaler "ermorden" nennen. Aber wir meinen den gleichen Umstand, den, dass ein Mensch von einem anderen vom Leben zum Tod gebracht wird.)

Nein, erwarten Sie bitte nicht, dass ich Ihnen grundsätzlich erkläre, was einen Mörder antreibt oder was in den Gehirnen potenzieller Täter vorgeht.

Nicht, dass ich es nicht könnte. Alles so genannte Böse ist erklärbar. Ich will es nur nicht. Es ist einfach ermüdend, es wieder und wieder zu repetieren.

Stattdessen möchte ich Ihnen viel lieber einen ganz faszinierenden Menschen näher bringen, von einem Künstler unter den Klecksern erzählen, von einem Sehenden unter lauter Blinden, von dem einen wirklich gelehrigen Schüler nach dem Geschmack seines Lehrers, von einem, der es wert ist, dass man von ihm erzählt und ihn nicht vergisst.

Und dennoch erzähle ich von einem Mörder. Vielleicht beantwortet seine, wie ich finde, einzigartige Lebensgeschichte - und Sie dürfen mir glauben, ich habe einen ziemlich guten Überblick - ja schon die meisten Ihrer Fragen.

Ich könnte jetzt sagen,

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