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In kalter Nacht Roman von Littlefield, Sophie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.11.2015
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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In kalter Nacht

Zwei Söhne auf dem Weg ins Verderben - zwei Mütter auf der Suche nach der Wahrheit ... Als Colleen Mitchell in Lawton, North Dakota, eintrifft, bereitet ihr die trostlose Stadt kein warmes Willkommen. Im Gegenteil: Es ist kalt, und es gibt weder ein Taxi noch freie Hotelzimmer. Aber Colleen lässt sich nicht abschrecken. Ihr Sohn ist hier zuletzt gesehen worden, bevor er verschwand, und sie ist fest entschlossen, alles zu tun, um ihn wiederzufinden. Dann trifft sie auf Shay, deren Sohn ebenfalls vermisst wird. Zufall? Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit, in einer Stadt, in der Misstrauen und Verschwiegenheit zum Leben gehören ... Sophie Littlefield schreibt schon seit ihrer Kindheit, und ihre Bücher wurden bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Sie lebt in Nordkalifornien, wo sie an ihrem nächsten Roman schreibt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 16.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641173852
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Missing Place
    Größe: 681 kBytes
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In kalter Nacht

Kapitel 2

Der Flughafen von Lawton sah aus, als hätte man ein paar Container zusammengeschweißt, mit billigen Sperrholzplatten verkleidet und auf einem riesigen zugefrorenen Parkplatz abgestellt. Als Colleen an der Stewardess vorbeiging, fragte sie sich flüchtig, ob sie sich deren mitleidigen Blick nur einbildete, und stieg die metallenen Stufen hinunter. Die Kälte stach ihr gnadenlos in Nase, Lunge und Ohren, und sie schlug schnell die Kapuze ihres Daunenmantels hoch. Als sie unten ankam, ließen die Männer ihr den Vortritt, sodass sie in der ersten Reihe der Gruppe stand, die auf ihr Gepäck wartete. Sie standen schweigend da, geduldig, ließen die Arme hängen; keiner trug Handschuhe. Die Hände der Männer waren Colleen schon im Flughafen aufgefallen: wettergegerbt, rau und gerötet. Vielleicht spürten sie die Kälte nicht mehr.

Da vorne kam er, ihr Rollkoffer mit dem pinkfarbenen Gepäckanhänger, den sie im Vorjahr für ihre Hochzeitstagsreise nach Italien gekauft hatte. Colleen nahm ihn vom Transportwagen und machte sich auf den Weg zum Gebäude. Eisige Schneekristalle stachen ihr ins Gesicht, durch den scharfen Wind vom Dach geweht oder vom Boden aufgewirbelt. Ihre Schritte hallten von der Eingangsrampe wider, und dann endlich war sie in einem warmen Raum, in dem ein undefinierbarer chemischer Geruch in der Luft hing.

Der Ticketschalter - der einzige - war geschlossen und dunkel. Ebenso der Schalter für Mietwagen. Der gesamte Abfertigungsbereich war kleiner als Colleens Wohnzimmer. Ein Mann in einer leuchtenden Warnweste kniete neben dem Eingang und hantierte an der unteren Angel einer der Doppeltüren. Draußen auf dem Parkplatz war die Hälfte der Autos von einer dicken Schneeschicht bedeckt. In der Ferne waren die Lichter der Stadt zu sehen; eine Fernfahrerraststätte ein Stück weit die Straße hinunter warb auf der an einem hohen Mast angebrachten Leuchtreklame, die die Benzinpreise angab, mit heißen Duschen.

"Entschuldigung", wandte sich Colleen an den Mann, der schwerfällig aufstand, als hätte er Knieprobleme, und sich die Hände an der Hose abwischte.

"Ma'am." Er hatte einen leichten Südstaatenakzent, was sie im ersten Moment wunderte, obwohl es eins der ersten Dinge gewesen war, die Paul ihr von hier oben erzählt hatte: Die Arbeiter kamen vorwiegend aus Arkansas, Mississippi oder Georgia.

"Ich brauche ein Taxi. Können Sie mir eins empfehlen? Ein Unternehmen?"

"Ein Taxi?"

Er wirkte verblüfft. In der Hand hielt er ein Messer, wie Paul es seit seiner Pfadfinderzeit immer bei sich hatte: eigentlich kein richtiges Taschenmesser, eher eine Sammlung ausklappbarer Werkzeuge an einer Zentralachse. "Hm, wo wollen Sie denn hin?"

Colleen zuckte ungeduldig die Achseln. "Zu einem Hotel. Es soll mich zu einem Hotel bringen."

"Zu welchem denn?"

"Ich ... ich weiß nicht." Darüber hatte sie eigentlich mit dem Taxifahrer reden wollen, aber dann musste sie wohl mit diesem Mann - der immerhin recht freundlich wirkte - vorliebnehmen. "Ich habe noch kein Zimmer. Ich weiß, dass alles ausgebucht ist, aber ich hatte gehofft ... na ja, ich habe reichlich Hotelpunkte. Und Geld spielt keine Rolle."

"Die Hotels sind voll, Ma'am. Restlos."

"Das weiß ich. Ich habe angerufen, aber es könnte ja sein, dass jemand storniert oder im letzten Moment abgesagt hat oder einfach nicht erscheint und dass sie dann das Zimmer freigeben, da es doch schon so spät ist." Es gab immer irgendwo ein Zimmer, aber die Bemerkung verkniff sie sich; die teuren Zimmer - die Suiten - fanden oft keinen Abnehmer, und sie war bereit zu zahlen.

Aber als der Mann sie nach wie vor mit höflicher Betroffenheit ansah, musste Colleen sich eingestehen, was sie bisher erfolgreich verdrängt hatte: dass es vielleicht tatsächlich kein freies Zimmer gab. Dasselbe Problem hatte der Privatdetektiv gehabt, den sie hatte anheuern wollen - er hatte ein Zimmer gesucht und ihr erklärt, d

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