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In Liebe, Agnes Roman von Nesser, Håkan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.08.2007
  • Verlag: Random House E-Books
eBook (ePUB)
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In Liebe, Agnes

Der neue Krimi von Håkan Nesser - die Geschichte einer tödlichen Freundschaft zwischen Tübingen und Heidelberg ...

Ein Dreiecksverhältnis, das tödlich endet: Agnes und Henny sind alte Schulfreundinnen, die sich seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben. Auf der Beerdigung von Agnes' Mann treffen sie sich wieder. Zögerlich beginnen sie sich erneut anzunähern, schreiben zunächst Briefe, vertrauen einander alte Geheimnisse an. Schritt für Schritt nähern sie sich dabei einem gefährlichen Komplott, detailversessen planen sie einen heimtückischen Mord. Doch eine von beiden spielt falsch ...

Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt abwechselnd in Stockholm und auf Gotland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 07.08.2007
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783894805777
    Verlag: Random House E-Books
    Originaltitel: Kära Agnes
    Größe: 372kBytes
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In Liebe, Agnes

Im Großen und Ganzen verlief die Beerdigung sehr gut.
Der Vormittag war grau, unfreundlich und windstill gewesen, aber als wir dann am Grab standen, brach die Sonne durch die Wolkendecke und warf schräge Lichtbündel durch die bereits gelb werdenden Blätterkronen der Ulmen.
Erich hätte es gefallen. Herbst. Der Himmel, der sich plötzlich zu heben schien und der Luft eine gewisse Schärfe verlieh. Klar, aber nicht kalt. Die Felder, die sich in Richtung Molnar hinunterzogen, abgeerntet, aber noch nicht untergepflügt. Ein Bauer, der in der Ferne ein Feld abflämmte.
Der Geistliche hieß Sildermack, ein großer, magerer, blonder Mann, wir hatten uns vorher natürlich getroffen und alles besprochen, er ist neu im Amt und leidet unter irgendeiner Verformung des Rückgrats, weshalb er irgendwie unbeholfen geht, mit rollenden Bewegungen sozusagen. Es lässt ihn auch älter wirken. Aber sein Gesicht scheint zu leuchten, und bei der Beisetzung hat er seine Aufgabe tadellos erledigt.
Wir waren vielleicht zwei Dutzend Trauergäste. Die Kinder natürlich. Erichs Mutter mit Begleitung, ihrer Freundin und der übellaunigen Pflegerin.
Beatrice und Rudolf.
Justin.
Hendermaags, die den schlechten Geschmack hatten, ihre Kinder mitzuschleifen. Die sind erst zehn oder zwölf, ein schüchterner Knabe und ein Mädchen mit vorstehenden Zähnen und nervösem Blick, wozu soll es denn gut sein, ihnen so etwas zuzumuten? Und keins von ihnen hatte irgendeine Beziehung zu Erich, sie sind ihm sicher nicht häufiger als zwei- oder dreimal begegnet, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
Ebert Kenner natürlich und einige neuere Kollegen, die ich noch nie gesehen hatte. Ein Quartett, genau gesagt, zwei Frauen, zwei Männer. Dazu Oberarzt Monsen, der es sich in der Kirche nicht verkneifen konnte, ein paar Worte zu sagen, die er dann am Grab noch einmal wiederholte.
Über die Klarheit der Herbsttage und die uns zubemessene Zeit auf Erden. Über die analytische Schärfe, die Erichs hervorstechendste Eigenschaft war und Zeugnis von seiner Meisterschaft ablegte.
Worte.
Ich fühlte mich ein wenig müde. Dort draußen, in dem schwarz gekleideten Kreis aus Trauernden und weniger Trauernden und solchen, die aus ganz allgemeinen Gründen gekommen waren, überkam mich eine Woge der Erschöpfung. Vielleicht lag es an der Trauer, die mich doch noch erfasste, nicht in erster Linie der Trauer um Erich, sondern der Trauer über das Leben an sich.
Über dessen Ungerechtigkeiten und blinden Flecke. Über Verfehlungen, die wir unter den Teppich kehren und verdrängen, aber die uns doch einholen, wenn wir ihnen lange genug den Rücken zudrehen. Wenn wir nicht genug aufgepasst haben.
Ich weinte nicht. Nicht eine Träne quoll während der gesamten Feierlichkeit aus meinen Augen: Es ist mir egal, wie das auf andere wirken mochte, und es gibt heutzutage doch zahllose Medikamente, die uns abstumpfen und unsere Seele betäuben, also gehe ich davon aus, dass mein Auftreten niemanden wirklich überrascht hat. Ich habe mit keinem Menschen ein Wort gewechselt. Habe mich auf bestätigende Blicke beschränkt. Auf Händeschütteln. Leichte Umarmungen und illusorisches Nicken.
Die Jugendfreunde vom Ruderklub trugen den Sarg. Vier Männer, drei erkannte ich, wusste jedoch von keinem den Namen, sie alle wohnen in Gobsheim, und dem Pastor zufolge hatten sie sich selbst für diesen Freundesdienst angeboten.
Und dann noch Henny.
Ich wollte wirklich nicht alle Anwesenden aufzählen, aber jetzt habe ich es wohl doch getan. Henny Delgado.
Sie trug in der Kirche etwas langärmliges Schwarzes, doch als wir dann auf den Friedhof gingen, hatte sie einen dunkelroten Poncho übergestreift. Mir fiel ein, dass sie immer schon Rot getragen hat, nicht unbedingt am ganzen Leib, aber etwas Rotes war doch immer dabei gewesen. Ein roter Blickfang. Eine karminrote Bluse oder ein Schal. Ich selbst bin blau und kalt. Schon als Gymnasiastin hielt jede von uns sich an ihr

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