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Infinity Love Tödliche Erinnerung von Jacobs, Lina (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Infinity Love

Teil 2 der Love-Reihe Drei Jahre sind vergangen, seit das schottische Paisley von einem blutrünstigen Serienkiller heimgesucht wurde. Die Wege von Chief Inspector Raymon Harris und Jessie Mandosa haben sich in der Zwischenzeit getrennt. Plötzlich sieht Ray sich mit der Vergangenheit konfrontiert: Obwohl sie den Serienkiller gefasst haben, geschehen erneut Morde, die dessen Handschrift tragen. Als in einem Hinterhof eine Leiche gefunden wird, schließt sich der Kreis - ausgerechnet Jessie ist die Eigentümerin des dazugehörigen Clubs. Jessie scheint in den Fokus des Täters zu rücken, sodass Ray sie in Gefahr sieht. Um professionell zu ermitteln, muss er jedoch seine Gefühle in den Griff bekommen. Doch wie soll er sein Verlangen begraben, wenn er bemerkt, dass auch Jessie noch für ihn zu brennen scheint?

Schon in der Schule hat Lina das Schreiben fasziniert. Am Anfang war es eher ein Hobby, mittlerweile eine tief verbundene Leidenschaft. Nach dem Abitur widmete sie sich einer Ausbildung in einem Pflegeberuf. Obwohl sie nicht viel dazu beitragen kann, möchte sie trotzdem die Welt ein wenig schöner machen. Mit ihrem Debütroman "Geflüsterte Lügen", der im Februar 2014 im bookshouse Verlag erschien, ging ein lang ersehnter Traum in Erfüllung. Heute lebt sie mit ihrer Familie in NRW.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 299
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783751956703
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 2100 kBytes
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Infinity Love

Kapitel 9

 

 

 

Den Mustang parkte ich vor meiner Haustür und sah ein paar Minuten zu den dunklen Fenstern meiner Wohnung hinauf. Ich bewohnte immer noch meine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung, auf vierzig Quadratmeter. Eigentlich hatten Jessie und ich eine anderes Zuhause suchen wollen, aber nach dem sie abgehauen war ...

Ich senkte den Blick. Dort oben wartete keine Menschenseele auf mich - das fühlte sich frustrierend an. Einerseits wollte ich meinen Job nicht vernachlässigen, anderseits drohte mich mein seelischer Schwebezustand ins Chaos zu stürzen. Doch garantiert verkroch ich mich nicht in meinen vier Wänden, um Trübsal zu blasen. Diese Phase lag längst hinter mir.

Ich ging um die nächste Hausecke, zu meinem Stammpub. Als ich die hölzerne, schwere Tür aufriss, nahm ich mir fest vor, das Kapitel Jessie für heute Abend abzustreifen. Hinter der alten, abgenutzten Holztheke stand Louisa. Ihr gehörte der Falcon Pub. Louisa Falcon, ich schätzte sie auf mindestens sechzig Jahre, war vor fünf Jahren von der rauen Nordküste Schottlands hierher gezogen. Bei jedem Besuch musste ich an eine mütterliche Wikingerfrau, mit langen, leichtergrauten Zöpfen denken. Ihr wettergegerbtes Gesicht verzog sie stets zu einem Lächeln, wenn sie mich erblickte. Wie auch in diesem Augenblick. »Ohhh, wie siehst du aus, Bursche?«

Ich lächelte. Jeden Mann, der jünger als sie war, nannte sie Bursche, obwohl sie die Namen ihrer Stammgäste durchaus kannte. Louisa verhielt sich wie eine Mutter. Sie wusste meist Rat. Eigentlich wusste sie alles, was in diesem Viertel passierte. Sie war die wandelnde Tageszeitung.

»Schlechten Tag gehabt?« Anteilnehmend blickte sie mich an. Offenbar konnte sie meine deprimierte Laune an der Nasenspitze ablesen. Meine Entschlossenheit, nicht über den Tag oder gar über Jessie zu plaudern, rutschte polternd in den Abgrund.

»Mhm, könnte man so sagen«, brummte ich, während ich mich auf den Hocker setzte.

»Möchtest du etwas trinken oder nur plaudern?«

»Erst mal ein Bier. Dann vielleicht plaudern.«

Sie nickte.

Mein Blick wanderte über die anderen Besucher. Heute Abend gab es einige potenzielle Anwärterinnen für zweisame Stunden - falls ich den Augenaufschlag der Schwarzhaarigen richtig deutete, die mir lächelnd zuprostete. Ich sah auf den Tresen zurück, um zu signalisieren, dass ich kein Interesse hegte. Ich hatte mir geschworen, keine Frau mehr abzuschleppen, wenn Alkohol im Spiel war. Die letzte Begegnung reichte mir. Louisa stellte das Glas auf die Theke und sah mich fragend an. »Was ist dir heute über die Leber gelaufen?«

»Kennst du das Gefühl, dich im freien Fall zu befinden und du vergeblich versuchst, die Reißleine zu ziehen?«

»Ähm,... nein. In meinem Leben habe ich immer eine Möglichkeit gefunden, rechtzeitig die Leine zu ziehen. Da du nie über dienstliche Dinge sprichst, schätze ich, dir geht privat etwas nah.«

»Ich habe nach drei Jahren Jessie wiedergesehen.«

Sie stieß einen leisen Pfiff aus. »Lass mich raten, die Schmetterlinge flatterten wie verrückt?«

Ich schnaubte. »Mhm, mit spitzen Krallen. Sie hat sich ein anderes Leben aufgebaut ...«

»Ein Leben ohne dich«, fuhr sie mir gedämpft ins Wort.

Ich nickte.

»Möchtest du meine Meinung hören?«, fragte sie.

»Immer.«

»Ich würde dir gern sagen, streich Jessie endlich aus deinem Leben, doch ich kenne dich mittlerweile so gut, dass du diesen Rat nicht beherzigen wirst. Im Grunde deines Herzens bist du ein Kämpfer.«

Ich schüttelte den Kopf. »Diesen Kampf habe ich bereits verloren. Jessie ist abgehauen, und ich kenne bis heute nicht mal den Grund.«

Louisa lachte. »Und du hast sie im Nachhinein nicht gefragt? Seit wann bist du feige? So kenne ich dich nicht.«

Rückblickend musste ich mir eingestehen, dass mich die Angst vor der Wahrheit plagte, die mir Jessie eröffnen könnte. Dass s

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