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Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper Ein viktorianischer Krimi von Marley, Robert C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.05.2015
  • Verlag: Dryas Verlag
eBook (ePUB)
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Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper

London, East End, 1888: Ein unheimlicher Killer verübt im Stadtteil Whitechapel eine bis dahin beispiellose Mordserie, der ausschließlich Prostituierte zum Opfer fallen. Er nennt sich selbst "Jack the Ripper". Scotland Yards Chief Inspector Donald Swanson und sein Team werden auf den Fall angesetzt. Doch alle Versuche, Licht ins Dunkel zu bringen, scheitern. Sogar Oscar Wilde und Lewis Carroll geraten in den Dunstkreis der Ermittlungen. Wer ist der perfide Killer? Und warum ordnet der Commissioner von Scotland Yard die Vernichtung von Beweismaterial an? Ist am Ende etwas dran an den Gerüchten, das britische Königshaus selbst habe seine Finger im Spiel?

Robert C. Marley, geboren 1971, ist Autor, Kriminalhistoriker, Goldschmiedemeister und Mitglied des Syndikats - der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren. Seit seiner Jugend liebt er Sherlock Holmes und Agatha Christie und besitzt ein privates Kriminalmuseum. Der Autor lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in einer sehr alten Stadt in Ostwestfalen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 354
    Erscheinungsdatum: 21.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783941408807
    Verlag: Dryas Verlag
    Größe: 2735 kBytes
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Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper

ZWEITER TEIL

Delirium Tremens

Dienstag. Die Blaumäntel für unschuldig befunden. Freigelassen. Abendjournal äußerte den Verdacht, dass die Tat möglicherweise von einem Soldaten verübt worden sein könnte. Fand einen kleinen Trommlerjungen betrunken und hilflos. Schaffte ihn aufs Polizeirevier.
Punch, 22. Sept. 1888, Ein Kriminalbeamten-Tagebuch à la mode

Kapitel 2

Auf dem King's Bench Walk, einer kleinen Straße im Inner Temple, stob der morgendliche Sommerwind bereits abgestorbenes Laub auf und ließ es in munter verspielten Wirbeln über das Pflaster tanzen.

Oben in Nummer 9 befand sich Montague John Druitt in freudiger, ausgelassener Stimmung. Die Wellen dunkler Depression, die in den vergangenen Wochen stetig zugenommen hatten und über seinem Kopf zusammenzuschlagen drohten, hatten sich gelegt.

Erst gestern hatte er noch ernsthaft mit dem verlockenden Gedanken gespielt, dieser ungerechten Welt, die fleißige junge Menschen zu verachten schien und mit Erfolglosigkeit strafte, zu entfliehen. Doch heute Morgen hatte sich etwas ereignet, das ihn erneut Hoffnung schöpfen ließ.

Vor sechs Jahren hatte er - nach anfänglichen Schwierigkeiten mit seinem Vater, der der Meinung war, Juristen seien ein elendes, geldgieriges Pack, das aus dem kriminellen Trieb anderer Gewinne zog - den Berufsweg des Barristers eingeschlagen. Drei lange Jahre hatte er ausschließlich für seine juristischen Lehrbücher gelebt, hatte studiert, gelernt und eine Prüfung bestanden; wieder studiert, wieder gelernt und schließlich noch eine Prüfung mit Erfolg abgelegt. Am 29. April 1885 war er dann mit weichen Knien und in seinen schwarzen Talar gehüllt vor die Mitglieder des Inns getreten und hatte unzählige feuchte Hände geschüttelt. Auf diese Weise war er ein Barrister mit allen Rechten und Pflichten geworden.

Seit dieser Zeit besaß er die Zimmer im Temple, die er eigentlich als Büroräume gemietet hatte, um dort Klienten zu empfangen. Doch die Kanzlei war ein Reinfall gewesen.

Seit Montague John eingesehen hatte, dass er früher oder später verhungern würde, wenn er weiterhin untätig in seinem Büro auf dem King's Bench Walk sitzen und auf Kundschaft warten müsste, hatte er seinen Talar in die hinterste Ecke des Kleiderschrankes verbannt und eine etwas lukrativere Stellung als Hilfslehrer in Blackheath angenommen.

Die Privatschule, in der er seit nunmehr sechs Monaten Englisch und Rechtswissenschaften unterrichtete, war ein schönes Haus im barocken Baustil. Sie befand sich am Eliot Place Nummer 9 und wurde von Mr George Valentine geleitet, einem unangenehmen herrischen Mann, der nicht müde wurde, ihn von morgens bis abends zu kritisieren und ihm vollkommene Unfähigkeit in allen Belangen vorzuwerfen. Dazu kam noch, dass es in Montague Johns Unterrichtsstunden keine Prügelstrafe gab, was zur Folge hatte, dass er damit das gesamte Kollegium gegen sich aufbrachte und der Schulleiter sich gezwungen sah, ihm mit der Kündigung zu drohen. Doch zweiundvierzig Internatsschüler zu bändigen, war keine leichte Sache. Und Montague John hatte sich für ein eher freundschaftliches Verhältnis zu den Knaben entschieden. Auf diese Weise kam er gut mit ihnen zurecht, und wenn eines der Kinder ein Problem hatte, dann war es sicherlich nicht Mr Valentine, zu dem es damit ging.

In gewisser Weise war er froh, dass man ihm wegen des akuten Platzmangels, der dort herrschte, kein eigenes Zimmer in der Schule zugeteilt hatte. So konnte er jeden Nachmittag gegen vier Uhr dem ungeliebten Internatsgebäude den Rücken kehren und einen Zug zurück in die Stadt nehmen.

Jetzt stand er fröhlich pfeifend vor dem Spiegel im Schlafzimmer und pomadisierte sein akkurat in der Mitte gescheiteltes Haar. Neben ihm auf der Kommode lag das Telegramm, das er mit der Morgenpost bekommen hatte und das er wie ein kleines aufgeregtes Kind nicht mehr aus den Augen ließ.

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