text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten Ein viktorianischer Krimi von Marley, Robert C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.05.2014
  • Verlag: Dryas Verlag
eBook (ePUB)
6,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten

London 1893, Gordon Wigfield, ein ehrbarer Goldschmied und Damenfreund wurde in seiner Werkstatt auf bestialische Weise ermordet. Chief Inspector Donald Sutherland Swanson nimmt die Ermittlungen auf. Doch es bleibt nicht bei einer Leiche. Die Nachforschungen führen Swanson schließlich in die höchsten Kreise der Gesellschaft. Welche Rolle spielen Oscar Wilde und sein Geliebter Lord Douglas? Und was weiß Arthur Conan Doyle? Die Karten werden neu gemischt als sich herausstellt, dass der in den Kellern des Londoner Bankhauses Parr am Cavendish Square aufbewahrte 'Blaue Hope-Diamant' eine Imitation ist... Robert C. Marley, geboren 1971, ist Autor, Kriminalhistoriker, Goldschmiedemeister und Mitglied des Syndikats - der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren. Seit seiner Jugend liebt er Sherlock Holmes und Agatha Christie und besitzt ein privates Kriminalmuseum. Der Autor lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in einer sehr alten Stadt in Ostwestfalen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 16.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783941408654
    Verlag: Dryas Verlag
    Serie: Baker Street Reihe Bd.1
    Größe: 1684 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten

ERSTER TEIL

Morgenstund' hat Gold im Mund

Der Himmel über London war klar. Die nebelige Dunstglocke des Vortages hatte sich aufgelöst, und es versprach ein warmer und sonniger Morgen Mitte September zu werden. Es war das Jahr 1893. Jenes Jahr, in welchem die Welt ihr Augenmerk skeptisch auf Neuseeland gerichtet hatte. Man sprach vom Verfall der Moral, man sah sich einer unglaublichen Bedrohung ausgesetzt, man zitterte und schauderte bei dem Gedanken daran, eine Welle weiblicher Gewalt könne amazonenhaft und feministisch auf die heilen Kontinente männlicher Herrschaft schwappen und sie überspülen. Kurzum, die Erde war in ihren Grundfesten erschüttert worden, weil ein abtrünniges Land kapituliert und den Frauen das Wahlrecht zugesprochen hatte. Was dabei herauskam, wenn man dem schwachen Geschlecht zu viele Freiheiten gestattete, war der Kirche seit Adam und Eva hinlänglich bekannt, und als Murray's Magazine in der Montagsausgabe einen Artikel über den steigenden Obstkonsum der britischen Damenwelt (mit dem Titel "Die Vertreibung aus dem Paradies") veröffentlichte, sahen gelehrte Geistliche und bibelfeste Aristokraten bereits den Tag des Jüngsten Gerichts am Horizont heraufdämmern.

Mr Archibald Horne, dem es niemals in den Sinn gekommen wäre, sich als besonders gottesfürchtig zu bezeichnen, faltete, immer noch schläfrig, Murray's Magazine zusammen und sah mit leisem Schrecken zur Obstschale auf dem Frühstückstisch hinüber. Er war viel zu spät aufgewacht, und in seinem Schädel schien ein Sturm zu tosen.

Catherine, seine Frau, die seit gut zwei Jahren ein mehr oder weniger strenges Regiment im Hause Horne führte, wog den Apfel wie ein Wurfgeschoss in der Hand, ehe sie hineinbiss. Zaghaft kauend sah sie Archibald an und lächelte. "Habe ich irgendeinen Ausschlag im Gesicht?" Ihr Lächeln wurde breiter.

"Bitte was?" Ihm wurde plötzlich klar, dass er sie mit großen Augen angestarrt hatte, und er blinzelte hektisch. "Nein, nein. Ich dachte nur gerade an diesen bemerkenswerten Artikel. Frauen seien gefährlich, schreiben sie da. Was meinst du?" Trotz seiner pochenden Kopfschmerzen grinste er verschmitzt.

"Natürlich sind wir gefährlich. Sehr sogar. Und grins nur nicht so." Catherine lächelte und zog die Augenbrauen hoch. "Wir werden ziemlich unterschätzt, weil man uns für schwach und schutzbedürftig hält."

Archibald dachte darüber nach und stimmte ihr zu. "Also dich, Liebes, halte ich sogar für außerordentlich gefährlich. Vielleicht fühle ich mich auch deshalb so hundeelend, weil du mir gestern irgend so ein Gift ins Abendessen gemischt hast."

Begeistert entgegnete sie: "Oh ja! Ich nahm Laudanum und mischte es unter die Erbsen."

"Hoffentlich vergisst du nicht, das Rezept deiner Stiefmutter zu geben, ich glaube, sie kennt es noch nicht." Er warf ihr einen Kuss zu. Vor drei Tagen erst war sie aus den Ferien bei ihr zurückgekommen.

"Ach, mach sie nicht immer so schlecht, Archie. Ich habe sie wirklich sehr gern." Sie schüttelte den Kopf. "Hauptsache, du vergisst nicht, Mr Wigfield um eine Gehaltserhöhung zu bitten. Du weißt, wie sehr wir das Geld brauchen." Jetzt blinzelte sie ihn mädchenhaft an. "Es ist übrigens bereits zwanzig vor acht, mein Lieber."

"Was? Großer Gott!" Archibald warf einen verzweifelten Blick auf seine Taschenuhr, schleuderte die Zeitung auf den Tisch und sprang wie von Nadeln gestochen auf. "Catherine, oh Gott, warum sagst du denn nichts? Ich komme zu spät!" Eine halbe Sekunde später war er in seinen leic

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen