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Je höher die Flut Ein Cornwall-Krimi von Fox, Mary Ann (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.07.2020
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Je höher die Flut

Muffins, Mord und Margeriten. Spätsommer in Cornwall: Bei der großen Tombola des jährlichen Erntedankfestes gewinnt die junge Gärtnerin Mags Blake einen Rundflug über Rosehaven. Sie ist begeistert - bis der Motor plötzlich aussetzt und sie nur knapp einer Katastrophe entgehen. Es stellt sich heraus, dass das Flugzeug manipuliert wurde - nicht der erste Versuch, dem Piloten zu schaden. Haben die Pläne für ein neues Luxusresort etwas damit zu tun? Als dann die Leiche einer bekannten Autorin im Hafen angespült wird, befindet sich Mags schneller, als ihr lieb ist, schon wieder mitten in Mordermittlungen. Ein neuer Fall für die liebenswerteste Ermittlerin Südenglands Mary Ann Fox, Jahrgang 1978, verdiente sich ihr erstes Geld in einer Gärtnerei. Der Liebe wegen ging sie nach dem Studium nach England und arbeitete dort als Fremdenführerin, als Deutschlehrerin und dann im Botanischen Garten in Oxford. Sie arbeitet und lebt mittlerweile in Hamburg- Altona.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 21.07.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841219794
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 2172 kBytes
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Je höher die Flut

1

Mags Blake lehnte sich mit dem Rücken an die kühle Wand der Kirche. Es war heiß, zu heiß für Anfang September in Cornwall. Mit der linken Hand strich sie sich die kurzen Locken von ihrer schweißbedeckten Stirn. Der Haarschnitt war neu und ungewohnt. Trotz aller Krankengymnastik war sie noch nicht in der Lage, ihren rechten Arm höher als zwanzig Zentimeter zu heben. Was das gewohnte Bändigen ihrer Haare mit einem Gummiband unmöglich machte. So hatte sie in einem Moment der Wut über ihre Verletzung frustriert zur Schere gegriffen. Zu einer Küchenschere. Mit der linken Hand. Das Ergebnis war ziemlich abenteuerlich gewesen.

Miss Clara, ihre Vermieterin und enge Vertraute, hatte Mags nach einem kritischen Blick die Baseballkappe vom Kopf gezogen. Und sie dann ohne eine Chance auf Widerstand umgehend zum Friseur geschleppt. Miss Clara konnte für ihre Größe und ihr Alter ziemlich resolut sein.

Mrs Kleins Friseur- und Schönheitssalon war wie ein Großteil von Mags' Heimatdorf Rosehaven an der Küste Cornwalls scheinbar in der Zeit stehengeblieben. In Mrs Kleins Fall irgendwo zwischen den fünfziger und achtziger Jahren: Trockenhauben, Stühle und die Rahmen der Spiegel waren in Altrosa und Gold gehalten, die Wände zierte eine Tapete in einem türkisen Rautenmuster, die regelmäßig durchbrochen wurde von Postern gewaltiger Aufsteckfrisuren und Föhnponys. Es roch immer nach Blondiercreme, Haarspray und Kaffee. Mags hatte sich schon bei ihrem letzten Besuch gefragt, wie stark der Kaffee in der alten Maschine zwischen den Lockenwicklern und riesigen Haarföhnen wohl sein musste, um mit seinem Geruch gegen die ganze Chemie anzukommen. Sie hatte ihn sicherheitshalber nicht probiert.

Doch Mrs Klein, groß, drahtig, mit zu blonden und zu hoch toupierten Haaren, verstand ihr Handwerk. Nach einer Stunde verließ Mags unter Miss Claras zufriedenem Blick den Salon mit einer praktischen und pfiffigen Kurzhaarfrisur und der strikten Anweisung, nie wieder eine Schere in die Hand zu nehmen, es sei denn, es handelte sich um eine Gartenschere.

Mags seufzte und griff sich an die rechte Schulter. Wie gerne würde sie wenigstens das tun. Aber auch hier war sie auf Hilfe angewiesen. Vor fast vier Jahren hatte sie ihre eigene Firma ins Leben gerufen, den Evergreen Gartenservice . Sie legte neue Gärten an und kümmerte sich um schon bestehende. Dabei hatte sie sich auf die Gärten der vielen Ferienhäuser und Wochenendcottages spezialisiert. Der Laden lief - und war ihr ganzer Stolz. Seit dem ersten Tag hatte sie in jeden ihrer Aufträge eine Menge Arbeit gesteckt. Bis zu jenem Abend im April. Als sie sich, um Schlimmeres zu verhindern, während der Fahrt in ihrem Transporter gegen den Mann am Steuer geworfen hatte. Gegen den Mann, der ihren Vater getötet hatte. Und den ihre Mutter so gefürchtet haben musste, dass sie ihre Familie verlassen hatte. Und bis heute nicht zurückgekehrt war.

Zynischerweise hatte er bei dem Unfall kaum Verletzungen davongetragen. Er saß im Gefängnis und schwieg. Mags mochte nicht an ihn denken. Und wachte doch oft nachts schweißgebadet mit seinem Gesicht vor Augen auf.

Ihr selbst hingegen war bei dem Aufprall ihr rechter Arm fast aus dem Gelenk gerissen worden, das Schultergelenk kompliziert gebrochen. Aber sie hatte überlebt.

Ihr Arm wurde besser. Das versicherten ihr alle, immer und immer wieder. Nur schien es ewig zu dauern. Und Mags wollte nicht mehr warten.

Die kühle Mauer in ihrem Rücken war eine Wohltat. Rund um die Kirche waren Stände aufgebaut, an denen Händler und Kunsthandwerker aus ganz Cornwall ihre Waren anboten. Heute war der zweite und letzte Tag des großen Rosehavener Herbstmarktes. Jedes Jahr im September zog der Harvest Market mit seinen Ständen und der kleinen Bühne am Hafen Touristen und Einheimische in Mags' kleines Heimatdorf.

Der Markt fand mittlerweile seit dreißig Jahren statt und war stetig gewachsen. Von einem lokalen klei

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