text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Jerry Cotton - Folge 3131 Die Zombie-Droge von Cotton, Jerry (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.06.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
1,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Jerry Cotton - Folge 3131

Mich erreichte ein dringender Anruf aus der Justizvollzugsanstalt von Rock Hill, South Carolina. Der Häftling Jim Young, den ich vor Jahren wegen Mordes verhaftet hatte, lag im Sterben. Young litt an Krebs und behauptete, einen Mittäter gehabt zu haben, der äußerst gefährlich sei: Brady, ein Drogendealer, der das ganze Land vergiften wolle! Mehr als einen Namen bekam ich aus Young nicht heraus, dann fiel er ins Koma und starb kurze Zeit später. Und es dauerte nicht lange, bis sich die Ereignisse überschlugen ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 20.06.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732548989
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Jerry Cotton .3131
    Größe: 747 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Jerry Cotton - Folge 3131

Es war heiß in South Carolina, aber davon war in der Krankenabteilung des Rock Hill Prison nichts zu merken. Eine Klimaanlage sorgte dafür, dass sich der penetrante Geruch von Desinfektionsmitteln überall verbreitete. Phil und ich saßen auf einer Metallbank, die am Boden festgeschraubt war. Zu beiden Seiten des Ganges befanden sich Sicherheitstüren, außerdem gab es eine umfassende Kameraüberwachung.

Ein Krankenpfleger mit Bodybuilder-Figur schob einen Patienten im Rollstuhl vor sich her. Der Gefangene trug einen orangefarbenen Overall, Handschellen und Fußfesseln. Die Häftlinge in diesem Teil der Strafanstalt waren krank, hatten aber ausnahmslos schwerste Verbrechen begangen. Die meisten von ihnen waren Mörder.

"Ich frage mich, was Jim Young uns zu sagen hat", murmelte Phil.

"Ja, und warum er zehn Jahre lang damit gewartet hat", stimmte ich zu. "Er hätte sein Gewissen schon erleichtern können, als wir ihn damals verhaftet hatten."

Es war fast auf den Tag ein Jahrzehnt her, seit Young in die Mündung meiner Dienstwaffe geblickt und sich ergeben hatte. Der Verbrecher hatte zu einer Gang gehört, die damals die gesamte Ostküste mit billigen Drogen überschwemmt und rivalisierende Banden mit schweren Waffen bekämpft hatte.

Phil und ich waren seinerzeit einigen Hinweisen nachgegangen und hatten Young in einer Autowerkstatt in der South Bronx stellen können. Verurteilt worden war er letztlich in South Carolina, weil er dort die meisten seiner Straftaten begangen hatte.

Und am Vormittag waren wir von Washington aus hierhergeflogen, weil Young sich mir angeblich anvertrauen wollte. Es gab keine andere Person beim FBI oder dem Police Department, mit der er zu sprechen bereit war.

Wir warteten bereits eine Viertelstunde, als ein Glatzkopf im weißen Kittel auf uns zutrat. Er stellte sich als Dr. Tremaine vor. Phil und ich nannten ebenfalls unsere Namen und zeigten unsere Dienstausweise.

"Sie haben bei mir angerufen, nicht wahr?", vergewisserte ich mich.

Der Mediziner nickte. "Richtig, Inspektor Cotton. Ich behandele Jim Young seit längerer Zeit. Unter uns gesagt ist es ein Wunder, dass er noch lebt. Der Patient leidet an Lungenkrebs, die Metastasen verbreiten sich immer weiter in seinem Körper. Wir können nicht mehr viel für ihn tun. Wir lindern seine Schmerzen mit Betäubungsmitteln, das ist alles."

"Wenn Young unter dem Einfluss von Opiaten steht, inwieweit kann man seinen Aussagen überhaupt trauen?", hakte ich nach.

Der Arzt machte eine hilflose Geste. "Das lässt sich schlecht einschätzen. Gerichtsverwertbar sind seine Worte sicher nicht."

Trotzdem wollte ich mir anhören, was Young zu sagen hatte. Es war nicht meine Art, einem Sterbenden den letzten Wunsch zu verwehren. Außerdem konnte es immerhin möglich sein, dass der Verbrecher einen brauchbaren Tipp für uns hatte.

Young war kein kleiner Fisch, auf sein Konto gingen drei Morde. Eigentlich hatte man ihn schon vor Jahren zum Tode verurteilt. Allerdings zog sich die Vollstreckung hin, weil sein Anwalt immer wieder versucht hatte, aufgrund von Verfahrensfehlern den Prozess neu aufzurollen.

Für Phil und mich gab es keine Zweifel an Youngs Schuld. Wir hatten seine Opfer gesehen, und sein Geständnis war glaubhaft gewesen. Es war Ironie des Schicksals, dass Young durch seine Krankheit vor der Giftspritze bewahrt werden würde.

Dr. Tremaine führte uns in das vergitterte Krankenzimmer des Mörders.

Im ersten Moment hätte ich Young beinahe nicht wiedererkannt. Er lag im Bett und war fast so bleich wie seine Decken. Der Verbrecher musste stark an Gewicht verloren haben. In seinem rechten Arm steckte eine Kanüle, die durch einen Schlauch mit einem Infusionsbeutel verbunden war. Auf diese Weise bekam er offenbar Schmerzmittel.

Young war ein Weißer mit dunklen Augen. Sein Haar war vor zehn Jahren schon schütter gewesen, jetzt hatte man ihm den Schädel kahlrasie

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen