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Juister Perlen. Ostfrieslandkrimi von Jorritsma, Sina (eBook)

  • Verlag: Klarant
eBook (ePUB)
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Juister Perlen. Ostfrieslandkrimi

Am Tag der Abreise kehrt der Juist-Urlauber Jasper Hartmann noch einmal in das Ferienhaus zurück, da seine Frau ihre wertvollen Perlenketten vergessen hat. Wenig später wird er bewusstlos aufgefunden und seine Frau Doris liegt erstochen am Juister Hammersee. Die Inselkommissare Antje Fedder und Roland Witte stehen vor einem rätselhaften Fall. Gibt es zwischen den beiden Ereignissen überhaupt einen Zusammenhang? Und wo stecken die Perlenketten, die als außergewöhnliche Erbstücke einen Wert von mehr als 20.000 Euro besitzen? Der dubiose Ferienhaus-Vermieter Freerk Agena gerät unter Verdacht. Aber auch könnte ein beruflicher Konkurrenzkampf auf der idyllischen Nordseeinsel eskaliert sein: Doris Hartmann war Immobilienmaklerin, und rein zufällig befindet sich ihre härteste Konkurrentin gerade ebenfalls auf Juist...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783965862685
    Verlag: Klarant
    Größe: 360 kBytes
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Juister Perlen. Ostfrieslandkrimi

Kapitel 1

 

Die Juister Inselpolizisten Antje Fedder und Roland Witte hatten soeben ihre tägliche Routinefahrt begonnen, als eine Frau wild winkend und die Klingel betätigend auf sie zu geradelt kam. Antje brachte ihr eigenes Zweirad vor dem Schiffchenteich am Kurplatz zum Stehen. Sie runzelte die Stirn.

»Das ist ja Wiebke. Es muss etwas Außergewöhnliches geschehen sein. So aufgeregt habe ich sie noch nie erlebt.«

Bevor Roland etwas erwidern konnte, erreichte die Frau die beiden Beamten.

»Ihr müsst sofort mitkommen!«, rief sie. »Ich habe einen Toten gefunden!«

»Wo denn?«, wollte Antje wissen.

»In der Störtebekerstraße - in einem der Häuser, die ich putze. Los, folgt mir!«

Mit diesen Worten wendete die Melderin ihr Rad und sauste in die Richtung, aus der sie gekommen war. Antje kannte Wiebke Michels' genaues Alter nicht, doch sie war gewiss schon über fünfzig. Die drahtige kleine Frau mit der grauen Duttfrisur und dem blauen Perlonkittel legte ein beachtliches Tempo vor. Die schwere körperliche Arbeit schien sie fit zu halten.

Die Störtebekerstraße befand sich im Juister Ortsteil Loog. Sie wurde geprägt durch viele kleine Friesenhäuser aus roten Backsteinen, von denen etliche als Feriendomizile vermietet wurden. Vom Kurplatz aus benötigte man dorthin mit dem Fahrrad nur fünf oder sechs Minuten. Auch die Polizei war auf der kleinen Ostfriesischen Insel mit dem Rad unterwegs, denn außer den PKWs der Ärzte und einer Ambulanz gab es keine Autos auf dem »Töwerland«.

Das Ferienhaus, vor dem Wiebke nun anhielt, verfügte über einen Vorgarten mit Heckenrosen, der nicht viel größer als ein Badehandtuch war. Neben der offen stehenden Eingangstür parkte ein Radanhänger mit Reinigungsutensilien. Die Inselpolizistin deutete auf das Gefährt.

»Das sind deine Sachen, nicht wahr?«

Die Putzfrau nickte. Sie wirkte verkrampft, was Antje gut nachvollziehen konnte. Der Anblick einer Leiche bringt die meisten Menschen aus der Fassung. Sogar dann, wenn der Tote nicht grässlich entstellt ist. Noch wussten die Inselpolizisten nicht, welcher Anblick sie im Hausinneren erwarten würde.

Roland wandte sich an Wiebke. »Wo genau liegt der Körper?«, wollte der dunkelhaarige Kommissar wissen.

»Im Wohnzimmer, das geht links vom Flur ab«, lautete die Antwort. Wiebkes Stimme war belegt. Die Reinigungskraft konnte keinem der beiden Polizisten in die Augen sehen. Sie starrte zu Boden und schien sich ganz und gar nicht wohl in ihrer Haut zu fühlen. Antje konnte sich nicht erinnern, Wiebke jemals so blass gesehen zu haben. Die ältere Frau hielt sich viel an der frischen Luft auf, und entsprechend gesund war normalerweise ihre Gesichtsfarbe.

Doch an diesem Septembermorgen schien alles anders als üblich zu sein. Antje deutete auf die Tür.

»Hast du das Haus offen gelassen?«

»Ich weiß nicht ... ich glaube schon. Als ich den Toten sah, bin ich sofort wieder nach draußen gestürmt, habe den Anhänger abgekoppelt und mich auf das Rad geschwungen. Ich hatte Angst, dass der Mörder noch da sein könnte.«

Die Inselpolizistin nickte und legte die Hand auf den Griff ihrer Dienstwaffe. »Alles klar, Wiebke. Du bleibst hier draußen, wir gehen rein.«

Die Putzfrau nickte. Sie schien nicht darauf erpicht zu sein, das Haus noch einmal zu betreten. Antje stieß mit ihrer Schuhspitze die angelehnte Tür ganz auf.

»Hier ist die Polizei!«, rief sie laut. Sie blieb lauschend im Flur stehen. Der Kokosläufer unter ihren Sohlen knisterte ein wenig, ansonsten waren keine Geräusche zu hören - abgesehen natürlich vom Kreischen der Möwen und dem Hufgetrappel eines Pferdefuhrwerks auf der nahe gelegenen Billstraße. Doch solche Töne gehörten so selbstverständlich zu Juist, dass sie kaum noch darauf achtete. Die Inselpolizistin bewegte sich langsam vorwärts, wobei sie ihre Blicke schweifen ließ.

Der Korridor war hell tapeziert und mit eini

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