text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Jungferntanz Kommissar Kattenstrohts siebter Fall von Boer, Hans-Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2013
  • Verlag: Landwirtschaftsverlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Jungferntanz

Es sollte ein ausgelassenes Wochenende unter befreundeten Lehrerinnen im Landhaus Bockhorst an der Brinke werden. Man wollte dort das Wochenende verbringen mit Entspannung, gemeinsamen Kochen und Singen. Doch als am Sonntagmorgen eine der Frauen beim Frühstück fehlt, wird sofort die Polizei in Gestalt von Münsters Kommissar Kattenstroht alarmiert. Und tatsächlich: Kurz darauf wird eine weibliche Leiche im Revier eines Waidmanns gefunden. Die Ermittlungen in dem Fall sind dieses Mal äußerst mühsam. Sollte es sich hier tatsächlich um einen perfekten Mord handeln? Das können Kommissar Kattenstroht und Assistent Tim Schap natürlich nicht auf sich sitzen lassen!

Hans-Peter Boer wurde 1949 im münsterländischen Nottuln geboren. Nach Abitur und Studium der Germanistik und Geschichte trat er 1972 in den Schuldienst ein. Zahllose Veröffentlichungen zur Kultur, Geschichte und Landeskunde des Münsterlandes folgten. Neben der Arbeit als erfolgreicher Autor ist Hans-Peter Boer seit Sommer 2007 Kulturdezernent der Bezirksregierung Münster. Er lebt mit seiner Familie in Nottuln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 184
    Erscheinungsdatum: 01.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783784390642
    Verlag: Landwirtschaftsverlag
    Größe: 464kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Jungferntanz

D er Polizeiposten Stockhem hatte sich an diesem ungemütlichen Sonntagnachmittag gerade auf seine Couch zurückgezogen, um mit Hilfe seiner Sportzeitung in ein hoffentlich gesundes Mittagsschläfchen zu verfallen. Prompt ging das Telefon, und die Einsatzzentrale aus der Kreisstadt erinnerte Ritzmann daran, dass er Rufbereitschaft hatte: "Wir haben so eine merkwürdige Vermisstenmeldung aus einer Frauengruppe. Die kommt von Haus Bockhorst, das liegt ja da bei Ihnen in den Rodorper Bergen. Normalerweise lassen wir Vermisstenmeldungen erst mal 24 Stunden reifen, aber hier scheint Hektik aufzukommen. Fahren Sie bitte mal raus, und beruhigen Sie die Damen ein bisschen. Wir hatten das Gefühl, dass da ein ziemlicher Aufstand ist."

Wenige Minuten später hatte sich Ritzmann in seinem Dienstwagen auf den Weg gemacht. Noch vor Rodorpe hatte er die Kreisstraße verlassen und war auf einen kleinen Interessentenweg ausgewichen, der ihn schnurstracks von Norden her auf die Rodorper Berge zu und über einige Serpentinen hinauf zum Haus Bockhorst führte. Der Polizist lenkte den Wagen demonstrativ auf die rückwärtige, herrschaftlich breite Auffahrt. Die Rosenstöcke des Rondells, die im Sommer und Herbst jeden Besucher in Erstaunen und Freude versetzten, standen jetzt kahl, größtenteils waren sie in Jutegewebe eingehüllt. Die Bockhorster Höhe war gegenüber dem südlich vorgelagerten Brinketal eher frostgefährdet.

Aus der symmetrisch gegliederten Rückfront der neoklassizistischen Villa ragte ein auf vier Säulen ruhender Altan hervor, unter dem eine malerisch gestaltete Freitreppe mit ausladenden Stufen und niedrigem geschwungenen Geländer aus schwerem Schmiedeeisen die Eintretenden empfing. Ritzmann wurde schon erwartet, offensichtlich hatte man im Haus das vorfahrende Polizeiauto registriert. Zwei Frauen mittleren Alters, beide in weite, bunte Trainingsanzüge gekleidet, eilten schon die Stufen hinab dem Beamten entgegen: "Gut, dass Sie endlich da sind!", rief die eine - und: "Es ist ja so fürchterlich!", rief die andere!

Ritzmann begab sich angesichts des aufgeregten Engagements der Damen erst einmal in die Defensive; er stellte sich ihnen vor, zog entgegen seiner Gewohnheit - eigentlich kannte ihn zwischen Stockhem und Kerkhövel jedes Kind - seinen Dienstausweis heraus und bemühte sich - zunächst erfolglos - darum, Ruhe zu schaffen. Entschieden schritt er die Treppe hoch und auf das Portal zu, während die Damen von rechts und links beständig auf ihn einredeten. In der Türöffnung standen drei weitere Frauen, ebenfalls in Trainingsanzüge gekleidet, und sahen dem Ankömmling gespannt entgegen. Gemeinsam betrat die Gruppe nun das malerische Vestibül von Haus Bockhorst, das sich mit seinen edlen Marmorböden, Wandvertäfelungen und klassischen Tapeten vornehm präsentierte. Über die doppelläufige Treppe rechts und links, die auf eine Galerie hinaufführte, eilten nun drei weitere Frauen hinab: zwei auf der einen, die Dritte, zunächst unschlüssig, welchen Treppenlauf sie wählen sollte - auf der anderen Seite.

So sah sich der wackere Ordnungshüter einer achtköpfigen Frauentruppe gegenüber, deren innere Ordnung sich ihm trotz jahrelanger Erfahrung im Umgang mit Menschen nicht sofort erschloss: Alle redeten durcheinander. Schließlich setzte sich eine ältere Dame durch, die zunächst zurückhaltend, dann aber kopfschüttelnd an der Treppe stehen geblieben war: "Jetzt mal Ruhe, Ladys! Ich schlage vor, wir gehen in den Gartensaal. Da ist Platz genug, und wir können uns in Ruhe mit dem Beamten unterhalten. Gestatten: Gildehaus, Sophia Gildehaus. Ich war früher Konrektorin an unserer Schule. Wir machen einen Stuhlkreis, geben den Sprechstein rein, und es redet nur der, der ihn in der Hand hält."

Ritzmann hatte den heiter-ironischen Unterton im Beitrag der Frau Gildehaus zunächst nicht wahrgenommen. Aber der Vortrag wirkte. Immerhin schien diese Dame eine gewisse Autorität zu genießen, denn das Gesch

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen