text.skipToContent text.skipToNavigation

König der Straße von Bartlett, Nigel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.07.2016
  • Verlag: Albino
eBook (ePUB)
14,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

König der Straße

Als sein elfjähriger Neffe eines Tages plötzlich verschwindet, gerät David ins Fadenkreuz der Ermittler. Um seine Unschuld zu beweisen, bleibt ihm keine andere Wahl: Er selbst muss die Spur des verschollenen Jungen verfolgen. Seine Reise führt ihn an Orte, die er nie besuchen wollte, lässt ihn Dinge tun, die er nie für möglich gehalten hätte, und macht ihn zum einsamen Jäger der Wahrheit -- zum König der Straße. Ein packender Roadtrip und ein ergreifender Roman über die Suche nach einem geliebten Menschen.

Nigel Bartlett arbeitete als Redakteur für große australische Magazine wie 'GQ Australia' oder 'Inside Out'. Mittlerweile ist er freiberuflicher Autor und Journalist für verschiedene Print- und Onlinemedien. Nach einem Master-Abschluss in Creative Writing an der University of Technology in Sydney, den er 2012 erhielt, liegt mit 'König der Straße' nun sein erster Roman vor. Bartlett lebt und arbeitet in Sydney.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 21.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959851886
    Verlag: Albino
    Größe: 1458 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

König der Straße

KAPITEL 2

SONNTAG

Detective Sergeant Greenwood steht mitten in meinem Wohnzimmer und sieht sich um. Er hat mich bereits gefragt, wie lange ich hier wohne, und ich warte darauf, dass er jetzt "Wirklich schöne Wohnung haben Sie" sagt.

"Mein Bruder hat auch so eine Wohnung", sagt er stattdessen. "Er mag das. Muss man nicht viel zur Instandhaltung machen."

Er sieht mich an, und ich frage mich, welche Schlüsse er aus meiner Umgebung, meinem Lebensumfeld zieht. Ich traue ihm zu, in mein Arbeitszimmer zu gehen, in dem Andrew immer übernachtet, und dort meine Unterlagen zu durchwühlen. Oder meinen Computer anzuschalten, um zu sehen, was ich auf dem Desktop habe. Mein Herz schlägt schneller.

Vicky und Cam waren schon hier, ebenso wie Mum und Dad. Sie sind wieder alle in Longueville und hoffen auf Neuigkeiten. Irgendwelche Neuigkeiten. Hier konnten sie nichts mehr tun, nachdem wir die ganze Nacht darauf gewartet hatten, dass das Telefon klingelt. Vorher hatten sie mich und die Polizei angeschrien, keine vernünftigen Antworten auf ihre Bitten und Forderungen bekommen und bei der Suche auf den Straßen meines Viertels nichts gefunden. Wir sind alle hundemüde und ausgelaugt und gleichzeitig aufgeputscht von Adrenalin und Angst.

Ich setze mich auf meinen Sessel, und Greenwood nimmt auf dem Sofa Platz, wobei er seine Anzugshosen an den Knien hochrafft. Ich glaube nicht, dass schon einmal jemand in einem Anzug auf diesem Sofa gesessen hat. Ich bin überrascht, dass ein Sergeant sich für einen Vermisstenfall interessiert - positiv überrascht. Das heißt, dass die Polizei sich wirklich um die Sache kümmert.

Sein Partner, Detective Constable Fahd, bleibt neben der Tür stehen. Ich merke, dass er mich ansieht, aber es erscheint mir irgendwie unpassend, ihm auch einen Sitzplatz anzubieten.

Greenwood greift in seine Jacketttasche und nimmt ein Notizbuch und einen Stift heraus.

"Als Single würde ich mir wohl auch so eine Wohnung nehmen", sagt er. Smalltalk? Bei einem derartigen Anlass? Ich gebe keine Antwort darauf, und er fährt fort.

"Ich würde gern noch mal ein paar Dinge mit Ihnen durchsprechen, David."

"Haben Sie denn immer noch nichts gehört?", frage ich, und zwar schon zum zweiten Mal. Natürlich hat er nichts gehört. Ansonsten säße er wohl kaum hier und würde meine Lebensumstände kommentieren. Aber ich muss herausfinden, ob sie irgendeine Spur haben.

Er lächelt dieses tröstlich gemeinte Lächeln, das man immer dann sieht, wenn andere Menschen Mitleid haben, aber nicht wissen, was sie sagen sollen. "Wir tun unser Bestes." Er fährt fast ohne Pause fort: "Also, meine Kollegen haben viele dieser Punkte schon gestern Abend mit Ihnen besprochen", sagt er, wie um einer Beschwerde vorzugreifen, "aber manchmal tauchen Erinnerungen wieder auf, kommen wieder an die Oberfläche, zum Beispiel wenn man ein paar Stunden gut geschlafen hat."

Greenwood richtet seinen Blick vom Teppich auf meine Augen. Ich habe alles andere als gut geschlafen. Sieht er das denn nicht? Und das soll ein Ermittler sein?

Ich nicke. Weiter.

"Können Sie noch mal schildern, was geschehen ist, nachdem Sie vom Strand heimgekommen sind?", fragt er.

Ich seufze und sammle meine Gedanken. Ich rufe mir die Ereignisse des gestrigen Abends ins Gedächtnis und gebe mir Mühe, nichts auszulassen. Greenwood macht sich dabei Notizen und unterbricht mich ab und zu, um nachzuhaken - wann genau kamen Brett und Gina nach Hause, in welchen Straßen rannte ich auf der Suche nach Andrew herum, wie sah die Frau aus, mit der ich an der Bushaltestelle sprach. Fahd schaut von der Seite zu und sagt nichts.

"Also, Andrew traf Lewis gestern Abend nicht an, und sein Handy ist nicht hier", sagt Greenwood, als ich fertig bin. Er spricht das 's' undeutlich aus; ich frage mich, ob das an seinem weißen Schnurrbart liegt, der wie ein Vorhang über seiner Oberlippe hängt. "Hat Andrew je erwä

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen