text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Königin des Südens Thriller von Pérez-Reverte, Arturo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.02.2016
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Königin des Südens

Pérez-Revertes Welterfolg über den mexikanischen Drogenkrieg Als das Telefon klingelt, ist ihr klar, dass man sie töten will. Bis zu dem Moment lebte Teresa Mendoza das leichte Leben in der Sonne von Culiacán, immer an der Seite ihres Freundes, der fürs Juárez-Kartell Koks über die Grenze fliegt. Doch der ist jetzt tot, und Teresa muss mit dem, was sie von ihrem alten Leben in eine Tasche stopfen kann, verschwinden. Sonst liegt sie schon morgen neben anderen Leichen in der mexikanischen Wüste. Eine jahrelange Flucht beginnt, und Teresa verwandelt sich von der unschuldigen Schönheit aus der Provinz in eine Frau, die jeder fürchtet ... Königin des Südens ist ein temporeicher Thriller über den Aufstieg einer kompromisslosen Frau. Auf überwältigende Weise lässt Arturo Pérez-Reverte die dunkle Wirklichkeit Mexikos lebendig werden. Und am Ende steht ein Pageturner über Gewalt, Sehnsucht und Verrat am gefährlichsten Ort der Welt. Arturo Pérez-Reverte, geboren 1951 im spanischen Cartagena, ist einer der erfolgreichsten Autoren Spaniens. Sein Werk wurde in 41 Sprachen übersetzt, sein Roman Der Club Dumas ist ein Weltbestseller und wurde von Roman Polanski mit Johnny Depp in der Hauptrolle unter dem Titel Die neun Pforten verfilmt. Arturo Pérez-Reverte arbeitete 21 Jahre als Kriegsreporter. Seit 2003 ist er Mitglied der Real Academia Española.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 546
    Erscheinungsdatum: 08.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518742761
    Verlag: Suhrkamp
    Originaltitel: La Reina del Sur
    Größe: 5157 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Königin des Südens

2
Die Gesetzeshüter haben sie gesehen, aber kalte Füße gekriegt

Ich erwähnte bereits, dass ich zu Beginn meiner Recherchen Culiacán, die Hauptstadt von Sinaloa, besucht hatte, einige Monate bevor ich Teresa Mendoza persönlich kennen lernte. Dort, wo der Drogenhandel sich schon seit langem nicht mehr im Verborgenen abspielt, sondern zu einer sozialen Realität geworden ist, haben ein paar gut platzierte Dollarscheine mir Rückendeckung in den einschlägigen Kreisen gegeben; einem neugierigen Fremden ohne verlässliche Bürgschaft kann es sonst durchaus passieren, eines Morgens mit einer Kugel im Kopf im Humaya oder im Tamazula zu treiben. Ich gewann dort auch zwei gute Freunde: Julio Bernal, Kulturbeauftragter der Stadt, und den sinaloensischen Schriftsteller Élmer Mendoza, dessen glänzende Romane Un asesino solitario und El amante de Janis Joplin ich zur Einstimmung gelesen hatte. Es waren vor allem Élmer und Julio, die mich durch das lokale Labyrinth führten; keiner von beiden hatte persönlichen Kontakt mit jener Teresa Mendoza vom Anfang dieser Geschichte gehabt- sie war zu der Zeit ein Niemand gewesen-, aber sie kannten den Güero Dávila und andere Persönlichkeiten, die auf die ein oder andere Weise damals die Fäden gezogen hatten. So fand ich einen guten Teil dessen heraus, was ich jetzt weiß. In Sinaloa ist alles eine Frage des Vertrauens; in einer so gnadenlosen, komplexen Welt sind die Regeln einfach und lassen keinen Irrtum zu. Man wird jemandem von einem Freund vorgestellt, dem dieser jemand vertraut, und damit vertraut er auch dir, weil der andere für dich bürgt. Wenn später irgendetwas schiefläuft, bezahlt der Bürge mit dem Leben und du auch. Peng, peng. Die Grabsteine auf den Friedhöfen im Nordwesten Mexikos sind voller Namen von Leuten, denen irgendjemand irgendwann einmal vertraut hat.

Eines Abends im verqualmten Don Quijote, wo wir bei Musik Bier und Tequila tranken, nachdem wir den unanständigen Witzen des Komikers Pedro Valdez zugehört hatten- vor ihm war der Bauchredner Enrique mit seiner zugekoksten Puppe Chechito aufgetreten-, beugte sich Élmer über den Tisch zu mir und zeigte auf einen korpulenten dunkelhaarigen Mann mit Brille und einem Drink in der Hand, umringt von einer Gruppe jener Typen, die ihre Blousons und Fliegerjacken immer anlassen, als wäre ihnen überall zu kalt; sie trugen Stiefel aus Schlangen- oder Straußenleder, verzierte Ledergürtel zu tausend Dollar das Stück, Stetsons, Baseballkappen mit dem Abzeichen der Tomateros de Culiacán und viel dickes Gold um Hals und Armgelenke. Wir hatten sie aus zwei Ram Charger aussteigen und die Bar betreten sehen, als würde sie ihnen gehören, ohne dass der Türsteher, der sie ehrerbietig begrüßte, auf der üblichen Formalität bestanden hätte, sie wie alle anderen Gäste abzutasten.

"Das ist César Batman Güemes", sagte Élmer leise. "Ein berühmter Narco."

"Hat er eigene Corridos?"

"Ein paar", lachte mein Freund und verschluckte sich fast. "Er hat den Güero Dávila umgelegt."

Mit offenem Mund schaute ich mir die Gruppe an: dunkle Gesichter, harte Züge, viel Schnurrbart und offensichtliche Gefahr. Sie waren zu acht, standen dort vielleicht seit einer Viertelstunde und hatten einen Vierundzwanzigerpack Bierdosen geleert. Jetzt hatten sie gerade zwei Flaschen Buchanan's und zwei Remy Martin bestellt, und die Tänzerinnen kamen zu ihnen herunter, wenn sie die Tanzfläche verließen, was sonst im Don Quijote nicht üblich war. Eine Gruppe blond gefärbter Homosexueller- zu später Stunde wurde die Bar zu einem Treffpunkt der Gay-Szene, und beide Milieus vermischten sich ohne Probleme- warf ihnen vom Nebentisch bedeutungsvolle Blicke zu. Der besagte Güemes lächelte auf sehr machohafte Art ironisch zurück und rief dann den Kellner, um ihre Drinks zu übernehmen. Ein friedliches Miteinander.

"Woher weißt du das?"

"Ga

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen