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Kakerlaken / Rotkehlchen Zwei Kriminalromane von Nesbø, Jo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.06.2016
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Kakerlaken / Rotkehlchen

Zwei Kriminalromane in einem Band! Harry Hole ermittelt im Bundle ...

Kakerlaken:
In Bangkok wurde der norwegische Botschafter ermordet. Kommissar Harry Hole soll die thailändische Polizei unterstützen und taucht tief ein in die Unterwelt einer Stadt, in der Moral und Gesetz keine Rolle spielen. Dabei findet er mehr über den Ermordeten heraus, als seinen Vorgesetzten lieb ist.

Rotkehlchen:
Als der norwegische Staatsschutz Hinweise auf ein geplantes Attentat auf den Thronfolger erhält, beginnt für Harry Hole ein Alptraum aus Lügen und Verrat. Die Spur der Verdächtigen führt in das dunkelste Kapitel norwegischer Vergangenheit: Eine Gruppe von Nazikollaborateuren hat im Untergrund ihr verhängnisvolles Netz gewoben, und Harry sieht sich mit einer mörderischen Intrigen und Verblendung konfrontiert.

Jo Nesbø, 1960 geboren, ist Ökonom, Schriftsteller und Musiker. Er gehört zu den renommiertesten und erfolgreichsten Krimiautoren weltweit. Die Hollywood-Verfilmung seines Romans Schneemann wurde von Martin Scorsese produziert. Jo Nesbø lebt in Oslo.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 896
    Erscheinungsdatum: 17.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843713474
    Verlag: Ullstein
    Größe: 1604kBytes
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Kakerlaken / Rotkehlchen

K APITEL 2

"Nationaltheater", verkündete eine nasale, schlaftrunkene Stimme durch die Lautsprecher, ehe sich die Straßenbahntüren klappernd öffneten und Dagfinn Torhus in den kalten, rauen und gerade erst angebrochenen Wintermorgen trat. Die Luft schmerzte auf seinen frisch rasierten Wangen und im Schein von Oslos sparsamer Neonbeleuchtung sah er seinen eigenen Atem.

Es war die erste Januarwoche, und er wusste, dass das Wetter im Laufe des Winters immer besser wurde, weil dann der Fjord vereist und die Luft trockener war. Er ging über den Drammensvei in Richtung Außenministerium. Ein paar einsame Taxis fuhren an ihm vorbei, doch ansonsten waren die Straßen leer. Die riesige Reklameuhr, die sich rot vom schwarzen Winterhimmel abhob, zeigte eben erst sechs Uhr.

Vor der Tür nahm er seine Zugangskarte heraus. "Position: Verwaltungschef" stand über dem Bild eines zehn Jahre jüngeren Dagfinn Torhus, der mit vorgerecktem Kinn und zielstrebigem Blick durch seine Stahlbrille in die Kamera starrte. Er zog die Karte durch das Lesegerät, tippte den Code ein und drückte die schwere Glastür der Victoria-Terrasse auf.

Nicht alle Türen hatten sich so leicht öffnen lassen, seit er vor bald dreißig Jahren als 25-Jähriger hierhergekommen war. Auf der "Diplomatenschule", dem Anwärterkurs für das Auswärtige Amt, war er mit seinem breiten Østerdals-Dialekt und seiner ländlichen Art bei den Großstadtyuppies oft angeeckt. Die anderen Anwärter waren Politologen, Wirtschaftswissenschaftler und Juristen, deren Eltern Akademiker oder Politiker waren, wenn sie nicht selbst zum ministeriellen Adel des Auswärtigen Amtes gehörten, in den ihre Nachkömmlinge nun aufsteigen wollten. Er war ein Bauernsohn mit einem Examen der landwirtschaftlichen Hochschule in Ås. Nicht dass ihm das selbst so viel bedeutete, aber er wusste, dass die richtigen Freunde für die weitere Karriere von großer Bedeutung waren. Während sich Dagfinn Torhus die gesellschaftlichen Gepflogenheiten einhämmerte, versuchte er, seine Defizite durch umso härtere Arbeit zu kompensieren. Abgesehen von der ungleichen Ausgangsposition, war ihnen allen gemein, dass sie nur eine unklare Vorstellung davon hatten, was sie vom Leben wollten. Das Einzige, was sie wussten, war, in welche Richtung es gehen sollte: aufwärts.

Torhus seufzte und nickte dem Securitas-Wachmann zu, der ihm die Zeitung und einen Umschlag durch die Luke in seinem Glaskasten schob.

"Sonst schon jemand ...?"

Der Wachmann schüttelte den Kopf.

"Wie immer der Erste, Torhus. Der Umschlag ist vom Nachrichtendienst, er wurde heute Nacht geliefert."

Torhus sah die Ziffern der Etagen aufleuchten und wieder verlöschen, während ihn der Fahrstuhl nach oben beförderte. Irgendwie kam es ihm so vor, als spiegele jede Etage eine Periode seiner Karriere wider, die deshalb jeden Morgen aufs Neue Revue passierte.

Die erste Etage symbolisierte seine ersten beiden Jahre als Anwärter, die langen, unverbindlichen Diskussionen über Politik und Geschichte und die Französischstunden, durch die er sich gequält hatte.

In der zweiten Etage war das Planungs- und Beorderungsbüro. Er hatte zwei Jahre Canberra bekommen und dann drei Jahre Mexico City. So weit ganz anständige Städte, er durfte sich nicht beklagen. Obgleich er London und New York als erste Wahl angegeben hatte, doch das waren prestigeträchtige Zentren, in die alle wollten, so dass er sich entschlossen hatte, den abschlägigen Bescheid nicht als Niederlage zu werten.

In der dritten Etage war er zurück in Norwegen, ohne die luxuriösen Auslands- und Wohngeldzulagen, die ihm Raum gelassen hatten für ein Leben in nüchternem Überfluss. Er hatte Berit getroffen, sie war schwanger geworden, und als die Zeit für einen neuerlichen Auslandsaufenthalt gekommen war, war bereits Kind Nummer zwei unterwegs. Berit stammte aus der gleichen Gegend wie er selbst und telefonierte jeden Tag mit ihrer M

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