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Kakerlaken-Schach Thriller. von K.-Fehrmann, Meike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Kakerlaken-Schach

(Mit Bastelbogen für ein eigenes Kakerlaken Schachspiel im Anhang!) An einem neblig kalten Novembertag irrt ein von Folterspuren gezeichneter Mann desorientiert durch einen Wald im Taunus. Wer ihm diese Qualen zufügte und wie er in die feuchte Gruft im Wald kam, in der er sich plötzlich wiederfand und die vermutlich sein Grab werden sollte, weiß der junge Argentinier nicht - sein Gedächtnis weist Lücken auf. - In die repräsentative Villa eines Arztes am Stadtrand wird eingebrochen. Der Dieb wird entdeckt und nimmt den Zeugen seiner Tat als Geisel, um eine spätere Identifizierung zu verhindern. - Im Reihenhaus einer Siedlung betreibt der menschenscheue Patrick ein bizarres Hobby. Der Halbwüchsige züchtet Kakerlaken. Seine eigentliche Passion ist jedoch das Schachspiel: Doch genau wie im realen Leben wagt er auf dem Schachbrett immer nur vorsichtige Züge. Schließlich wird sein Spiel riskanter - und die Partie gerät zu einem Match auf Leben und Tod... In ihrem fesselnden neuen Thriller vereinigt Meike K.-Fehrmann drei scheinbar unabhängige Handlungsstränge zu einer überzeugenden Story um Erpressung, Wirtschafts- und Internetkriminalität. Wie im Schach gibt es in dieser Partie eine unkalkulierbare schwarze Dame, einen eiskalten schwarzen König und Bauernopfer. Die Frage, wer das böse Spiel gewinnt, bleibt spannend bis zum großen Finale - am Ende sind einige der Figuren schachmatt. Meike K.-Fehrmann lebt als Autorin in Oberbayern. Sie ist Vorstandsmitglied im Verein Chiemgau-Autoren e.V. und legt mit Kakerlaken-Schach ihren dritten Roman vor. Lesen Sie auch von der Autorin: "Frieda - Ein Demenz-Krimi" sowie den Jugendroman"Warum Herr Hagebeck sterben muss".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 312
    Erscheinungsdatum: 31.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741217685
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 1326kBytes
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Kakerlaken-Schach

3.

Maxi Heide lebte in der Kardünstraße 1 einer Kleinstadt am Rande des Taunus. Seine Noch-Ehefrau Jacky Heide im selben Reihenhaus nebenan. Die Fassade des Reihenhauses war weiß, die Fenster in der einen Hälfte klar, in der anderen milchig. Das Haus stand am Ende einer Sackgasse, dahinter erstreckten sich nur noch Felder und ein kleines Waldstück. Die Asphaltstraße vor dem Haus war rissig und voller Schlaglöcher, doch der Blick auf Wald und Felder hatte zu jeder Jahreszeit seinen besonderen Reiz. Ihr zwölfjähriger Sohn Patrick lebte mal hier und mal da, je nachdem, wo er vorübergehend mehr für sich rausschlagen konnte. Im Keller gab es eine Verbindungstür zwischen den beiden Haushälften, so dass Patrick nicht mal das Haus zu verlassen brauchte, wenn er von Vater Maxi zu Mama Jacky wollte oder umgekehrt. Maxi und Jacky lebten getrennt, aber irgendwie auch nicht getrennt. Sie hassten sich bis aufs Blut und doch machte keiner von beiden Anstalten auszuziehen, um diese Ehe konsequent zu beenden. In denselben vier Wänden zu leben ging nicht, und doch gab es einige Kleinigkeiten, die die beiden zutiefst miteinander verbanden.

Jacky war eine korpulente Frau mit blondierter Dauerwelle, stets stark geschminkt und immer in hochhackigen Schuhen unterwegs. Ihre kurzen Röcke waren für ihre Figur nicht vorteilhaft, erinnerte sie darin doch oft an ein Nilpferd, das sich zum Karneval versehentlich in ein zu enges Kostüm gepresst hatte. Presswurst, nannte Maxi Heide seine Noch-Ehefrau darum hinter vorgehaltener Hand, wenn er sich wieder einmal über sie geärgert hatte. Dennoch kam er nicht umhin, ihre massigen Beine in den engen Leggins mit Leopardenprint sexy zu finden. Durch ihre enorme Körperfülle fiel es ihr schwer, auf den dünnen Pfennigabsätzen das Gleichgewicht zu halten. Darum trat sie immer stampfend und etwas breitbeinig auf und Patrick wunderte sich, dass so selten ein Absatz abbrach. Man hätte mit den Absätzen fast Mitleid haben können. Jacky hatte das Temperament einer Dampfwalze. Der kleinste Anlass konnte sie aufbrausen lassen, den Kessel zum Überkochen bringen. Sie warf mit Vorliebe mit Porzellan oder Blumentöpfen, wenn sie erzürnt war, am liebsten auf Maxi Heide, den sie für alle Übel in ihrem Leben verantwortlich machte, egal ob er an der gegenwärtigen Misere direkt beteiligt war oder nicht. Manchmal schlug sie ihm auch ins Gesicht, aber nachdem Maxi Heide einmal zurückgeschlagen hatte und statt der flachen Hand reflexartig die Faust benutzte, ließ sie es bleiben und verlegte sich stattdessen auf das Werfen diverser Gegenstände. So konnte sie einen gewissen Sicherheitsabstand zu ihrem Noch-Ehemann wahren und sich dennoch an ihm abreagieren. Auch wenn Jacky sich im Laufe ihres Lebens häufiger den einen oder anderen Faustschlag, zum Beispiel von ihrem Vater, ihren Brüdern oder früheren Freiern, eingefangen hatte, wollte sie sich dies von Maxi auf keinen Fall bieten lassen. Überhaupt fühlte sie sich inzwischen zu alt, um sich von irgendeinem Mann so etwas gefallen zu lassen. Die Zeiten, in denen sie sich hatte herumstoßen lassen, waren längst vorbei. Heute war sie die Herrscherin über ihr Leben und über jeden, der in den Dunstkreis ihres Daseins trat. Jacky war hart im Nehmen und ebenso hart im Austeilen.

Was Patrick an seiner Mutter mochte, war der Duft ihres Parfüms, der jeden Morgen schwer und blumig in der Badezimmerluft hing, ihren selbstgebackenen Käsekuchen und ihre Fähigkeit, Kringel in die Luft zu blasen, wenn sie Zigarre rauchte. Was er an ihr nicht mochte, war die Tatsache, dass sie manchmal ganze Tage lang auf dem Sofa versumpfte und mit einer Flasche Schnaps redete, dass ihre blondierten Haare den Ausguss der Dusche verstopften und sie immer wieder sein Handy benutzte, ohne ihn vorher zu fragen - was schwerer wog als ihre wenigen Vorzüge. Patrick wünschte sich manchmal, dass Jacky nicht seine Mutter wäre. Er schämte sich, wenn sie ihn von der Schule abholte

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