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Kalte Milch Kriminalroman von Mehler, Jutta (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.01.2020
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Kalte Milch

Fanni Rot schnallt die Skier an - eiskalte Spannung im Schatten des Großen Arber. Es hätte ein entspanntes Familientreffen im Bayerischen Wald werden sollen, mit Skifahren, Spaziergängen und gemeinsamem Abendessen. Eine Leiche war nicht vorgesehen. Und ein Anschlag auf Fannis Enkelin Minna schon gar nicht. Minna überlebt schwer verletzt, und das bringt den Täter in Zugzwang. Er muss sie ausschalten, bevor sie seine Identität verraten kann. Für Fanni und Sprudel beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit .... Jutta Mehler, Jahrgang 1949, hängte frühzeitig das Jurastudium an den Nagel und zog wieder aufs Land, nach Niederbayern, wo sie während ihrer Kindheit gelebt hatte. Seit die beiden Töchter und der Sohn erwachsen sind, schreibt Jutta Mehler Romane und Erzählungen, die vorwiegend auf authentischen Lebensgeschichten basieren, sowie Kriminalromane.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 23.01.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960415497
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 2857 kBytes
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Kalte Milch

1

Fanni rammte ihre Skier in die Halterung an der hydraulisch betriebenen Gondeltür, die sich soeben öffnete, und warf einen missmutigen Blick auf die digitale Zeitanzeige an der Talstation der Arber-Gondelbahn.

Kurz nach zwei. Sie unterdrückte ein Stöhnen.

Noch gut eineinhalb Stunden auf und ab unter dieser trüben Dunstglocke. Milchige Schwaden waberten geisterhaft um sie herum, weil dichter weißer Nebel über den Skipisten am Großen Arber hing wie mit Feuchtigkeit vollgesogene Watte. Noch gut eineinhalb Stunden auf und ab in diesem breiigen Schnee (aufgeweicht wie eine Scheibe Toastbrot in einer Schüssel Milch), der unter den Skiern verdrossen schmatzte.

Während der vergangenen Woche hatte die Märzsonne jeden Tag von einem knallblauen Himmel gestochen. Bis Donnerstag. Da waren auf einmal dunkle Wolken aufgezogen und hatten gehalten, was sie zu versprechen schienen. Kräftiger Regen hatte eingesetzt und über Nacht kompakten Nebel, nassen Schnee und eine seltsame Lautlosigkeit entstehen lassen. Wer vorgehabt hatte, am Wochenende - womöglich ein letztes Mal in dieser Saison - am Großen Arber Ski zu fahren, sah sich genötigt, ernsthaft darüber nachzudenken, ob es nicht besser sei, die Sache abzublasen.

Die meisten Wintersportler hatten offenbar recht gut einschätzen können, was sie erwartete, und waren klugerweise zu Hause geblieben.

So kam es, dass sich an diesem verhangenen Samstag nur wenige Skifahrer auf den Weg ins Liftgebiet gemacht hatten, und selbst diese wenigen hatten mittlerweile fast alle aufgegeben. Die Mehrzahl war wieder in ihre Autos gestiegen und hatte sich davongemacht. Ein paar hatten sich in die "Skihütten" verzogen, ins Schutzhaus, in die Edelweißhütte oder den Arber Stadl.

Selbstverständlich hatte auch Fanni eine Wahl gehabt und hätte sich gegen Skisport bei dichtem Nebel und Nassschnee entscheiden können. Die Alternative wäre allerdings ein Nachmittag im Kreis der kleinen Gesellschaft im Arber Stadl gewesen, die Fannis Exmann, Hans Rot, dort versammelt hatte. Jeder, der Fanni halbwegs kannte, musste im Voraus wissen, was sie wählen würde.

Fannis rechter Skischuh schob sich durch den etwa dreißig Zentimeter breiten Spalt, den die automatisch zurückgleitenden Türflügel der Gondel inzwischen freigegeben hatten. Ihr linker Fuß befand sich noch auf dem Belag aus Gumminoppen, der den Betonboden der Station bedeckte und den starren Sohlen der Skischuhe etwas Halt gab. In Skigebieten passierten heutzutage mehr als genug Unfälle, weshalb vor allem an den Liftstationen für größtmögliche Sicherheit gesorgt wurde.

Die Türflügel der langsam weiterlaufenden Gondel waren nun bis zum Anschlag offen und rasteten mit einem Knacken in irgendein Gestänge ein. Sie würden für etwa drei Minuten in dieser Position bleiben, bis der Schließmechanismus ausgelöst werden und sie langsam wieder zuschieben würde.

Fanni beugte sich ein wenig nach vorn und schob den Oberkörper durch die Türöffnung. Dabei fiel ihr Blick auf einen Hammer. Ein Hammer am Fußboden einer Gondel erschien ihr zwar ungewöhnlich, aber nicht wirklich erstaunlich. Vermutlich hatte ein Angestellter der Betriebsgesellschaft einen Defekt beheben müssen und nach getaner Arbeit den Hammer vergessen.

Fanni zog den linken Fuß nach und wollte sich gerade aufrichten, da übermittelten ihre Sinne zwei Wahrnehmungen, die von ihrem Gehirn mit einem derart alarmierenden Ergebnis ausgewertet wurden, dass sie mitten in der Bewegung erstarrte.

Zum einen verzeichnete ihr Riechorgan einen unangenehm metallischen Geruch. Zum anderen registrierte ihr Sehorgan, dass der Hammer mit rötlicher Farbe verschmiert war. Beides zusammengenommen ergab das Resultat: Auf dem Hammer war Blut.

Fanni entspannte sich kurz, als ihr ein Gedanke zuflüsterte, jener Angestellte müsse sich bei seiner Arbeit eine Verletzung zugefügt und geblutet haben. Sie versteine

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