text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Kalte Nacht Tom Skagens zweiter Fall von Nørdby, Anne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.03.2020
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Kalte Nacht

"Hilfe! Hilfe, hört mich denn keiner? Bitte, ich will hier raus! Ist da jemand?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 506
    Erscheinungsdatum: 11.03.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839263587
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Serie: Tom Skagen 2
    Größe: 2337 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Kalte Nacht

3

Polizeiassistentin Maja Lövgren beobachtet, wie eine Rolltrage mit dem schwerverletzten Mädchen in den Krankenwagen geschoben wird. Die Kleine trägt eine Sauerstoffmaske über dem Gesicht und ist auf einem Spineboard fixiert. Die Wunde an ihrer Schläfe wurde mit einem Druckverband versorgt. Für die anderen beiden Unfallopfer kam jede Hilfe zu spät. Der Fahrer, vermutlich der Vater der Mädchen, hat ein schweres Schädelhirntrauma erlitten. Er muss sofort tot gewesen sein. Auch das ältere Mädchen konnte nicht reanimiert werden. Es hat eingewickelt in eine Decke auf dem Rücksitz gelegen, als der Wagen von der Straße abgekommen und gegen den Baum gekracht ist. Alle drei waren nicht angeschnallt, und der Volvo fuhr vermutlich mit deutlich höherer Geschwindigkeit als den erlaubten 80 Kilometer pro Stunde.

Maja blickt auf die Brieftasche des Fahrers, die in einem Plastikbeutel steckt. Der Ausweis liegt obenauf. Sie liest noch einmal den Namen: Jochen Nowak, geboren in Hamburg. Die Mädchen wurden bisher nicht identifiziert. Zudem ist unklar, weshalb die drei überhaupt in dieser Gegend unterwegs waren. Haben sie in der Nähe in einem der Ferienhäuser Urlaub gemacht, oder befanden sie sich auf der Durchreise? Und wo ist die Mutter? Falls die drei nicht allein nach Schweden gereist sind. Maja muss das dringend herausfinden. Vielleicht sitzt gerade irgendwo in einer Ferienhütte eine Frau und wartet auf die Rückkehr ihrer Familie. Maja kann nur hoffen, dass sie sich bei der Polizei meldet, sobald ihr klar wird, dass etwas passiert sein muss.

Sie steckt den Beutel mit der Brieftasche in ihre Uniformjacke. Der Rettungswagen fährt mit Blaulicht und Martinshorn davon, ins Krankenhaus nach Karlskrona. Hoffentlich schafft es das verletzte Mädchen. Sein Zustand ist kritisch, obwohl es bei Bewusstsein ist. Die Kleine hat etwas gesagt. Immer wieder. Maja spricht kaum Deutsch, aber ein Wort hat sie trotzdem verstanden.

Troll.

Sinn ergibt das keinen. Was soll ein Troll mit diesem Unfall zu tun haben? Das Mädchen ist eindeutig gehandicapt. Sicher das Down-Syndrom. Majas Blick wandert von den flackernden Warnlichtern auf der Straße zu ihrem Vorgesetzten. Göran Berg spricht seit Längerem mit den zwei Zeugen, einem Waldarbeiter, der gegenüber in einem kleinen Holzhaus wohnt, und einem jungen Mann aus Rödeby, der auf dem Heimweg zufällig an der Unfallstelle vorbeigekommen ist. Beide wirken ziemlich mitgenommen. Kein Wunder, bei dem, was sie gesehen haben.

Ein schabendes Geräusch lässt Maja aufhorchen. Die Männer von der Straßenwacht haben die Winde des Abschleppwagens in Gang gesetzt und ziehen das Autowrack aus dem Graben. Es knirscht und knackt, als sich die eingedrückte Front des Wagens von der Birke löst. Der Baum wackelt, und seine Äste schlagen aneinander, aber er bleibt stehen. Bis auf ein paar tiefe Schrammen in der Rinde, aus denen das Birkenwasser sickert, hat der Baum den Unfall gut überstanden. Langsam wird der zerstörte Volvo zur Ladefläche des Abschleppwagens gezogen, dabei schabt der Unterboden über den Asphalt.

"He, aufpassen. Das gibt Funken!", ruft Maja, die an die momentane Waldbrandgefahr denkt. "Ihr müsst vorsichtig sein, sonst fängt das ausgelaufene Benzin Feuer."

Einer der Männer hebt die Hand, und die Winde stoppt. Danach legt er sich unter den Volvo, um zu sehen, was da schleift. Zwar haben sie vorher Sand ausgestreut, die Feuergefahr ist dadurch jedoch nicht gebannt. Zudem haben sie an mehreren Stellen neben der Straße mobile Flutlichter aufgestellt, damit sie am Unfallort besser arbeiten können. Mittlerweile ist es 23 Uhr, und am nordwestlichen Horizont leuchtet der rötliche Schimmer der Sonne, obwohl der Mittsommer, der Scheitelpunkt des Jahres, längst überschritten ist. Bald wird es Herbst, denkt Maja wehmütig, und dann folgt der Winter mit seinem Schmuddelwetter. In Südschweden ist die kalte Jahreszeit leider alles andere als der romantische Trau

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen