text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Kalte Schreie Kriminalroman. von Warmbold, Jürgen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.12.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Kalte Schreie

Was als Routine beginnt, wird zum Albtraum. Polizeireporter Clemens Kaltenbach schreibt über vermisste Jugendliche aus der Gothic-Szene. Dann geschieht in seinem privaten Umfeld ein Mord, der im Zusammenhang mit seinen Recherchen steht. Ein anonymer Anrufer behauptet, Kaltenbach, der zu diesem Zeitpunkt völlig betrunken gewesen ist, am Tatort gesehen zu haben. Kaltenbach muss die Frage seiner Schuld oder Unschuld klären und sich gleichzeitig verstecken. Er wird sowohl von der Polizei als auch von einer Person gejagt, die meint, er wisse zu viel. Der in Braunschweig geborene Autor Jürgen Warmbold hat viele Jahre im kommunikativen Bereich des Marketing gearbeitet und dort als Werbe- und Marketingleiter verantwortliche Positionen in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Verkaufsförderung bekleidet. Seit 1992 ist Warmbold als freiberuflicher Fachjournalist in technischen Themenbereichen tätig. Mit Kalte Schreie, Erfrorene Seelen, Falsche Schatten und Dumpfe Angst hat der Autor, der im Bremer Umland lebt, vier Kriminalromane veröffentlicht. Darüber hinaus sind in Anthologien Kurzgeschichten von ihm erschienen. Die Short Story Mord im Tussitoaster ist auch als E-Book erhältlich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 204
    Erscheinungsdatum: 13.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743107595
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 606kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Kalte Schreie

ZWEI

Clemens Kaltenbach, Polizeireporter beim Bremer Tageskurier, sieht sein Gegenüber prüfend an. Er weiß, dass der Typ mit der hohen Stirn und den ersten Anzeichen einer Tonsur, der missmutig seine Quatro Stagioni kaut, von Sorgen erdrückt wird. Kein Geld, Angst um den Job und Beziehungsprobleme machen ihm zu schaffen. Neununddreißig Jahre hat er schon auf dem Buckel, von einem geregelten Leben ist er dennoch weit entfernt, von einem sorgenfreien erst recht. Aber hat der Typ nicht selbst Schuld, dass er so tief in der Tinte steckt? Kaltenbach taxiert den Mann, lässt seine Augen über dessen dunkle, fast schwarze Haare schweifen, unter denen sich die Ohren halb verstecken, über die Locken, die sich im Nacken kräuseln, und über den unattraktiven Bauchansatz. Er wirft einen letzten Blick in das breite, mäßig rasierte Gesicht, bevor er sich von seinem Spiegelbild abwendet.

Kaltenbach sitzt in einer eleganten Trattoria in der Martinistraße. Ihm gegenüber hängt ein wandhoher Spiegel, eingefasst in einen goldenen Rahmen. Der Appetit auf das Kantinenessen im Verlagsgebäude ist ihm vergangen. In den zehn Jahren, in denen er bisher für die Zeitung gearbeitet hat, hat es nie größeren Ärger mit Kollegen oder Vorgesetzten gegeben. Nun steht er seit Wochen mit Ralf Sondermann, seinem Chefredakteur, auf Kriegsfuß.

Heute Morgen hat es geknallt. Sondermann hat ihm vorgehalten, in einem Artikel Verständnis für eine Frau gezeigt zu haben, die ihren Mann nach jahrelangen schweren Misshandlungen vergiftet hat. Kaltenbach weiß, was Sondermann an dem Bericht missfällt: Der Mann ist sein Parteifreund gewesen. Kaltenbach nimmt auf solche Befindlichkeiten keine Rücksicht, schließlich ist er kein Opportunist.

Nach dem Disput hat Sondermann angeordnet, dass sich Kaltenbach bei seinen Recherchen vorerst auf einen Vermissten konzentrieren soll, trotz der vielen dringenden Themen, die im Moment zu bearbeiten sind. Kaltenbach ist klar, dass Sondermann ihn in der Redaktion isolieren will. Das geht ihm zwar gegen den Strich, aber so lange Sondermann ihn in Ruhe recherchieren und arbeiten lässt, kann er damit leben.

In der Mappe, die sein Chefredakteur ihm vor der Mittagspause in die Hand gedrückt hat, findet er eine Notiz der Polizeipressestelle über einen Mark Günther und ein Foto des Mannes. Der dreiundzwanzigjährige Günther, ein Student der Universität Bremen, ist am Montag vermisst gemeldet worden. Normalerweise erscheint in solch einem Fall nur eine kurze Zeitungsnotiz. Name, Aussehen und Kleidung, das Datum, wann man den Vermissten zuletzt gesehen hat und die Bitte der Polizei um sachdienliche Hinweise. Warum soll er, Kaltenbach, über diesen Mann alles Private ins Licht der Öffentlichkeit zerren? Seinen Charakter, seine Wünsche und seine Ängste offenlegen? Damit sich die Leser am Leid eines anderen berauschen können? Wer hat eigentlich ein Anrecht darauf, derartige Details über das Schicksal von Mark Günther zu erfahren? Gibt es eine Frau, die ihn vermisst? Warten Eltern voller Sorge auf ein Lebenszeichen ihres Sohnes? Kaltenbach hofft, dass Günther bald wieder auftaucht. Dann müsste er nicht in seiner Intimsphäre wühlen. Er schaut auf das Foto. Ein muskulöser junger Mann, der halblange blonde Haare trägt, sieht ihn mit einem Lächeln an, das aufgesetzt wirkt. Hat Mark Günther Probleme? Hat er was zu verbergen?

Kaltenbach winkt dem Kellner und bestellt noch ein Viertel Montepulciano. Heute ist es ihm egal, dass für die Verlagsangestellten während ihrer Dienstzeit, und dazu zählen auch die Pausen, striktes Alkoholverbot gilt.

Er beschließt aber, zu bezahlen, sobald der Ober den Wein bringt. Als er sein Portemonnaie aufklappt, blickt er in das fröhliche, schlanke Gesicht seiner Freundin, das von mittellangen rötlichen Haaren umrahmt wird. Franziskas grüne Augen gucken wie immer interessiert in die Welt. Er mag sie und hat Angst davor, sie zu enttäuschen. Deshalb kämpft er mit

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen