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Kalter Schmerz von Jameson, Hanna (eBook)

  • Erschienen: 18.02.2013
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kalter Schmerz

Nic Caruana ist einer der Besten darin, Menschen aufzuspüren - und manchmal auch ein für alle Mal verschwinden zu lassen. Seine Jobs nimmt er nie persönlich. Auch nicht die Suche nach der sechzehnjährigen Tochter eines Waffenhändlers - wäre da nicht die Mutter des Mädchens und wäre das Mädchen nicht bestialisch ermordet worden. In London die sechzehnjährige Tochter eines einflussreichen Waffenhändlers aufzuspüren stellt für Nic Caruana keine besonders anspruchsvolle Aufgabe dar. Schließlich verdient er sein Geld damit, Menschen wiederzufinden oder verschwinden zu lassen - je nachdem, was der Kunde wünscht. Doch als Emma Dyers schwer misshandelte Leiche auftaucht, ist das selbst für einen wie Nic nicht leicht wegzustecken. Der Vater des Mädchens will mit dem Mörder abrechnen. Um ihn zu finden, wühlt sich Nic durch die Eingeweide der Stadt.

Hanna Jameson, 22, wurde von J. G. Ballard und David Peace zum Schreiben inspiriert. In ihrer Freizeit folgt sie Bands um die Welt, mixt in Warteschlangen Cocktails aus dem Gedächtnis und klaut Stagedivern die Schuhe. Aufgrund einer Vorliebe für Glitzer, Leopardenmuster und kurze Röcke ist sie bei den meisten Gelegenheiten nicht adäquat gekleidet. Kalter Schmerz ist ihr erster Roman.

Produktinformationen

    Größe: 1378kBytes
    Reihe (Teil): Suhrkamp Taschenbücher Nr.4410
    Herausgeber: Suhrkamp
    Untertitel: Roman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 381
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783518792209
    Erschienen: 18.02.2013
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Kalter Schmerz

2
2010

Als ich das erste Mal jemanden umbrachte, wurde ich nicht dafür bezahlt. Ein Job wurde es, wie bei vielen anderen Jugendlichen, eher zufällig, denn es war die erste Branche, die mir Geld bot. Mir mit meinen Vorstrafen hätte sonst niemand was gegeben.

Ich bog von der Marylebone High Street rechts ab in eine Straße mit freistehenden Häusern. Wie die Börsenmakler und Steuerberater, die längst nach Hause hätten gehen können, aber noch freiwillig in ihren Büros saßen, genoss ich nicht meine Freizeit, sondern hatte mein Nickerchen auf der Couch beendet und mich zum Auto geschleppt, nachdem Pat Dyer angerufen und mir einen Auftrag angeboten hatte.

Ich fuhr in eine Parkbucht, stieg aus in die entsetzliche Kälte und musterte mit angestrengtem Blick jede Haustür. Angeblich war seine Tochter verschwunden. Ich wusste nicht viel über Pat, hatte ihn nur mal flüchtig kennengelernt. Ich kannte ihn vor allem seinem Ruf nach, aber sie waren eh alle gleich, diese Typen: verschlagen, aufgeblasen, absehbar irre.

Eine Windböe fuhr durch meinen Mantel, mit zusammengebissenen Zähnen ging ich zu Pats Haustür. Als ich klopfte, fiel mir auf, dass jeder Fleck Erde, auf dem Gras oder Blumen hätten wachsen können, zubetoniert war.

Eine blonde Frau öffnete die Tür, ich zögerte.

"Ich bin ... Hallo, ich bin Nic, Nic Caruana."

Mit verschränkten Armen blickte sie auf meine Hand, bevor sie sie ergriff. An ihren Handgelenken erkannte ich blasse weiße Narben, und sie hatte die hoffnungslosesten Augen, die ich je gesehen hatte. Pat schien der Typ Mann zu sein, der sich eine Trophäenfrau hielt, sie war mindestens fünf Zentimeter größer als ich.

"Äh, Pat hat mich herbestellt", sagte ich.

"Aha." Sie trat zur Seite, setzte ein Lächeln auf. "Super."

Fast wäre ich lieber draußen geblieben.

"Hören Sie, das ist etwas unangenehm, aber Pat ist vor ungefähr fünf Minuten weggefahren", sagte sie, als ich eintrat. "Ich bin Clare, seine Frau. Er hat gesagt ... nun ja, er meinte, ich soll Ihnen alles sagen, was Sie wissen wollen."

Ihre Stimme hatte einen leichten Akzent, eindeutig schottisch.

Die Planänderung erwischte mich auf dem falschen Fuß. Nicht weil sie eine Frau war, sondern weil die weibliche Neigung zu Gefühlsausbrüchen mich nervös machte.

"Wann haben Sie sie zum letzten Mal gesehen?", fragte ich, um einen möglichen Smalltalk zu umschiffen.

"Heute Morgen, als sie aus dem Haus ging. Sie hätte um vier zurück sein sollen."

"Ach, wahrscheinlich ist sie bloß auf einer Party. Wenn ich zu so was gerufen werde, muss ich am Ende meistens ein zerknirschtes Kind von einem Rave nach Hause bringen." Ich lächelte. "Ich bin dann schon froh, wenn sie mir nicht ins Auto kotzen."

"Kann sein, aber das glaube ich nicht." Sie erwiderte mein Lächeln, jedoch mit dem Ausdruck eines Menschen, der wusste, dass ich selbst keine Kinder hatte. "Was sind Sie noch mal?"

"Eine Art Privatdetektiv."

"Ach, wirklich? Ich habe gehört, Sie spüren Leute auf."

"Ja, das auch."

"Und bestrafen sie für ihre Taten?" Nicht ein Mal schweifte ihr Blick von meinem Gesicht ab. "Pats Worte."

"Ich ..."

"Verstehe."

"Das ist eine ... eine ziemlich grobe Beschreibung meines Jobs."

"Na ja, PR war noch nie Pats Stärke."

"Hm, die meisten Menschen hängen ja auch ziemlich an ihren Kniesch

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