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Kalter Strand Thriller von Nørdby, Anne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.03.2019
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Kalter Strand

"Und jetzt zu deiner neuen Aufgabe: Kaufe vier Benzinkanister, gehe zu einem Haus in deiner Nachbarschaft - aber eines, in dem auch Menschen sind! - und schütte das Benzin dort aus. Mit der Fackel zündest du das Haus an! Widersetzt du dich meinem Befehl, bekommst du Stefanies Kopf mit der Post zugeschickt. Du hast nur heute Nacht Zeit! Und vergiss nicht: Ich sehe alles. DAS AUGE."

Hinter dem Pseudonym Anne Nordby verbirgt sich Anette Strohmeyer. Die 1975 in Göttingen geborene Autorin lebt und arbeitet in Kopenhagen. Sie schreibt Krimis, Thriller und Hörspiele. Viele Jahre verbrachte sie in Skandinavien, Neuseeland und den USA. Ihre Erfahrungen verarbeitet sie in den internationalen Settings ihrer Romane. Auch nahm die Autorin an verschiedenen Writers' Rooms teil, in denen sie gemeinsam mit anderen Autoren Serienstoffe und -konzepte entwickelte. Mehr auf www.anette-strohmeyer.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 473
    Erscheinungsdatum: 13.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839260081
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 4103 kBytes
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Kalter Strand

2

Eine Woche vorher - Samstag, 15. Oktober

Tom Skagen sieht belustigt auf die Torte, die auf seinem Büroschreibtisch steht. Eine Pistole, gefüllt mit Buttercreme und Kirschen, überzogen mit skandinavischer Lakritzkuvertüre. 38 Kerzen brennen darauf. Skagen bläst sie aus.

»Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!«, rufen seine Kollegen von Skanpol und schieben ein großes, in buntes Papier eingewickeltes Paket in sein Blickfeld. Eine rosa Schleife prangt obenauf. Rosa!

Alle beginnen im Rhythmus zu klatschen. »Auspacken. Auspacken. Auspacken.«

Skagen umfasst feierlich die Schleife. Hoffentlich ist da nicht so ein Blödsinn drin wie letztes Jahr. Eine kleine Spielzeugdrohne, mit der man sein Handy fliegen lassen und Luftaufnahmen machen kann. Der letzte Schrei. Skagen schickt damit manchmal Post-its durch das Büro. Statt E-Mails. Ansonsten ist das Teil zu nichts zu gebrauchen.

»Nun mach schon, Tom!« Jens Fram, sein norwegischer Kollege, klopft ihm aufmunternd auf die Schulter. Skagen arbeitet erst seit knapp zwei Jahren bei Skanpol, einer in Hamburg ansässigen Unterabteilung von Europol, und wird deshalb noch oft »der Neue« oder »der Lütte« genannt. Er mag seine Kollegen, ein kleines, verlässliches Team, das in ganz Skandinavien unterwegs ist. Eine Top-Mannschaft auf Deck. So hätte er es in seinem vorherigen Leben genannt. Doch das ist vorbei.

»Das ist aber kein Saufgutschein für die Reeperbahn oder ein Datingportal-Abo, oder?«, fragt Skagen. Auf solch einen Scheiß hat er keinen Bock. Er genießt sein ruhiges Singledasein, und das soll auch so bleiben.

»Wir verraten nichts.« Jette Vestergaard, Skagens Chefin und Leiterin der Abteilung Skanpol, zwinkert ihm zu.

Mutig zieht Skagen an der Schleife und schält das Paket aus dem Papier. Eine braune Pappschachtel kommt zum Vorschein. Zu klein für eine Gummipuppe, zu groß für ein Konzertticket. Wer hat das Geschenk wohl besorgt? Jens oder Jette? Oder war es Kaisa mit ihrem finnischen Humor?

Mit geschürzten Lippen pult Skagen das Klebeband ab, klappt die Papplaschen auf und guckt in das Paket. Kleine Styroporbälle als Füllung. Skagen wühlt darin herum. Nichts. Die Schachtel ist leer. »Sehr witzig, Leute.«

»Es liegt ganz unten, unter der Füllung.« Fram grinst. Sein breites Gesicht ist rot vor Freude. Womit sich die Frage, wer das Geschenk gekauft hat, erübrigt.

Skagen steckt erneut seinen Arm in das Paket und fischt auf dem Grund. Schließlich zieht er einen flachen Gegenstand heraus. Eine LP. Vorn auf dem Cover ist ein ziemlich blauäugiger älterer Herr mit Kapitänsmütze abgebildet.

»'La Paloma' von Hans Albers. Na, jetzt ist meine Plattensammlung endlich komplett.« Zynisch hebt Skagen eine Braue. Klar, er ist immerzu auf der Suche nach alten und auch neuen Schallplatten, aber Hans Albers ...? Nee.

»Freust du dich nicht?«, fragt Jens.

»Also wisst ihr ... Das ist nett, nur ...«

»Magst du als alter Seebär etwa keine Seemannslieder?« Kaisa macht ein enttäuschtes Gesicht.

»Doch, ich meine, nein ... Ich ...«

»Guck doch mal rein«, fordert Jens ihn auf. Seine blauen Augen leuchten mit denen vom alten Hansi um die Wette.

Skagen zieht die Platte aus dem Cover und lässt sie aus der Schutzhülle in seine Hand gleiten. Er liest den Titel. Liest ihn noch mal, und um seinen Mund zuckt ein stilles, dankbares Lächeln. Obwohl seine Kollegen ihn erst seit zwei Jahren kennen, ist es die Platte, nach der er seit Ewigkeiten sucht. Die Originalpressung von »Who can you trust?«, dem ersten Album von Morcheeba, seiner Lieblingsband. Skagen kippt die LP an und lässt Licht auf ihre gerillte Oberfläche fallen. Keine Kratzer. Sie ist makellos.

»Seht ihn euch an, unseren schweigsamen Schweden«, sagt Jette und lacht trocken.

»Gerührt isser.« Kaisa streicht Skagen über den Rücken. »Alles Gute, Lillebror.«

»L

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