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Karlo und der grüne Drache Karlo Kölners dritter Fall von Ripper, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.03.2012
  • Verlag: Verlag Vogelfrei
eBook (ePUB)
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Karlo und der grüne Drache

Kaum hat Karlo Kölner, Ex-Knacki und Privatdetektiv in eigener Sache, endlich eine richtige Wohnung bezogen, stolpert er auch schon über eine Leiche. Ein übler Bursche aus Karlos Vergangenheit taucht auf und der schwarze Kater Diogenes verschwindet spurlos.

Peter Ripper, Jahrgang 1954, ist selbstständiger Werbefachmann, Fotograf und Gitarrist bei einer Frankfurter Rockband. Außerdem ist er begeisterter Motorradfahrer. Er lebt in Langenbieber in der Rhön und in Frankfurt am Main

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 27.03.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783981515527
    Verlag: Verlag Vogelfrei
    Größe: 1055 kBytes
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Karlo und der grüne Drache

"Hallo Fritz, hallo Greta. Alles klar bei euch?"
Karlo rutschte auf einen Barhocker an der Stirnseite der Theke in der Fechenheimer Musikkneipe Bluesmühle und schaute hinter den Tresen. Niemand da. Nur ein merkwürdig ranziger Geruch erfüllte den Raum und legte sich wie ein warmer Fettfilm unangenehm auf die Nasenschleimhäute.
Fritz hatte, wie fast immer, auf der Theke seine rechte Hand auf die linke seiner Frau gelegt. Seine Linke wiederum war reserviert für die zahlreichen Drinks, die er zusammen mit seiner Frau im Laufe eines Abends zu konsumieren pflegte. "Gemeinsames Hobby", nannte das Karlo.
"Danke, alles gut bei uns", antwortete er freundlich und fuhr schnell fort, als er Karlos enttäuschten Blick zum verwaisten Zapfhahn bemerkte.
"Harry ist in der Küche", verkündete er, "er hat ein Irish Stew gekocht und wir haben beschlossen, es zu probieren."
Er deutete stolz mit der Linken vor sich auf den Tresen. Zwei Pint Guinness, beide nur noch halbvoll, standen dort.
"Da, wir haben uns gleich mal das passende Getränk dazu bestellt."
Karlo hatte sich schon gewundert. Das ältliche Pärchen trank eigentlich traditionell jeden Tag sein gewohntes Gedeck: türkischen Rotwein, dazu ein Gläschen Fernet Branca auf Eis. Heute jedoch schien man eher irischen Traditionen zu huldigen. Er schnupperte vorsichtig und schluckte schwer, ein leichtes Würgen stellte sich ein, als er an Harrys Kochkünste dachte und er hätte urplötzlich gerne einen doppelten Jameson vor sich stehen gehabt.
Gegen das Fett in der Luft.
Alter Hammel, identifizierte er die Duftstoffe, die seine Nase beleidigten ... ja genau, das war es, was hier zur Decke stank. Den momentan noch in der Flasche wartenden Fernet Branca würden die beiden nach dem Essen bitter nötig haben.
"Mutig, mutig", murmelte Karlo leise vor sich hin. "Na prima, da wünsch ich euch schon mal guten Appetit", setzte er etwas lauter hinzu, als er Gretas fragenden Blick bemerkte.
Greta wollte sich schon höflich für diese guten Wünsche bedanken, als die Eingangstür aufschwang und ein Mann in den Gastraum trat. Karlo schien zuerst überrascht, dann aber sichtlich erfreut.
"He, Tobias, wie schön, das wird aber Zeit, dass man dich mal wieder sieht!"
Er war augenblicklich vom Barhocker geglitten und zwei Schritte auf den neuen Gast zugegangen.
Tobias Kaletzke war vor einem Dreivierteljahr nach Fechenheim gezogen. Zu dieser Zeit entwickelte er sich zu einem oft und gern gesehenen Gast in der Bluesmühle. Als Karlo eines Abends erfuhr, dass Kaletzke sich Eigentümer einer MZ nannte, gab es noch mehr gemeinsamen Gesprächsstoff. Kölner hatte nämlich schon vor einiger Zeit von Wolfhard Kuhl ein MZ-Gespann als Dauerleihgabe erhalten, um - abseits seiner Fahrradleidenschaft - einigermaßen mobil zu sein. In der Folge war Tobias auch das ein oder andere Mal mit seinem geliebten alten DDR-Kraftrad zum Motorradstammtisch im Garten bei Kuhl und seinen Freunden aufgetaucht. Die krausen, dunkelblonden Haare des netten und freundlichen Mannes wurden an der Stirn schon erkennbar schütter, verliehen ihm aber gleichwohl ein fast jungenhaftes Aussehen. Der drahtige Mittdreißiger war etwas kleiner als Karlo, einsfünfundsiebzig vielleicht.
Er ging an Karlo vorbei und gab ihm dabei einen freundschaftlichen Klaps auf den Rücken. Einen Augenblick später saßen die beiden nebeneinander am Tresen.
Aus den Augenwinkeln sah Karlo Harry Weber mit einem Tablett hinter die Theke schlüpfen. Zwei dampfende Teller standen darauf und der Geruch nach altem Hammelfett verstärkte sich.
"Das riecht ja toll, Harry. Hast du wieder ein irisches Spezialrezept ausgegraben?"
Karlo log, dass sich die Balken bogen. Er wusste selbst nicht genau, ob es reine Freundlichkeit oder eine Art Häme war, die ihn bewog, Harry dergestalt Wasser auf die kulinarische Mühle zu gießen. Als

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