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Kein Grund zur Trauer - Die Kincaid-James-Romane 4 - Roman von Crombie, Deborah (eBook)

  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Kein Grund zur Trauer -

Ein Fall der Sonderklasse aus der Erfolgsserie mit Inspector Kincaid und Sergeant Gemma Jones: Der hochrangige Polizeibeamte Gilbert wird in seinem Haus erschlagen aufgefunden. Was zuerst wie die Tat eines Einbrechers aussieht und sich dann als Eifersuchtsdrama präsentiert, entwickelt sich zu einem der verzwicktesten und rätselhaftesten Fälle für die beiden Ermittler.


Deborah Crombies höchst erfolgreiche Romane um Superintendent Duncan Kincaid und Inspector Gemma James von Scotland Yard wurden mit dem »Macavity Award« ausgezeichnet und für den »Agatha Award« und den »Edgar Award« nominiert. Die Autorin lebt mit ihrer Familie im Norden von Texas, verbringt aber viel Zeit in England, wo ihre Romane angesiedelt sind.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 257
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641108533
    Verlag: Goldmann
    Größe: 3595 kBytes
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Kein Grund zur Trauer -

1

Der Raum schien zu schrumpfen, während er auf und ab ging. Die Wände rückten zusammen, die Winkel des Zimmers verzerrt durch die langen Schatten, die die Lampe auf seinem Schreibtisch warf. Im Yard war es abends immer ein wenig unheimlich, als besäße die Leere der Räume eine eigene Kraft. Er blieb vor dem Bücher regal stehen und strich mit dem Finger über die Rücken der abgegriffenen Bände auf dem obersten Bord. Archäologie, Kunst . . . Kanäle . . . kriminologische Nachschlagewerke . . . Viele von ihnen waren Geschenke seiner Mutter, die sich ständig bemühte, seinen, wie sie meinte, Mangel an Allgemeinbildung zu beheben. Er hatte zwar versucht, sie nach Sachgebieten zu ordnen, aber irgendwie gerieten immer ein paar Ausreißer in die falsche Abteilung. Kincaid schüttelte den Kopf - er wäre froh, könnte er sein Leben nur halb so gut ordnen wie seine Bücher.

Seit seiner Ankunft vor knapp einer Viertelstunde sah er jede Minute auf die Uhr. Jetzt setzte er sich an seinen Schreibtisch, um sich mit Gewalt zur Ruhe zu zwingen. Der Anruf, der ihn hierher geordert hatte, war dringend gewesen - ein hochrangiger Polizeibeamter war ermordet aufgefunden worden -, und wenn Gemma nicht bald kam, würde er ohne sie zum Tatort fahren müssen. Sie war nicht zur Arbeit gekommen, seit sie am Freitag abend seine Wohnung verlassen hatte. Zwar hatte sie im Yard angerufen und den Chief Superintendent um Urlaub gebeten, doch die Anrufe Kincaids, der während dieser fünf Tage immer verzweifelter versucht hatte, sie zu erreichen, waren unbeantwortet geblieben. Heute abend hatte Kincaid den diensthabenden Sergeant gebeten, sich mit ihr in Verbindung zu setzen, und sie hatte sich gemeldet.

Aber diese innere Unruhe ließ ihn wieder aufstehen, und er wollte gerade sein Jackett vom Garderobenständer nehmen, als er hörte, wie hinter ihm leise die Tür geschlossen wurde. Er drehte sich um. Sie stand mit dem Rücken zur Tür und beobachtete ihn. Ein törichtes Lächeln flog über sein Gesicht.

»Gemma!«

»Hallo, Chef.«

»Ich habe immer wieder versucht, dich zu erreichen. Ich dachte schon, es wäre was passiert.«

Sie schüttelte den Kopf. »Ich war ein paar Tage bei meiner Schwester. Ich hab' einfach Zeit gebraucht . . .«

»Wir müssen miteinander reden.« Er trat einen Schritt näher und blieb stehen. Sie sah erschöpft aus. Ihr blasses Gesicht wirkte beinahe durchsichtig im Kontrast zu dem kupferroten Haar, und die Haut unter den Augen hatte bläuliche Schatten. »Gemma . . .«

»Es gibt nichts zu sagen.« Ihre Schultern erschlafften, und sie lehnte sich an die Tür, als brauchte sie Halt. »Es war alles ein Riesenfehler.«

Er starrte sie fassungslos an, das eben gehörte raubte ihm einen Moment die Sprache. »Ein Fehler?« wiederholte er schließlich und wischte sich mit der Hand über den Mund, der plötzlich ganz trocken war. »Gemma, ich versteh' nicht.«

»Es ist nie geschehen.« Sie trat einen Schritt auf ihn zu, mit flehentlicher Gebärde, und blieb plötzlich stehen, als hätte sie Angst vor seiner Nähe.

»Doch, es ist geschehen. Daran kannst du nichts ändern, und ich will es auch nicht ändern.« Er ging zu ihr. Er legte seine Hände auf ihre Schultern und versuchte, sie an sich zu ziehen. »Gemma, bitte, hör mir zu!« Einen Moment lang glaubte er, sie würde ihren Kopf an seine Schulter legen und sich von ihm halten lassen. Dann spürte er, wie ihre Schultern sich unter seinen Händen spannten, und sie von ihm wegtrat.

»Schau uns doch an! Schau dir an, wo wir sind!« sagte sie und schlug mit der Faust gegen die Tür. »Es geht nicht. Ich habe mich schon in eine unmögliche Lage gebracht.« Sie holte tief Atem und sagte, jedes Wort einzeln betonend: »Ich kann es mir nicht leisten. Ich muß an meine Karriere denken - und an Toby.«

Das Telefon läutete. Die zwei kurzen, rasch aufeinanderfolgenden Summtöne klangen laut in dem kleinen Zimmer. Er ging zurück zu seinem Schreibt

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