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Keine Kompromisse Ein Jack-Reacher-Roman von Child, Lee (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.06.2019
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Keine Kompromisse

Eine Kleinstadt im Nirgendwo. Ein unvorstellbares Verbrechen. Nur Jack Reacher nimmt den Kampf auf. Jack Reacher folgt einem plötzlichen Impuls, als er in der Kleinstadt Mother's Rest irgendwo im Mittleren Westen aus dem Zug steigt. Die Privatermittlerin Michelle Chang wartete dort vergeblich auf ihren Partner und kommt mit Reacher ins Gespräch. Allein durch die wenigen beiläufig geäußerten Worte gerät dieser ins Visier einer skrupellosen Bande, die bereits Changs Partner auf dem Gewissen hat. Doch die Verbrecher unterschätzen, worauf sie sich einlassen, als sie auch Reacher ermorden wollen - denn niemand ist härter als Jack Reacher! Lee Child wurde in den englischen Midlands geboren, studierte Jura und arbeitete dann zwanzig Jahre lang beim Fernsehen. 1995 kehrte er der TV-Welt und England den Rücken, zog in die USA und landete bereits mit seinem ersten Jack-Reacher-Thriller einen internationalen Bestseller. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Anthony Award, dem renommiertesten Preis für Spannungsliteratur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 24.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641221072
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Jack Reacher 20
    Originaltitel: Make Me (20 Reacher)
    Größe: 2578 kBytes
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Keine Kompromisse

1

Einen Mann von Keevers Größe und Gewicht zu transportieren war nicht einfach. Als versuchte man, die Kingsize-Matratze eines Wasserbetts zu bewältigen. Daher begruben sie ihn in der Nähe des Hauses. Was ohnehin vernünftig war. Die Weizenernte würde erst in zwei Wochen beginnen, und eine frisch aufgegrabene Stelle in einem Feld wäre aus der Luft sichtbar gewesen. Und nach einem Kerl wie Keever würden sie aus der Luft suchen. Mit Flugzeugen und Hubschraubern, vielleicht sogar mit Drohnen.

Mit der Arbeit begannen sie um Mitternacht, weil ihnen das am ungefährlichsten erschien. Sie befanden sich inmitten von zehntausend Hektar Leere, und das einzige Bauwerk von Menschenhand zwischen ihnen und dem Horizont stellte das Bahngleis östlich von ihnen dar, aber Mitternacht war fünf Stunden nach dem Abendzug und sieben Stunden vor dem Morgenzug. Also würde es keine Augenzeugen geben. Ihr Bagger hatte vier Zusatzscheinwerfer an einem Träger über der Fahrerkabine, ähnlich wie Kids ihre Pick-ups aufmotzten, und diese Scheinwerfer tauchten den Arbeitsbereich in gleißend helles Halogenlicht. So war auch die Dunkelheit kein Problem. Die Grube hoben sie im Schweinepferch aus, in dem das Erdreich ohnehin ständig aufgewühlt war. Jedes Mastschwein wog hundert bis hundertzehn Kilo, und jedes Schwein hatte vier kräftige Füße. Deshalb gab es hier keinen Quadratzentimeter nicht zerwühlter Erde. Aus der Luft würde nichts zu sehen sein, auch mit keiner Wärmebildkamera. Die dampfenden Tiere selbst und die dampfenden Haufen und Pfützen ihrer Ausscheidungen würden das Bild sofort weiß werden lassen.

Also gefahrlos.

Schweine wühlen gern die Erde auf, deshalb achteten sie darauf, die Grube tief genug auszuheben. Was auch kein Problem darstellte. Der Arm ihres Baggers war lang, griff mit rhythmischen, fließenden Bewegungen jeweils zwei Meter weit aus, wobei die verchromten Hydraulikzylinder im Scheinwerferlicht glitzerten, der Motor kurz aufheulte, bevor seine Drehzahl wieder abfiel, und die Fahrerkabine sich hob, senkte und drehte, während der Schürflöffel gefüllt, herausgehoben und entleert wurde. Als die Grube fertig war, setzte der Baggerfahrer zurück, wendete und benutzte seinen Planierschild, um Keever in sein Grab zu befördern. Die Maschine schob und wälzte ihn und bedeckte seinen Leichnam mit Erde, bis er endlich über den Rand fiel und auf dem im Schatten liegenden Boden der Grube aufschlug.

Nur eine Kleinigkeit ging schief - und das in genau dieser Minute.

Der Abendzug kam mit fünf Stunden Verspätung vorbei. Am folgenden Morgen hörten sie im Radio, eine defekte Diesellok habe hundert Meilen weiter südlich den Verkehr aufgehalten. Aber das wussten sie in diesem Augenblick nicht. Sie hörten lediglich das klagende Heulen der Lok an dem weit entfernten Bahnübergang, und dann konnten sie sich nur noch umdrehen und die lange Schlange beleuchteter Wagen anstarren, die in mittlerer Entfernung vorbeirumpelten: einer nach dem anderen, wie ein Traumbild, scheinbar endlos lange. Aber irgendwann war der Zug vorbeigefahren. Die Gleise summten noch etwa eine Minute lang, und dann wurden die Schlusslichter von dem mitternächtlichen Dunkel verschluckt, und die Männer machten sich wieder an die Arbeit.

Zwanzig Meilen weiter nördlich wurde der Zug immer langsamer, bis er endlich mit zischenden Druckluftbremsen hielt. Die Türen gingen automatisch auf, und Jack Reacher stieg die zwei Stufen zu dem betonierten Bahnsteig vor einem Getreideheber von der Größe eines Apartmenthauses hinunter. Links vor sich sah er vier weitere Elevatoren, die noch größer als der erste waren, und rechts stand eine mit Wellblech beplankte riesige Lagerhalle so groß wie ein Flugzeughangar. Hier gab es in regelmäßigen Abständen aufgestellte Lichtmasten mit Natriumdampflampen, deren gelbe Lichtkegel das Dunkel unterteilten. In der Nachtluft hing leichter Nebel. Das Ende des Sommers stand bevor. Der Herbst kündigte sich

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