text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Keine Seele weint um mich Nordsee-Krimi von Ohlandt, Nina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.03.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Keine Seele weint um mich

Hauptkommissar John Benthien ermittelt wieder in einem Küsten-Kurzkrimi - und diesmal gilt es, den Mord an einer Meerjungfrau aufzuklären! Karfreitag an der Flensburger Förde: Statt Muscheln findet eine junge Familie eine tote Meerjungfrau. Schnell ist die Identität der Nixe geklärt: Julia Rixen aus Sylt. Kommissar John Benthien und sein Freund und Kollege Tommy Fitzen fahren auf die Insel, um mehr über die Hintergründe von Julias Tod zu erfahren. Dort treffen die beiden Kommissare gleich eine ganze Reihe an Menschen, die Julia zugleich geliebt und gehasst haben. Doch dann gibt es weitere Todesfälle und auch jemand, der Benthien nahesteht, gerät in tödliche Gefahr ... Wieder einmal lässt Nina Ohlandt gekonnt die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 28.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732516001
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: John Benthien 4
    Größe: 657 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Keine Seele weint um mich

1. Karfreitag, 21. April

Am Ufer der Flensburger Förde

"Mama", rief das kleine Mädchen, "Mama, guck doch mal!"

Es beugte sich hinunter und berührte seinen wunderbaren Fund vorsichtig mit den Fingerspitzen. Die blau und grün changierenden Schuppen leuchteten im Sonnenlicht und erinnerten das kleine Mädchen an ein besonders schönes Bild in seinem Märchenbuch. Wassertropfen funkelten wie Diamanten, hüftlange Haare umgaben das Zaubergeschöpf, das vor dem Kind im Sand lag, wie ein nachtschwarzer Umhang. Der elegante Fischschwanz wurde immer wieder von den anlaufenden Wellen überspült und glitzerte wie ein silbern überhauchter Regenbogen.

"Mama!", rief das Kind nun energisch, da keine Reaktion erfolgt war. "Ich hab eine kleine Seejungfrau gefunden! Komm her und guck!"

Die junge Mutter, die an diesem schönen vorösterlichen Frühlingstag schon zeitig an den Strand von Solitüde gefahren war, konzentrierte sich darauf, die Strandtasche auszuräumen und eine widerspenstige Sonnenliege aufzustellen, deshalb hörte sie nur mit halbem Ohr hin. Noch waren sie allein an diesem idyllischen, hellen Sandstrand an der Flensburger Förde. Aus dem Frühdunst tauchten gerade die ersten Segelboote auf dem Wasser auf.

Das kleine Mädchen kam angerannt und griff nach der Hand der Mutter. "Ich hab eine kleine Seejungfrau gefunden!", wiederholte das Kind, nun schon spürbar ungeduldig. "Guckst du jetzt endlich? Ich glaube, sie schläft. Und du hast mir erzählt, es gibt keine Seejungfrauen!"

"Was redest du da?"

Doch sie ließ sich mitziehen, quer über den Strand bis an die Stelle, wo die Fördewellen sachte ans Ufer plätscherten. Dort blieb sie mit einem Ruck stehen und schnappte nach Luft, dann zog sie die Kleine, die heftig protestierte, fast gewaltsam mit sich.

"Aua!", schrie ihre Tochter. "Du tust mir weh!"

"Setz dich auf die Liege und rühr dich nicht vom Fleck!", befahl die Mutter mit so strenger Stimme, dass die Kleine nicht mehr zu widersprechen wagte. Dann kramte Petra Rohwedder ihr Handy hervor und wählte mit zitternden Händen die 110.

Das rot-weiße Flatterband der Polizei sperrte in einem Halbkreis den gesamten Strand von Solitüde ab. Jenseits des Bandes warteten etliche Sonnenhungrige, beladen mit Taschen, Luftmatratzen, Schwimmflügeln, Bällen, Eimern und Boule-Kugeln, und schimpften lauthals, weil sie nicht an den Strand durften. Zur Entschädigung wollten sie wenigstens etwas von dem Drama am Ufer mitkriegen, doch die Uniformierten drängten sie immer weiter zurück.

"Hier gibt es nichts zu sehen", sagten sie immer wieder, "bitte räumen Sie den Platz!"

Tatsächlich gab es außer einigen Polizeiwagen, einem Bus der Spurensicherung, einem Leichenwagen und etlichen amtlichen Personen am Ufer nichts zu entdecken, denn irgendjemand hatte ein Zelt angeschleppt und über der Leiche aufgestellt.

"Es ist eine Seejungfrau", schluchzte das kleine Mädchen, "und ich habe sie gefunden. Sie ist doch nicht tot, Mama? Sie schläft doch nur, oder nicht?"

Sie knuffte ihre Mutter in die Seite. Beide waren von zahlreichen Neugierigen umgeben, die pausenlos auf sie einredeten und Fragen stellten.

Dann kam ein Mann in Jeans, blauem Hemd und einer schön patinierten Lederjacke, mit Dreitagebart und wuscheligen, kragenlangen Haaren auf sie zu, der trotz seines legeren Aussehens offenbar zur Polizei gehörte. Widerwillig trat die Menge ein paar Zentimeter zurück, es wurde still. Schließlich wollten alle hören, was der Mann zu sagen hatte.

"Sind Sie die Zeugin, Frau Rohwedder?", fragte er und berührte die junge Mutter am Arm.

"Meine Tochter hat sie gefunden", sagte die Frau erschöpft. "Wann können wir endlich nach Hause?"

"Bald", versicherte der Polizeibeamte, der sich als Oberkommissar Fitzen vorstellte. "Jetzt kommen Sie erst einmal mit mir." Er hob das Flatterband hoch und begleitete Mutter und Tochter zu einem Polizeibus. Er bot ihn

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen