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Killer von Zeltserman, Dave (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.12.2014
  • Verlag: Pulp Master
eBook (ePUB)
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Killer

Nach vierzehn Jahren Gefängnis wird Leonard March vorzeitig entlassen, weil er bei einem Deal mit dem Staatsanwalt gegen seinen Exboss Salvatore Lombard aussagt. Als die Presse Wind davon bekommt, dass March selbst 28 Auftragsmorde ausgeführt hat, wird die Situation prekär: Verwandte der Opfer bedrohen ihn und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Schergen seines Exbosses Vergeltung üben. Doch bis dahin fügt sich March in sein neues, ödes Dasein als Reinigungskraft, ein alter, einsamer Mann, der auf den Tod wartet. Bis die attraktive Sophie auftaucht, die sich als Ghostwriter für seine Biographie ins Spiel bringt ... Mit literarischer Finesse entwirft Zeltserman die brillante Charakterstudie eines Mannes - einst Topkiller der Bostoner Mafia - auf der Suche nach sich selbst.

Dave Zeltserman wurde in Boston geboren und arbeitete dort mehrere Jahre als Software-Entwickler. Er begann zu schreiben und machte mit knallharten Noir Romanen in der Tradition eines Jim Thompson auf sich aufmerksam. Heute zählt er zu den einflussreichsten Krimi- und Horrorautoren der USA. Zeltserman lebt mit seiner Frau in Newton, Massachusetts und widmet jede freie Minute den Martial Arts.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 19.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783927734678
    Verlag: Pulp Master
    Serie: Pulp Master Bd.37
    Originaltitel: Killer
    Größe: 1345kBytes
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Killer

1. Kapitel

1993

"Und wenn ich denen Salvatore Lombard liefere?"

Mein Anwalt horcht auf. Logisch, schließlich würde ich den Gangsterboss Bostons auf dem Silbertablett servieren. Bisher hat dieser Rechtsverdreher nur sein Programm abgespult, hat lustlos durchblicken lassen, er könne vielleicht einen Deal von dreißig Jahren aushandeln, aber in einem Ton, der klar signalisiert hat, dass er nicht wirklich daran glaubt. Ich kann ihm das nicht übelnehmen. Wie er kenne ich die Videobänder und Tonbandprotokolle. Die Staatsanwaltschaft hat mich wegen einer ganzen Latte von Straftaten bei den Eiern, Schutzgelderpressung, Menschenhandel, Prostitution und versuchter Mord inklusive. Dass ich einem verdeckten Ermittler den Schädel mit einem Brecheisen eingeschlagen habe, setzt aus deren Sicht dem Ganzen die Krone auf.

"Sind Sie sicher?", fragt er.

Ich nicke. Mein Entschluss ist keiner aus dem Augenblick heraus. Es geht mir seit Wochen durch den Kopf, seitdem ich geschnallt habe, dass jemand in Lombards Apparat die Sache aufgegeben hat. Deshalb habe ich Lombards handverlesenen Anwalt gefeuert und meine Frau Jenny in die Spur geschickt, einen sauberen Verteidiger ausfindig zu machen, einen ohne gewisse Verbindungen. Ich bin achtundvierzig, Lombard jetzt ans Messer zu liefern könnte bedeuten, dass ich meinen Neunundvierzigsten nicht erlebe, aber ich wäre richtig am Arsch, müsste ich die nächsten dreißig Jahre in einer Gefängniszelle dahinvegetieren.

"Und Sie können ihn mit all dem in Verbindung bringen?"

"Ja."

"Das könnte die Sachlage ändern", räumt er ein. "Mal sehen, was ich tun kann."

Sein Gesicht ist jetzt gerötet. Er steht unvermittelt auf, klopft gegen das kleine quadratische Fenster aus Plexiglas in der verschlossenen Tür und zwei Wärter kommen herein, um mich in meine Zelle zu bringen. Keine Stunde später führt man mich in denselben Raum. Mein Anwalt ist bereits da, das Gesicht noch immer gerötet, wenn es nicht sogar ein wenig glänzt. Ich setze mich ihm gegenüber auf den Stuhl und wir warten, bis die Wärter den Raum verlassen und die Tür hinter sich geschlossen haben.

"Wenn Sie Salvatore Lombard wirklich belasten können - "

"Das kann ich."

"Dann kann ich vierzehn Jahre für Sie herausschlagen", sagt er. "Ein Geschenk, wenn man bedenkt, was die Ihnen alles zur Last legen."

"Das reicht nicht."

Er starrt mich mit weit aufgerissenen Augen an, als sei ich völlig durchgedreht. "Leonard, lassen Sie mich Ihnen erklären, wie großzügig das Angebot ist. Ich weiß, dass dem Bezirksstaatsanwalt bei der Aussicht, Lombard dranzukriegen, das Wasser im Mund zusammenlaufen muss, aber vierzehn Jahre sind das Höchste, was er Ihnen geben kann, ohne bei der Polizeibehörde einen Aufstand zu provozieren, nach dem, was Sie mit dem Beamten angestellt haben, ganz zu schweigen von den anderen Leuten. Ich sehe nicht den Hauch einer Chance für mehr, wenn das hier vor Gericht kommt - "

"Die vierzehn Jahre kann ich abreißen. Darum geht es nicht."

"Worum geht es dann?"

I ch verändere meine Position auf dem Stuhl und schaue an meinem Anwalt vorbei. "Wenn ich Lombard ans Messer liefere, wird er mich mit anderen Verbrechen belasten. Für die brauche ich Straffreiheit. Vierzehn Jahre, mehr werde ich nicht absitzen, egal, was ich sonst noch gestehe."

"Was haben Sie sonst noch getan?"

Ich schüttle den Kopf. "Wenn der Deal unter Dach und Fach ist, erzähle ich dem Bezirksstaatsanwalt den Rest."

Mein Anwalt wirft mir einen seltsamen Blick zu, aber er steht auf und macht sich am Plexiglasfenster bemerkbar. Man öffnet ihm die Tür, bequemt

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