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Kirmeskronen Kommissar Kattenstrohts fünfter Fall von Boer, Hans-Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2013
  • Verlag: Landwirtschaftsverlag
eBook (ePUB)
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Kirmeskronen

An einem schönen Septembermorgen wird in Münsters exquisitem Wohngebiet die Leiche eines Juristen gefunden. Sogleich werden Kommissar Kattenstroht und sein Team auf den Fall angesetzt. Die Ermittlungen führen schließlich in ein münsterländisches Elite-Internat, mitten hinein in die allerbesten Kreise der Gesellschaft ... Auch Kattenstrohts fünfter Fall besticht durch Authentizität, Einfallsreichtum und Lokalkolorit.

Hans-Peter Boer wurde 1949 im münsterländischen Nottuln geboren. Nach Abitur und Studium der Germanistik und Geschichte trat er 1972 in den Schuldienst ein. Zahllose Veröffentlichungen zur Kultur, Geschichte und Landeskunde des Münsterlandes folgten. Neben der Arbeit als erfolgreicher Autor ist Hans-Peter Boer seit Sommer 2007 Kulturdezernent der Bezirksregierung Münster. Er lebt mit seiner Familie in Nottuln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 184
    Erscheinungsdatum: 01.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783784390604
    Verlag: Landwirtschaftsverlag
    Serie: Der Land-Kommissar Bd.5
    Größe: 869kBytes
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Kirmeskronen

F ast genüsslich ließ sich der alte Mann gegen die Rückenlehne der Bank zurückfallen. Zufrieden schaute Bernd Appelhans über seinen Garten, die späten, aber doch üppigen Sommerstauden, den plätschernden Brunnen und den sattgrünen Rasen. Alles war ordentlich, geharkt und gefügt, so wie alles in der Welt des ehemaligen Werkzeugmachers seine Präzision und Ordnung hatte. Ein sanftes Aufstoßen erinnerte ihn an das Abendessen. Lisbett hatte Apfelpfannkuchen gebacken mit Schnitzeln vom Boskop, dessen Zweige noch immer die rückwärtige Gartenmitte beherrschten und der Familie Appelhans wenigstens über weite Teile des Jahres Sichtschutz gegen die allzu neugierigen Nachbarn boten: Apfelpfannkuchen mit einer Prise Zimt. Nun würde noch ein kühles Bier den Abend einläuten, und dann würde der alte Herr auf der Terrasse das genehmigte Zigarillo schmauchen, bei dem Lisbett stets so kritisch guckte. Appelhans war's zufrieden. Von den einst mehr als vierzig Zigaretten am Tag war nur dieses allwöchentliche Zigarillo übrig geblieben. Bernd Appelhans liebte es, die blauen Wölkchen in die Luft aufsteigen zu lassen.

Plötzlich kam eine gewisse Unruhe auf. Die Hausfrau erschien auf der Terrasse, klappte den mobilen Wäscheständer auseinander und hängte feuchte Tücher zum Trocknen auf. Offensichtlich war in der Küche schon wieder Ordnung geschaffen, denn Lisbett Appelhans stieg zügig die Stufen von der Terrasse herunter und setzte sich zu ihrem Gatten auf die Gartenbank. Natürlich hatte sie noch eigene Pläne für den Abend, denn wacker schlug sie ihrem Mann vor, angesichts der schönen seidigen Abendluft und der späten Sonne noch eine kleine Radtour zu unternehmen. Vielleicht am Kanal entlang und dann auf ein Bier zu Thiers hinterm Busch.

Die Traditionskneipe lockte auch Bernd Appelhans. Zwar wäre er eigentlich lieber auf seinem Erbe sitzen geblieben, wie er sich ausdrückte, aber Lisbett ermunterte ihren Gatten mit Nachdruck. Der seufzte tief, kontrollierte in der Garage bei den Rädern den Luftdruck der Reifen, verpasste einem von ihnen noch etwas Luft und schob beide Fahrräder auf den Garagenvorplatz. Bald ging es los, und schließlich fand sich das in Rentnerbeige recht einheitlich gekleidete Paar auf dem Leinpfad am Kanal wieder. Gemächlich radelten sie die Wasserstraße entlang, verfolgten das eine oder andere Schiff, wichen Joggern und Walkern aus und bestaunten die Sonnenlustigen, die auch den letzten Strahl der Spätsommersonne noch einzufangen versuchten. Bernd Appelhans musterte gelegentlich die eine oder andere junge Dame, die sich trotz der aufsteigenden Abendkühle noch freizügig zeigte, und empfing dafür mahnende Worte seiner Frau, er möge gefälligst auf den Weg achten und nicht auf die jungen Töppkes.

Sie passierten eines der noblen Wohngebiete in Münsters Osten, als ein Kinderruf Lisbetts Aufmerksamkeit erregte. Mehrfach schallte es im Chor von Kinderstimmen melodisch zwischen den Häusern her: "Kinder, kommt runter ...!

"Meineh, es ist doch noch Licht. Rufen die schon zum Lambertus?" Lisbett Appelhans' Interesse war geweckt. Sie hielt kurz an, hielt ihre Nase in den Wind, lauschte und entschied dann, ohne ihren Bernd zu beteiligen, den Leinpfad zu verlassen und in das Wohngebiet zu fahren. "Kinder, kommt runter! Lambertus ist munter!",war es jetzt deutlich zu hören. Zwischen Hecken führte ein Patt seitwärts ab. Ein großer gelber Mondlampion aus bedrucktem Papier hing einsam an der Ecke. Ein kopiertes Blatt, zum Schutz gegen den Regen in eine Plastikhülle gesteckt, verkündete, dass die Nachbarschaft Röttgerskamp alle Kinder der Gegend zum Lambertusfest einlade: "Und guck mal, Bernd, just heute Abend. Lass uns doch mal gucken, was das gibt!" Zielstrebig steuerte die Rentnerin ihr Rad durch das enge Pättken und ließ ihrem Mann nur die Wahl, ihr zu folgen.

Die Straße Röttgerskamp lief hier am Kanal in einem Wendehammer aus. Am Übergang zur Straße hatte man eine Warnbake

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