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Kleiner toter Vogel. Thriller Thriller von Nössler, Regina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.03.2010
  • Verlag: Konkursbuch
eBook (ePUB)
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Kleiner toter Vogel. Thriller

Nach dem Tod ihrer Tante Helene muss Johanna in das kleine schwäbische Dorf fahren, in dem Helene lebte. Die dörfliche Idylle ist trügerisch. Johanna fühlt sich unwohl, will zurück nach Berlin. Zwei Tage später findet sie eine ermordete Frau auf der Terrasse. Wer hat die Frau getötet? Wie kommt sie ausgerechnet auf ihre Terrasse? Plötzlich geschehen weitere Morde in dem kleinen Nest und in Berlin. Johanna steckt mitten in einer Mordserie - Ist auch sie bedroht? Hochspannend. Und ganz nebenbei erzählt die Autorin subtil und augenzwinkernd aus der Perspektive einer Großstädterin von den Eigenheiten eines typischen schwäbischen Dorfes und seinen Bewohner/innen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 28.03.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783887698805
    Verlag: Konkursbuch
    Größe: 496kBytes
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Kleiner toter Vogel. Thriller

Kapitel 3

Am Morgen war der Nebel verschwunden und mit ihm die Angst. Es war hell. Sehr hell für Ende Oktober. Johanna registrierte ihre Umgebung, wusste schnell, wo sie war. Sie tastete nach ihrer Armbanduhr auf dem Stuhl. Kurz vor zehn, schon so spät. Was sie am Abend nicht für möglich gehalten hatte, war eingetreten: Sie hatte lange und tief geschlafen. So gut wie schon seit Wochen nicht mehr. Ausgerechnet hier, in dem fremden Haus, in dem ihre Furcht gestern Abend noch so groß gewesen war, dass sie geglaubt hatte, sie könnte es darin keinen einzigen Tag aushalten.

Wie von zu Hause gewohnt, blieb sie noch einen Moment im Bett liegen. Ein Augenblick der Besinnung, bevor das Bewusstsein vollständig erwachte. Eine Tasse Kaffee wäre jetzt schön, dachte sie, ans Bett gebracht. Sonnenschein fiel in das spartanisch eingerichtete Zimmer und das Gefühl der Bedrohung, das sie gestern empfunden hatte, erschien Johanna nun übertrieben, geradezu albern.

Ihr gewohnter Tages- und Nachtrhythmus war durcheinandergeraten. Sie war zu früh schlafen gegangen und deswegen viel zu früh aufgewacht, mitten in der Nacht. Darüber hinaus hatte sie gestern zu wenig gegessen. Davon bekam sie fast immer schlechte Laune. Die Geräusche, die sie nachts zu hören geglaubt hatte, waren nichts weiter als Bestandteile eines Traums gewesen. Oder der auf Winter geschaltete Ölbrenner hatte sie verursacht. Genauso fremd wie das Haus waren Johanna auch seine Geräusche – jedes Haus hatte seine ganz eigenen – und sie war im Moment übersensibel. Wegen der fehlenden Lektoratsaufträge. Weil sie sich mit Ines vor ihrer Abreise nicht versöhnt hatte. Sollte sie Ines gleich anrufen? Doch es war ein Tag mitten in der Woche, ein ganz normaler Arbeitstag. Ines war längst im Architekturbüro oder auf der Baustelle ihres Projekts in Berlin-Mitte. Sie schätzte es nicht, wenn man sie bei der Arbeit störte. Am allerwenigsten mochte Ines schmachtende Liebesanrufe, wenn sie inmitten eines Haufens von Arbeitern auf einer Baustelle stand. Manchmal stellte Johanna sich Ines mit einem Bauarbeiterhelm auf dem Kopf vor, wie sie vor einem halb fertigen Haus wichtige Dinge erläuterte, einen großen Plan in den Händen, und dieses Bild war sogar ein wenig erregend. Oder Ines auf einem Baugerüst. Im Unterschied zu Johanna war sie vollkommen schwindelfrei, wie sie behauptete, was in ihrem Beruf von großem Vorteil war.

Das kleine Zimmer lag nach vorne zur Straße und jetzt hörte Johanna auch Autos vorbeifahren. Autos. Nie hätte sie gedacht, dass sie ihr Vorhandensein einmal als so beruhigend empfinden könnte. Stimmen, direkt vor dem Haus, in dem fremden, weichen, in Johannas Ohren etwas lächerlichen Dialekt. Ob Helene auch schwäbisch gesprochen hatte?

Johanna brauchte einen Kaffee, den sie ohne Milch würde trinken müssen, wie sie sich erinnerte. Und sie brauchte dringend etwas zu essen. Am liebsten ein üppiges Frühstück mit Brötchen, Brot, Wurst, Käse, Lachs, Rührei, Saft.

Sie stand auf und ging in Schlafanzug und auf Socken über die knarrende Holztreppe nach unten. Jetzt im Hellen machte ihr das Haus keine Angst mehr. Es war harmlos, sogar freundlich, nicht Draculas Schloss, in das es Jonathan Harker verschlagen hatte. Johanna hoffte, dass es in Helenes Küche Kaffee gab, danach hatte sie am Abend nicht gesucht.

Die meisten Küchen waren nach einem ganz ähnlichen Ordnungsmuster eingerichtet und sie fand, ohne lange suchen zu müssen, Kaffee und Filtertüten in einem Schrank über der Kaffeemaschine. Während die Maschine sich ächzend in Gang setzte, machte Johanna einen schnellen Rundgang durch das Erdgeschoss. Sollte sie jetzt sofort in den Keller gehen, es hinter si

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