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Knochen Kochen Kriminalroman von Mähr, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.08.2015
  • Verlag: Deuticke im Paul Zsolnay Verlag
eBook (ePUB)
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Knochen Kochen

Matthias Spielberger, Wirt der 'Blauen Traube' in Dornbirn, wird von seinem Schulkollegen Erasmus von Seitenstetten kontaktiert: Der aus verarmtem Adel stammende Biologe hat entdeckt, dass einer seiner Ahnen an einer rätselhaften Seuche - dem 'Englischen Schweiß' - verstorben war. Nun plant er im Geheimen dessen Exhumierung, um durch die Lösung dieses wissenschaftlichen Rätsels berühmt zu werden. Mithilfe der Stammtischrunde aus der 'Blauen Traube' wird im Wienerwald das Ahnengrab geöffnet. Doch das Gerippe hat mittlerweile mehrere Interessenten auf den Plan gerufen, und die Sache beginnt gründlich aus dem Ruder zu laufen ... Ein morbider, böser und sehr unterhaltsamer Krimi aus Österreich.

Christian Mähr wurde 1952 in Nofels bei Feldkirch (Vorarlberg) geboren und lebt heute in Dornbirn. Er ist Autor, Bienenzüchter und Doktor der Chemie und langjähriger freier Mitarbeiter des ORF für die Redaktion Wissenschaft und Umwelt. Werke (u. a.): Magister Dorn (1987), Fatous Staub (1991), Simon fliegt (1998), Die letzte Insel (2001), Vergessene Erfindungen. Warum fährt die Natronlok nicht mehr? (2002), Von Alkohol bis Zucker (2010) und bei Deuticke die Romane Semmlers Deal (2008), Alles Fleisch ist Gras (2010), Das unsagbar Gute (2011) und Knochen Kochen (2015).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 24.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783552063051
    Verlag: Deuticke im Paul Zsolnay Verlag
    Größe: 1163 kBytes
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Knochen Kochen

2

M atthäus Spielberger gehörte nicht zu jenen Menschen, die in der Vergangenheit leben. Sein Leben hatte ihn nicht mehr gebeutelt als andere Menschen seiner Generation, das hätte er auf Befragen sogar selber zugegeben, er wollte sich nur nicht daran erinnern.

Und man musste sich nicht erinnern, dazu bestand kein Anlass. Es sei denn, jemand erzwang die Erinnerung. Von außen. Indem er einen zum Beispiel anrief. Wie dieser Seitenstetten, der Trottel. Matthäus hätte nur fünf Minuten früher aus dem Haus gehen müssen. Der Anruf kam übers Festnetz. Das Telefon befand sich im Gastraum hinter der Theke. Matthäus Spielberger meldete sich, wie es seine Gewohnheit war, mit einem wartenden " Ja?", nicht mit seinem Namen oder dem des Gasthauses, eine Eigenheit, die seine Frau Mathilde auf die Palme brachte. Sie hielt es für unprofessionell. " Genau!", sagte er dann, worauf sie nichts mehr sagte, denn dies berührte einen heiklen Punkt. Matthäus Spielberger war nicht gern Wirt, was er ab und zu durch kleine Aufsässigkeiten merken ließ.

Der Anrufer fragte nicht, ob er mit Matthäus verbunden sei, er sagte auch nicht, wer er selber war, sondern einfach nur: " Grüß dich, Lumpi!"

Und Matthäus antwortete: " Servus, Seitenstetten!"

Ein Reflex. Seitenstetten brauchte nicht zu fragen, von wem das " Ja?" kam, und Matthäus ging es mit seinem Gegenüber ebenso. Sie hatten sich an der Stimme erkannt. Zwar lag das letzte Maturatreffen schon zehn Jahre zurück, das machte aber nichts. Die Stimmen waren in die Hirne eingraviert und würden es bis ans Lebensende bleiben. Matthäus wunderte sich auch nicht, als " Lumpi" angesprochen zu werden; diesen Spitznamen hatte er zwar nie geschätzt, aber auch nicht darunter gelitten. Er stammte aus der mythischen Vorzeit der Unterstufe, die genauen Umstände der Entstehung waren niemandem mehr bekannt. Er hieß eben " Lumpi", und Seitenstetten, der es nie zu einem Spitznamen gebracht hatte, war " Seitenstetten" geblieben; niemand war je auf die Idee gekommen, den umständlichen Namen abzukürzen.

" Wie geht's dir?", fragte Seitenstetten.

" Gut, danke. Und selbst?"

" Ach, man lebt. - Ich hab nur ein Problem."

" Lass hören!"

Sie hätten diese Unterhaltung wortgleich auch vierzig Jahre früher führen können. Wenn jemand in ihrer Klasse " ein Problem" hatte, fragte er Matthäus Spielberger. Der war nicht der Primus, nur knapp dahinter, aber er konnte am besten erklären. Natürlich kam man nicht mit jedem " Problem" zu Matthäus, nur mit solchen, für die " Lumpi" eine Lösung haben würde. Also schulisch-praktisch. Wenn man Hausaufgaben vergessen hatte. Die ließ einen Matthäus abschreiben. Immer.

Als Matthäus Spielberger nun von einem " Problem" hörte, war er gespannt, was das sein konnte; wohl kaum die Mathematikhausaufgabe, die Seitenstetten oft vergessen hatte, Mathematik war nicht seine Stärke gewesen ... Seitenstetten unterbrach den abschweifenden Gedankengang: " Du weißt vielleicht von meinem Onkel Albert-Matthias?"

" Tut mir leid, der Name sagt mir nichts. Er will dich enterben?"

" Wie kommst du da drauf ?"

" Du sagst doch, du hast ein Problem!"

" Ja, ich hab ein Problem, es hängt mit Onkel Albert-Matthias zusammen, aber es ist nicht von der Art, die du da insinuierst. Ich darf sagen, der Onkel war mir immer zugetan, ich hab auch nie etwas unternommen, was der Familienehre nicht zuträglich gewesen wär, du verstehst schon! Also ich muss sagen, deine Andeutung ist kränkend - ich mein, dass er mich enterbt hätt. War eh nix mehr da, nebenbei ..."

" Erasmus, tu mir den Gefallen und reg di

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