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Kohlenwäsche Kriminalroman von Salzmann, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.11.2019
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Kohlenwäsche

Ein Kriminalroman aus dem Herzen des Ruhrgebiets, schnörkellos und herrlich zynisch. Auf Zeche Zollverein wird der Aktionskünstler Claude Freistein tot aufgefunden - die Essener Kunstszene ist in Aufruhr. Als kurz darauf auch sein Agent ermordet wird, steht Hauptkommissarin Frederike Stier vor einem Rätsel. Auf der Suche nach einem Motiv ermittelt sie zwischen Sammlern und undurchsichtigen Galeristen und kommt dem Täter am Ende näher, als ihr lieb ist.. Thomas Salzmann wurde 1960 in Pirmasens, Rheinland Pfalz, geboren und studierte in Köln Betriebswirtschaftslehre. Nach mehreren Stationen in der Industrie widmet er sich seit fünf Jahren dem Schreiben. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in Mettmann.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 21.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960415589
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 3005 kBytes
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Kohlenwäsche

2

Der Ordner mit dem Fall "Überfall Museum Folkwang" lag aufgeschlagen vor Frederike auf dem Tisch. Auf Kowalczyks Brötchen wölbte sich der Käse an den Rändern, der Apfel lag unberührt daneben. Dafür verteilten sich die Krümel des Croissants auf ihrem Pullover, und der Rauch ihrer Zigarette zog durch das geöffnete Fenster. Kowalczyk saß in seiner Jacke auf seinem Stuhl gegenüber und sah sie bibbernd an.

"Nur noch zwei Züge."

Sie ging die Protokolle der laufenden Ermittlung durch. Wie gerne würde sie Julian gleich damit schockieren, dass sie den entscheidenden Hinweis gefunden hatte. Aber es fand sich kein Zipfel, an den sie weitere Ermittlungen anknüpfen konnte. Alle Spuren verliefen im Sand, kein Ansatz, der sie der Aufklärung näher brachte. Die Einsatzbesprechung gleich war komplett sinnlos.

Der Überfall auf das Museum Folkwang war eine tote Kuh, die ihr Chef Julian Potthoff nicht müde wurde, melken zu wollen. "Es ist nicht akzeptabel, dass dieser Kunstraub ungelöst in den Archiven verschwindet. Ich lasse mir nicht vorwerfen, den großen Kunstraub nicht aufklären zu können."

Oh, den Herrn Inspektionsleiter, diesen selbstverliebten Blender, interessierten nur sein Ruf und sein Ansehen.

Sie sollte sich nicht darüber beschweren, denn weil er so auf seinen Ruf bedacht war, hatte sie ihn an den Eiern. Jedenfalls hing sein Ruf auch von ihr ab, was ihr eine gewisse Sicherheit vermittelte.

Das war allerdings nicht der Grund, warum er nachher mit ihr reden wollte. Ein Vier-Augen-Gespräch mit ihm hatte sie in den letzten Jahren vielleicht fünfmal gehabt. Das war okay, weil sie keinen Wert darauf legte. Denn Julian und sie waren nicht füreinander geschaffen. Das war ihnen beiden bereits beim ersten Händeschütteln klar gewesen. Mit der Zeit hatten sie sich miteinander arrangiert, dennoch gingen sie sich möglichst aus dem Weg. Auch wenn sie sich den Grund für das heutige Gespräch denken konnte, spürte sie eine gewisse Anspannung.

Frederike sah auf die Uhr, die gerade auf acht sprang. Die Besprechung fing sowieso nie pünktlich an. Außerdem verpasste sie gerne die Machowitze der Kollegen oder die Berichte über die Heldentaten der letzten Nacht, die bei den Besprechungen zuerst ausgetauscht wurden.

Sie nahm den Ordner, holte sich unterwegs noch einen Kaffee und erreichte um vier Minuten nach acht den Besprechungsraum.

Die Korinthenkacker, dachte Frederike, als sie die geschlossene Tür sah. Müssen ausgerechnet heute pünktlich auf die Sekunde anfangen. Sie drückte die Tür auf und sah konzentriert nach vorne gerichtete Köpfe.

"Auch dir einen schönen guten Morgen, Frederike." Julian Potthoff stand vor der Mannschaft. "Wir haben uns gefragt, ob du verschlafen hast." Die Kollegen lachten laut los.

Frederike spürte augenblicklich die Hitze in ihren Kopf steigen. "Willst du sehen, wie ausgeschlafen ich bin?"

Julian hob beschwichtigend die Hand und sah zur Seite.

"Besser so", murmelte sie.

Im Besprechungsraum standen sich die Tische gegenüber, optisch durch Bildschirme getrennt, die heute alle schwarz waren. Tastaturen lagen unter den Bildschirmen, Blöcke und Unterlagen der Kollegen davor. Sie hatte beim Eintreten schon gesehen, dass nur noch der Stuhl direkt vor Julian frei war. Sie drückte sich zwischen Wand und den Kollegen durch und knallte ihren Ordner am leeren Platz auf den Tisch.

Julian ließ sie nicht aus den Augen, bis sie endlich saß, die Unterlagen sortiert, den Stuhl in der passenden Entfernung zum Tisch positioniert und den Kaffeebecher an der geeigneten Stelle platziert hatte. "Jetzt, wo du da bist, können wir ja anfangen", sagte er dann schmallippig und schob lässig eine Hand in die Hosentasche. "Ihr fragt euch wahrscheinlich, warum Gunther die Ermittlungskommission heute nicht leitet."

Das hatte sich Frederike in der Tat gefragt. "Du sagst es uns bestimmt gleich", raunte sie.

Die EK

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