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Kopfjagd Kriminalroman von Gallert, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.09.2016
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
11,99 €
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Kopfjagd

Heiko Brandt hat als Ethnologe unter südostasiatischen Seenomaden und philippinischen Bergstämmen gelebt, bis ihn ein traumatisches Ereignis aus der Bahn warf. Jetzt leitet er beim Berliner LKS das Sonderdezernats für Tötungsdelikte mit fremdkulturellem Hintergrund. Die enthauptete Leiche eines arabischen Geschäftsmanns führt ihn in einen Verschwörung um illegalen Waffenhandel - und auf die Spur eines Täters, dessen Rachedurst noch nicht gestillt ist... 1952 in Düsseldorf geboren, studierte Ethnologie, Malaiologie sowie Film- und Fernsehwissenschaft, gefolgt von einem Forschungsaufenthalt bei Seenomaden und einer zweijährigen Feldforschung bei Bergstämmen in den Nordphilippinen. 1986 promovierte er im Fach Ethnologie; 1991 wechselte er von der Wissenschaft zum erzählen. Seit zwanzig Jahren arbeitet er als Drehbuchautor. Jörg Reiter lebt in Köln. 1962 in Bonn geboren, brach erfolgreich ein Germanistikstudium ab, jobbte als Nachtportier und Bauarbeiter, spielte Theater und schrieb Jerry-Cotton-Krimis und Synchronbücher. Seit zwanzig Jahren arbeitet er als Drehbuchautor für TV-Serien von Krimi bis Krankenhaus. Er ist Karate-Kindertrainer, hat drei Töchter und lebt mit seiner Familie in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 22.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960410737
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 3245 kBytes
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Kopfjagd

Dienstag

Zehra

Ein metallischer Knall. Brandt schoss aus dem Schlaf hoch. Er wusste nicht, wo er war. Etwas hielt ihn fest. Der Sicherheitsgurt. Er saß im Auto. Ein zweiter Knall, direkt über seinem Kopf.

"Hey, Alter, hier wird nicht gepennt!"

Durch das Seitenfenster feixten drei junge Männer herein, Lonsdale-Jacken, rasierte Schädel, Halstattoos. Sie kriegten sich vor Lachen kaum ein. Der Anführer holte zu einem dritten Schlag aufs Dach aus. Brandt war zu müde für Diskussionen. Er schob sein Jackett zurück. Der Anblick der Waffe im Pistolenhalfter genügte. Statt aufs Autodach zu schlagen, hob der Anführer beschwichtigend die Arme. Er gab seinen Kumpels ein Zeichen. Sichtlich bemüht, ihr Gesicht zu wahren, traten sie den Rückzug an.

Die Jungen, die auf der Verkehrsinsel campiert hatten, waren nicht mehr da, nur etwas Fast-Food-Müll. Das Letzte, woran er sich erinnerte, war ein orientalisch interpretierter Moonwalk, mit dem der schmale Junge seinen verwandelten Fallrückzieher gefeiert hatte. Brandt überlegte kurz, ob er nach Hause fahren sollte. Zu Saskia. Jeder einzelne Knochen tat ihm weh.

Er fuhr los. Er hatte geträumt. Von Saskia, ohne Kopf, mit einer Rolex Oyster. Sie hatte ihm die Uhr unbedingt zurückgeben wollen, sie hatte ihn verfolgt. Er war durch blutige Reisfelder geflohen, aber immer an seinen Ausgangspunkt zurückgekommen.

Er parkte den Omega auf dem Hof hinter der Direktion. Die Tatortfotos lagen bestimmt schon in seinem Büro. Er würde sie gegenüber von seinem Schreibtisch an der Pinnwand befestigen. Wo er sie immer im Blick hatte. Er brauchte Pinnwandnadeln. Als er den Aufzug betrat, brummte sein Smartphone. Eine SMS von Saskia: Wo warst du? Ohne versöhnliches Emoji.

In der Inspektion waren erst wenige Schreibtische besetzt. Auf einem Tisch lag ein Päckchen Pinnwandnadeln, er steckte es im Vorbeigehen ein. Er grüßte und erntete tatsächlich hier und da Kopfnicken sowie ein paar erwartungsvolle Blicke, die er sich nicht erklären konnte.

Als er sich dem Terrarium näherte, sah er, warum: Eine junge Frau saß an seinem Schreibtisch. Sie hatte die Ermittlungsakte aufgeschlagen und studierte die Tatortfotos.

"Was machen Sie da?" Brandt spürte die Blicke seiner Kollegen im Nacken.

Die junge Frau klappte die Akte zu und stand auf. "Tut mir leid. Oberkommissarin Zehra Erbay."

Die Frau sah ihn an, als müsse ihm das etwas sagen. Sie war Mitte, Ende zwanzig. Die ein Meter sechzig für die Aufnahme in den Polizeidienst dürfte sie mit Glück gerade noch geschafft haben. Sie war nicht dick, eher ein bisschen rundlich, auf eine freundliche Art. Vermutlich wurde sie oft unterschätzt.

Zwischen ihren Augenbrauen entstand eine steile Falte. "15. 9., acht Uhr. Ich bin da."

"Müsste mir das irgendwas sagen?" Brandt nahm die Fotos aus der Akte.

"Ich bin nicht freiwillig hier!" Sie versuchte gar nicht erst, ihren Ärger zu verbergen.

Brandt pinnte eine Totale des Tatorts an die Wand. In dieser Ansicht war die kopflose Leiche nicht zu erkennen.

"Offenbar fehlen mir ein paar Puzzlestücke. Helfen Sie mir."

"Ich bin Ihre neue Assistentin!"

Brandt wandte sich um. "Meine was?"

"Meine Versetzung zum LKA ist bewilligt worden - habe ich zumindest gedacht. Und jetzt bin ich hier in diesem ..." Sie ließ den Blick empört durch den Raum wandern.

"Terrarium." Brandt nahm den Hörer vom Telefon. Er wählte. Hörte auf das Freizeichen. Sah auf die Uhr. Noch keiner da. Er legte den Hörer zurück auf die Gabel.

"Nichts gegen Sie. Aber es gibt Vereinbarungen. Zum Beispiel, dass ich bei der Besetzung meines Teams mitrede."

"Sie wussten nichts davon?"

Brandt schüttelte den Kopf.

"Dann haben Sie mich gar nicht angefordert?"

"Typisch." Brandt pinnte ein Foto des Gol

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