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Krähenzeit Kriminalroman von Joachim, Karin (eBook)

  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Krähenzeit

Im idyllischen Ahrtal erholt sich Jana Vogt von ihrem letzten Einsatz als Tatortfotografin bei der K"lner Kripo. Allerdings w"hrt die entspannte Ruhe nicht lange. Kaum hat sie zum ersten Mal ihre Wanderschuhe geschn rt, als ihr Hund Usti in einem Weinberg zwischen Ahrweiler und Marienthal eine Leiche findet. W"hrend der Koblenzer Kommissar Wieland die Ermittlungen aufnimmt, siegt Janas Neugier. Sie beginnt sich umzuh"ren und erf"hrt immer mehr ber die Ortsgeschichte, nicht ahnend, dass sie damit den M"rder gegen sich aufbringt. Karin Joachim wurde in Bonn-Bad Godesberg geboren und lebt seit 20 Jahren im Ahrtal. Die studierte Germanistin und Anglistin leitete 14 Jahre lang das arch"ologische Museum Roemervilla in Bad Neuenahr-Ahrweiler und ist seit 2009 als freiberufliche Sachbuchautorin und Natur- und Kulturf hrerin in Bad Neuenahr-Ahrweiler t"tig. Als Fachautorin ver"ffentlichte sie bisher zwei Hunderatgeber, kynologische Artikel in verschiedenen Hundemagazinen sowie einen Reisef hrer durch das Ahrtal. Homepage der Autorin: www.ahrtalgeschichten.de Autorenseite bei Facebook: www.facebook.com/KarinJoachimAutorin Autorenseite bei LovelyBooks: www.lovelybooks.de/autor/Karin-Joachim/

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839251324
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2440 kBytes
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Krähenzeit

Tag 1

Nur ein sanfter Windhauch war hier oben zu spüren. Die frische, mildwarme Septemberluft umschmeichelte ihre Haut. Während letzte vereinzelte Nebelschwaden über das Tal hinwegzogen, strahlten die Weinberge bereits im Sonnenlicht. Die Blätter der Rebstöcke trugen noch das sommerliche Grün. Einige Blätter begannen sich an den Rändern leicht rötlich zu verfärben. Ein dezenter Hinweis, dass der Frühherbst vor der Tür stand. Ab und an drang das Geräusch eines im Tal fahrenden Autos in die Höhe. Um diese Uhrzeit und mitten in der Woche war kaum jemand unterwegs. Es war, als habe die Welt innegehalten für einen Augenblick. Die Zeit schien stillzustehen, die Idylle hatte alles Schlechte, Hektische und Brutale einfach zur Seite geschoben.

"Da, hörst du das?!", flüsterte Jana. Sie fühlte sich leicht und unbeschwert. "Da ruft ein Falke." Und dann sah sie ihn auch schon, wie er die Thermik ausnutzend über dem Tal und den Weinbergen seine Bahnen zog mit dem tiefblauen Himmel als Bühne. Auf ihre Begeisterung erhielt Jana allerdings keine Antwort. Wie auch? Ihr Begleiter war ein Hund. Usti, eigentlich Sir Ustinov, ein fünfjähriger Airedale Terrier, den Jana fast überall hin mitnahm. Benannt hatte sie ihn nach dem berühmten Schauspieler Sir Peter Ustinov, dessen Paraderolle ihrer Ansicht nach der Meisterdetektiv Hercule Poirot aus der Feder der englischen Schriftstellerin Agatha Christie war.

Zwei Wochen Urlaub im Ahrtal, die hatte sich Jana redlich verdient. Vor allem nach dem Zwischenfall in der vergangenen Woche. Kurz flackerte die Erinnerung an die dunkle, feuchte Halle wieder auf, die Stimmen der Männer, den Atem dieses Dimitri. Sie spürte den Schnitt an ihrem Hals und das warme Blut, das aus der Wunde rann. Noch im Krankenhaus hatte sie der Polizeipsychologe besucht.

"Nehmen Sie das bitte nicht auf die leichte Schulter. Mit solch einer Erfahrung ist nicht zu spaßen", hatte Mertens gemahnt.

Jana hörte einfach nicht hin und ließ es nicht zu, dass sich Begriffe wie "Posttraumatische Belastungsstörung", "Flashbacks", "Konzentrationsstörungen" oder "Spätfolgen" in ihrem Bewusstsein festhafteten. Was er da in epischer Breite geschildert hatte, hatte so rein gar nichts mit ihr zu tun!

Es kam Jana mehr als gelegen, dass sie für die kommenden beiden Wochen nicht nur ihren Urlaub eingereicht hatte, sondern dass dieser schon längst genehmigt war. Sie würde sich erholen und danach wieder ihren Dienst antreten. Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, wollte sie noch einige Stunden arbeiten, wenigstens ihren Schreibtisch aufräumen. Doch ihr Chef hatte sie unverzüglich zu einem persönlichen Gespräch zu sich gebeten. Am liebsten hätte er aus ihrem anstehenden Urlaub eine Beurlaubung gemacht. Aber das wollte Jana keinesfalls. An jenem Tag wischte sie - wie jetzt gerade wieder - mit einer energischen Handbewegung jegliche Bedenken und alle Erinnerungen weg. Ihr ging es gut und hier war es verdammt schön. Basta!

Sie war sehr früh aufgestanden und hatte als einer der ersten Gäste im Innenhof des Klostercafés von Marienthal einen Milchkaffee getrunken. An den Mauern der Kirchenruine wuchsen Efeu und wilder Wein. Die hohen Fensterlaibungen wirkten, so wie sie nun dastanden, fast ein wenig unheimlich. Selbst im Hier und Jetzt war für Jana der Hauch der Geschichte wahrnehmbar. Je länger sie dort saß, desto weiter waren ihre Gedanken in ferne Zeiten abgedriftet. Was mochte sich in früheren Jahrhunderten hier wohl alles ereignet haben? Auf eine unerklärliche Weise hatte sie dieser Ort magisch angezogen und sie war in weitere Träumereien verfallen. Irgendwann hatte sie sich dennoch loseisen können.

Nun befand sie sich auf dem Weg zurück nach Ahrweiler. Von einem Aussichtspunkt an der asphaltierten Straße, die sich den Berg hinaufschlängelte, blickte sie noch einmal - fast ein wenig wehmütig - durch hohe Nadelbäume hindurch zurück auf die Klostergebäude. Es wurd

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