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Kranichtod Thriller von Noy, Tanja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.03.2017
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Kranichtod

Julia hat das Aufeinandertreffen mit dem Killer der Kraniche gerade so überlebt. Durch neue Hinweise ist sie nun auf der Fährte des Zaren, dem Anführer des Geheimbunds. Susanne hat sich vor der Polizei nach Norwegen geflüchtet. Über einen zwanzig Jahre alten Entführungsfall kommt sie den Kranichen ebenfalls auf die Spur. Sie versucht herauszufinden, was der Geheimbund mit dem Verschwinden der jungen Sofie Dale zu tun hat. Julia hingegen steuert unbeirrt auf den Zaren und den letzten Kampf zu ...

'Hochspannende Lektüre für Leser, die harte Thriller lieben.'
buchjournal über 'Todesruhe'

Tanja Noy fing schon früh an zu schreiben und behielt diese Leidenschaft bis heute bei. Nach einem Koffer voller kleiner Geschichten entstand die Liebe zum Thriller, der sie bis heute treu geblieben ist. Sie liebt und lebt die rockige Seite des Lebens. Mal straight, laut und ziemlich schnell, mal leise und mit wenig Tempo, aber immer mit E-Gitarre und Schlagzeug. Darauf legt sie wert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 06.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959676335
    Verlag: HarperCollins
    Größe: 679 kBytes
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Kranichtod

1. KAPITEL

Der Turm der Seelen

23. Dezember 2010

Hannover

16:46 Uhr

Der Wind pfiff auf eine Art und Weise, wie sie es noch nie zuvor gehört hatten, während nadelspitze Kristalle durch die Luft und ihnen in die Gesichter jagten. Frierend zog Eva sich die Strickmütze etwas weiter über die Ohren und sagte: "Es kommt mir vor, als würden wir uns auf dem Mond bewegen."

Und da hatte sie nicht unrecht. Einmal ganz davon abgesehen, dass sie in ihren dicken Jacken und den unförmigen, kniehohen Stiefeln tatsächlich aussahen wie Mitglieder einer Mondlandungsexpedition, hätte ein Abend auf dem kalten Mond vor allem nicht einsamer sein können. Erst sehr weit hinter ihnen war das Glitzern der fernen Lichterkette zu sehen, die Stadt und Leben bedeutete. Vor ihnen schlängelte sich lediglich ein schmaler Weg, kaum breiter als ein Nadelöhr. Das einzige Geräusch - abgesehen vom launischen Wind, der abwechselnd mal drohend und mal melancholisch pfiff - waren ihre Schritte im hohen Schnee. Am dunklen Himmel war nicht ein einziger Stern zu sehen, übrigens auch kein Mond, und allmählich ging ihnen die Puste aus.

Julia blieb stehen, kniff die Augen zusammen und sah einen Moment lang in den dunklen Himmel. Dann blickte sie wieder geradeaus. Vor ihnen tauchten bereits die unregelmäßigen Konturen des Turms auf, der sich eindrucksvoll über der weißen Schneelandschaft erhob.

"Ich finde diesen Turm unheimlich", bemerkte Eva, ohne stehen zu bleiben.

"Es ist ein ganz normaler Turm." Julia setzte sich wieder in Bewegung und folgte ihr. "Im Sommer eine Touristenattraktion und jetzt im Winter eben einsam und verlassen."

Eva machte ein Geräusch, das nicht zu deuten war. "Es ranken sich jede Menge Gerüchte darum, das weißt du. Es heißt, er sei seit seiner Erbauung das Tor zu einer anderen Welt. Es wird behauptet, er wäre die Heimat aller bösen Geister und ..."

"Hör auf damit, okay? Wir dürfen nicht darauf hereinfallen."

"Worauf?"

"Auf solche Legenden. Das ist genau die Art Angst, die die Kraniche schüren. Und gerade du als Wissenschaftlerin glaubst ja wohl an die Macht der Tatsachen und des wissenschaftlichen Beweises. Nicht an solchen Aberglauben."

Eva schob ihren Schal etwas weiter übers Gesicht, sofort blieben die Schneeflocken in der weichen Wolle hängen und durchnässten sie noch weiter. "Gerade in der Wissenschaft ist nichts unmöglich, Julia. Nur im wissenschaftlichen Sinne unwahrscheinlich. Und nach allem, was wir bereits hinter uns haben ..."

"Es ist nur ein alter Turm. Daran ist absolut nichts Übernatürliches. Können wir es bitte dabei belassen?"

"Wenn du meinst." Eine unerwartet heftige Windbö erwischte Eva und brachte sie ins Wanken. Mühsam kämpfte sie um ihr Gleichgewicht.

"Häng dich bei mir ein", sagte Julia, die ebenfalls Schwierigkeiten hatte, das Gleichgewicht zu halten.

Eva griff nach ihrem Arm und hielt sich daran fest. "Und übrigens sage ich als Wissenschaftlerin auch", setzte sie nach ein paar weiteren Metern hinzu, "dass der Schlüssel zu jedem Geheimnis in der Dekonstruktion liegt. Das Ganze muss zerlegt werden, um die Einzelteile zum Vorschein zu bringen. Die einzelnen Teile sind bedeutungsvoller als das Ganze."

"Die Einzelteile haben vor einer Stunde noch vor uns auf dem Tisch gelegen", gab Julia zurück. "Drei Schlüssel, ein Medaillon, ein Schwert und ein paar Kinderzeichnungen. Und bis auf das Medaillon gab mir nichts davon eine Antwort."

"Hast du es bei dir?"

"Was?"

"Das Medaillon."

"Ja."

"Zeig es noch mal."

"Jetzt?"

"Ja."

Julia blieb stehen und zog das Medaillon mit einem Seufzer aus ihrer Jackentasche. Es war rund, golden und mit allerlei Motiven und Schriftzügen verziert. Stunden hatten sie mit dem Versuch verbracht, es zu öffnen, doch es gab keine erkennbare Möglichkeit. Sie hatten es in alle Richtungen gedreht und

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