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Kristallschnee von Lundberg, Svea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.01.2016
  • Verlag: dead soft verlag
eBook (ePUB)
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Kristallschnee

Bei einem nächtlichen Polizeieinsatz trifft Streifenpolizist Jannis auf den Jugendamtsmitarbeiter Felix. Zwischen den beiden Männern funkt es heftig, doch Felix ist zunächst nicht bereit, sich auf eine Beziehung einzulassen. Außerdem lässt Jannis der Fall der kleinen Amelia keine Ruhe, die er vor ihrem gewalttätigen Vater schützen musste. Während Felix versucht, das kleine Mädchen in einer Pflegefamilie unterzubringen, geraten beide Männer in einen Drogensumpf ungeahnten Ausmaßes. Und plötzlich ist ihre wackelige Beziehung für Felix überlebenswichtig ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 268
    Erscheinungsdatum: 17.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945934678
    Verlag: dead soft verlag
    Größe: 1260 kBytes
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Kristallschnee

Kapitel 1 - Jannis

"Da steht also dieser komplett abgefuckte Kerl neben mir, schielt mich an und fragt, ob ich Dope für ihn dabeihätte. Der hat einfach nicht geschnallt, dass ich von der Polizei bin."

Das tiefe Lachen meines Streifenpartners übertönte beinahe meine letzten Worte. "Nicht dein Ernst, Jannis. Du warst doch in Uniform, oder?"

"Klar, aber - "

Das Piepsen des Funkgeräts unterbrach unseren Wortwechsel. Neben mir brummte Klaus etwas Unverständliches. Vermutlich hatte er sich bereits auf sein Feierabendbier eingestellt.

"Stuttgart 1/284 von Stuttgart 1/25 kommen."

Noch immer grinsend nahm ich den Funkspruch entgegen. "Stuttgart 1/284 hört."

"Sind Sie gerade im Einsatz?" Die Stimme des Wachhabenden erklang gepresst durch den Lautsprecher.

"Nein, wir sind frei", gab ich zur Antwort. "Befinden uns nahe Uhlandshöhe."

"Fahren Sie mal in die Schellbergstraße. Eine Anwohnerin meldet Randale in der Nachbarwohnung. Dort lebt ein alleinerziehender Vater mit seiner kleinen Tochter. Die Dame macht sich Sorgen um das Mädchen."

Seufzend warf ich Klaus einen vielsagenden Blick zu. Häusliche Gewalt gegen eine Schutzbefohlene. Das hatte uns gerade noch gefehlt, so kurz vor Feierabend.

"Okay, wir schauen vorbei."

Der Kollege nannte mir die Hausnummer und den Namen der Anruferin.

"1/284 verstanden."

Klaus schaltete bereits das Blaulicht ein und trat das Gaspedal durch. Schweigend fuhren wir durch das abendliche Stuttgarter Ostviertel. Ich starrte aus dem beschlagenen Fenster zu meiner Rechten und sah die Straßenlaternen an uns vorbeihuschen. Draußen hatte es vor gut einer Stunde wieder zu schneien begonnen. Bei unserem Glück und Klaus' Fahrstil würde diese Einsatzfahrt noch mit einem Totalschaden enden. Nicht, dass er wie ein Irrer durch die Gegend raste, aber 80km/h in der 50er-Zone waren schon eine Hausnummer. Immerhin bedeutete das Blaulicht keinen Freifahrtschein zur unbedachten Raserei, schon gar nicht bei Schneematsch auf der Fahrbahn.

Ich warf einen Blick auf meinen gut zwanzig Jahre älteren Kollegen neben mir. Wie immer, wenn Klaus bei einem Einsatz hinter dem Steuer saß, hatte sich eine tiefe Falte auf seiner Stirn gebildet. Gleichzeitig spielte ein kaum merkliches Grinsen um seine Lippen. Er wirkte beinahe wie ein kleiner Junge, dem die Eltern endlich erlaubt hatten, auf der Kirmes den Autoscooter auszuprobieren. Nur dass unsere Einsatzfahrten in den seltensten Fällen ähnlich amüsant waren wie ein Rummelbesuch.

Wenige Minuten später hielten wir vor einem unscheinbaren Mehrfamilienhaus. Im Lichtkegel einer Straßenlaterne sah ich eine ältere Dame in der Haustür stehen.

"Frau Maier?", sprach ich sie an, während ich mich umständlich aus dem Streifenwagen hievte. Das vollgepackte Holster vertrug sich einfach nicht mit dem vergleichsweise niedrigen Einstieg der E-Klasse.

"Gut, dass Sie da sind, Herr Wachtmeister."

Ich verkniff mir ein Grinsen. Erst kürzlich hatten einige Kollegen Wetten darüber abgeschlossen, wie oft man in einer Schicht als "Wachtmeister" angesprochen wurde.

Die Dame streckte mir die Hand entgegen. Sie wirkte aufgeregt. Rote Flecken hatten sich auf ihren Wangen gebildet, aber vielleicht rührten diese auch von der Kälte her.

"So oft habe ich mir schon gedacht, dass der Herr Krawczyk seine Tochter schlägt", sprudelte es aus der Frau heraus. "Aber die Nachbarn wollten mir ja nicht glauben."

Hinter mir stieß Klaus ein missbilligendes Brummen aus. 'Ja, ja, immer erst bei den Nachbarn beschweren', schien es zu sagen.

"Jetzt mal ganz langsam, Frau Maier. Als Sie auf dem Revier angerufen haben, sagten Sie, der Herr - " Ich war noch nie besonders gut darin gewesen, mir Namen zu merken. "Sie meinten, in der Nachbarwohnung wäre es ungewöhnlich laut."

Mit einem Ohr lauschte ich in die Nach

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