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Kurzschluss im Haus 'Villa Abendrot' Wiener Kriminalnovelle aus den 1960er Jahren von Stradal, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.12.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Kurzschluss im Haus 'Villa Abendrot'

In einem eleganten Wiener Altersheim ereignet sich eines Nachts ein Kurzschluss, und am darauffolgenden Morgen wird eine nicht sehr beliebte Heimbewohnerin mit E 605 vergiftet tot in ihrem Bett aufgefunden. Ihre Angehörigen, die tags zuvor zu Besuch gekommen sind, geraten rasch ins Zwielicht, weil die Tochter sich durch falsche Angaben verdächtig macht und der Schwiegersohn von seiner Abneigung gegen die Tote kein Hehl macht. Bei einer Tarockpartie mit drei betagten Heimbewohnerinnen erfährt Kriminalkommissar Geyer Wichtiges über das noch recht aktive Liebesleben der Ermordeten. Als alles klar zu sein scheint, wird ein Portier des Hauses ebenfalls vergiftet. Das wirft die bisherigen Überlegungen über den Haufen. Anhand von Fotographien, einem Mantel und zweier Teetassen gelingt es ihm aber, den überraschenden Zusammenhang zwischen den beiden Verbrechen zu durchschauen. Diplomkaufmann, 1942 in Wien geboren, Studien in Wien (Betriebswirtschaft und Orgel). Lebt seit 1972 in Maria Enzersdorf. Mitglied des Österreichischen P.E.N.- Clubs, Vorstandsmitglied (Schriftführer) im Österreichischen SchriftstellerInnenverband und Mitglied zahlreicher anderer Literaturvereinigungen. Er verfasst Musikernovellen, Kriminalromane und Gänsehautgeschichten sowie heitere und skurrile Kurzgeschichten. www.michael-stradal.at

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 188
    Erscheinungsdatum: 20.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743169616
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 307 kBytes
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Kurzschluss im Haus 'Villa Abendrot'

I

Das Haus 'Villa Abendrot' war kein Altersheim im herkömmlichen Sinn. Dazu war die Adresse in Wien zu prominent, das Gebäude zu herrschaftlich, die Ausstattung zu elegant und letztendlich war der Preis für den lebensabendlangen Aufenthalt nur für höhere Einkommensschichten erschwinglich. Die Bewohner der Villa waren daher überwiegend Angehörige wohlhabender Bürger oder bekannter Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, die es sich leisten konnten, monatlich mehr Geld auf den Tisch zu legen, als Otto Normalverbraucher im doppelten Zeitraum verdient.

Man sollte nun annehmen, die Villa Abendrot wäre deshalb ein besonders exquisiter Alterssitz gewesen. Dem war eigentlich gar nicht so. Es gab sicher modernere, komfortablere und vielleicht sogar bessere Heime. Die 'Villa' hingegen, wie sie in Fachkreisen nur genannt wurde, galt aber als Geheimtipp, denn dort herrschte eine sehr persönliche Atmosphäre, welche nicht nur auf die vergleichsweise geringe Anzahl an Bewohnern zurückzuführen war, sondern auch auf das außerordentliche Ambiente der gesamten Liegenschaft.

Das prunkvolle Gebäude stammte aus dem ausgehenden neunzehnten Jahrhundert, stand in einem jener Nobelbezirke Wiens, wo seit jeher Adel und Großbürgertum ihre Wohnsitze hatten und strahlte eine gediegene Eleganz aus. Erbaut seinerzeit als repräsentativer Wohnsitz eines Industriemagnaten, durchlebte es nach dem Zusammenbruch der Monarchie und in der Zwischenkriegszeit mehrere Eigentümerwechsel. Es erlitt im Zweiten Weltkrieg einen Bombentreffer und stand nach dem Abzug der Besatzungstruppen als schwer beschädigtes Prunkgebäude inmitten seines von Kriegs-und Nachkriegswirren in Mitleidenschaft gezogenen Parks. Nach einem längeren Dornröschenschlaf, welcher der Bausubstanz und der Gartenanlage sicher nicht gutgetan hatte, wurde die Liegenschaft von einer Versicherungsgesellschaft erworben, welche daraus ein Altersheim für gehobene Ansprüche zu machen beabsichtigte. Ein Vorhaben, welches als gelungen bezeichnet werden kann, denn bei der Sanierung des stattlichen Gemäuers gelang es dem Architektenteam, zwischen dem Charme des Wiener Ringstraßenstils und den Erfordernissen eines zeitgemäßen Altersheims einen harmonischen Ausgleich zu finden. Der Eindruck einer gediegenen Eleganz wurde nicht nur durch die ausgewogenen Proportionen des sorgfältig renovierten Gebäudes, sondern auch durch den im sogenannten 'Schönbrunnergelb' gehaltenen Fassadenanstrich hervorgerufen.

Die einzige stilistische Sünde bei dieser an sich gelungenen Revitalisierung des Gebäudekomplexes war auf der Rückseite, an der Parkfront, zu sehen, wo im schmäleren Mittelteil des dreiteiligen Baues, dem Stiegen- und Lifttrakt, die Fassade durch eine überdimensionale Verglasung unterbrochen wurde. Sie gewährte einen nicht unbedingt notwendigen Einblick in das neu gestaltete Stiegenhaus mit dem ebenerdigen Foyer und den Veranden in den beiden Stockwerken darüber, ermöglichte aber von dort aus einen wunderbaren Blick über die sehenswerte Parkanlage.

Im Hausinneren herrschten peinliche Ordnung und gepflegte Sauberkeit. Die hellen Zimmer - vom Einbettzimmer bis zum Appartement - waren durchaus geräumig und bestanden aus einem mit Stilmöbelimitaten eingerichteten Wohn-, einem Schlaf- und den mit neuster Sanitärtechnik ausgestatteten Nassräumen.

Von der Straße her gelangte man durch einen mit Blumen geschmückten Vorgarten über eine geschwungene Freitreppe in den Eingangsbereich, einem geräumigen Foyer mit zahlreichen Sitzgelegenheiten, Zeitungsständern und der rund um die Uhr besetzten Portierloge, in welcher sich auch eine moderne Telefonzentrale befand. Ebenerdig rechts schlossen sich die Verwaltung, die Wohnräume des Direktors und seiner Familie an, parkseitig ein Gesellschaftsraum mit anschließendem Kaffeehaus, von welchem aus man in den eleganten Restaurantbereich oder auf die Terrasse gelangen konnte, welche sich harmonisch in den Park ei

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