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Kyai! Kriminalroman von Kröger, Merle (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.07.2014
  • Verlag: CulturBooks Verlag
eBook (ePUB)
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Kyai! Kriminalroman

Über das Buch In Berlin wird das erste Bollywood-Musical geprobt. Mit mondänem Prunk und dickem Budget verspricht die Inszenierung an der Spree ein Hit zu werden. Kino-Expertin Mattie Junghans soll als Begleitprogramm eine feine Filmreihe zusammenstellen. Herrliche Aussichten für die chronisch abgebrannte Wanderkinobetreiberin. Doch Mattie, die Norddeutsche mit dem indischen Gesicht, bekommt bei einer Open-Air-Feier in der Provinz bösen Ärger: Ihr Wanderkino wird zerstört und nur dank Jasmin Assadi, Leibwächterin und Kampfkunst-Ass, kommt sie selbst mit heiler Haut davon. Dann legt sich Mattie ausgerechnet mit der Bundeswehr an ... Bald treibt eine Leiche in der Ostsee, und hinter blühendem Raps und Windenergie lauern dunkle Geheimnisse. Ein fulminanter Kriminalroman um indisches Kino, deutsche Politik, große Illusionen und Kung-Fu. "Dieser zweite Roman um die rastlose Kino-Expertin Mattie Junghans ist eine süffige Mischung aus Krimi, Drama, Pop-Märchen und klugem Blick hinter die Kulissen deutscher Politik und Kultur. Hinzu kommt Merle Krögers wunderbare Erzählsprache, mal trocken, mal urkomisch, dann wieder emotionsgeladen, immer flüssig, lebendig und wahrhaftig. Mir schenkt diese Lektüre, was ich an deutschen Krimis oft vermisse: ein Feuerwerk aus Realitätsnähe, multikultureller Opulenz, pointiertem Witz und turbulenter Action." Else Laudan "So beherzt wie überzeugend ... Merle Krögers Krimi ist auf der Höhe der Zeit, ihre Figuren sind so rund und bunt wie das Leben." Sylvia Staude in der Frankfurter Rundschau "Ein üppiger Genreroman, der alles hat, was des Krimilesers Herz begehrt: Action, Intelligenz, Wortwitz, Situationskomik, Liebe, Verzweiflung, Leidenschaft, Kampf, Korruption, Bedrohung, Aufbegehren, Abschied, Erkenntnis, Aufklärung. Respekt!" Ulrich Noller im WDR (Funkhaus Europa) Über die Autorin Merle Kröger, geb. 1967 in Plön/Schleswig-Holstein, studierte Filmwissenschaft und Publizistik an der FU Berlin, macht seit 1987 eigene Videos und Filme, ist in Künstlergruppen aktiv, konzipiert und realisiert Film- und Videoscreenings, Seminare, Ausstellungen, Konzerte. Mitgründerin der Produktionsfirma "dogfilm" und der Medienkunst-Plattform "pong". Merle Kröger macht Produktion, Buch, Regie, Dokumentarfilm, Essay und Videokunst, ist als Cutterin, Autorin und Produktionsleiterin sowie als Kuratorin tätig und arbeitet frei für ZDF, Arte, 3Sat, Deutsche Welle u. v. a. Sie erhielt etliche Auszeichnungen auf Film- und Videofestivals im In- und Ausland. Merle Kröger, geb. 1967 in Plön/Schleswig-Holstein, studierte Filmwissenschaft und Publizistik an der FU Berlin, macht seit 1987 eigene Videos und Filme, ist in Künstlergruppen aktiv, konzipiert und realisiert Film- und Videoscreenings, Seminare, Ausstellungen, Konzerte. Mitgründerin der Produktionsfirma "dogfilm" und der Medienkunst-Plattform "pong". Merle Kröger macht Produktion, Buch, Regie, Dokumentarfilm, Essay und Videokunst, ist als Cutterin, Autorin und Produktionsleiterin sowie als Kuratorin tätig und arbeitet frei für ZDF, Arte, 3Sat, Deutsche Welle u. v. a. Sie erhielt etliche Auszeichnungen auf Film- und Videofestivals im In- und Ausland. Mit ihrem Partner Philip Scheffner schuf sie u. a. den Dokumentarfilm "Revision", dessen Handlung Krögers zuletzt erschienener Kriminalroman "Grenzfall" zugrunde liegt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 31.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944818542
    Verlag: CulturBooks Verlag
    Serie: Mattie Junghans Bd.2
    Größe: 619kBytes
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Kyai! Kriminalroman

6 Country Life

Cal ließ die Hängematte mit geschlossenen Augen auspendeln. Aber er konnte sich nicht entspannen. In seinem Kopf ging alles drunter und drüber. Er machte die Augen wieder auf. Über sich sah er die verzierten Balken der Veranda und dann blauen Himmel, in den rechts oben ein paar Palmblätter hineinragten.

Er musste sich zwingen, an etwas anderes zu denken.

Irgendwann würde er auch so ein Haus haben und so ein Leben.

Er sah hinüber zu der zweiten Hängematte, die im spitzen Winkel zu seiner hing. Leider lag darin nicht Nick, sondern Mohan Kapur, übergewichtiger Spross der einflussreichsten Filmdynastie Bombays. Cal hob vorsichtig den Kopf, um zu sehen, ob Mohan schon schlief. Ein lautes Räuspern, gefolgt von einer halben Umdrehung des massigen Körpers ließ ihn wieder zurücksinken. Noch konnte er sich nicht gefahrlos aus dem Staub machen.

Also legte er den Kopf in den Nacken und betrachtete das Anwesen, das sich, natürlich verkehrt herum, in sanften Wellen bis hinunter zum See erstreckte, wo die Hütten der Gärtner lagen. Bunte Fähnchen an Holzstangen markierten die neun Löcher des hauseigenen Golfplatzes. Mohan hatte sich hier ein künstliches Paradies geschaffen, das aus einem seiner eigenen Filme hätte stammen können. Und Cal hatte er als Hauptdarsteller nominiert.

Der Film hatte begonnen, als Cal - der natürlich den armen Helden verkörperte - am Tag zuvor aus dem grellen Licht des staubigen Bahnhofsvorplatzes von Pune in den Fond eines schwarzen Maybach sank. Der Fahrer bot ihm eisgekühlte Getränke an und fragte, ob er auf dem Weg eine DVD anzuschauen wünsche. Aber Cal sah lieber aus dem Fenster, wo die rote Erde von Maharashtra wirkungsvoll mit den grünen Hügeln und klaren Seen außerhalb der Stadt kontrastierte. Frauen in bunten Saris, die Heuballen auf dem Kopf an der Straße entlangtrugen, fügten sich ebenso nahtlos in die Filmszene ein wie die bewaffneten Wächter am Tor der Residenz, die salutierten, als er vorbeirollte. Leise knirschend kamen die Räder im Kies zum Stehen. In der Haustür erschien - im Film würde der Held jetzt anfangen zu singen - Cals beste Freundin Nitya in engen Jeans und einem Tank-Top mit Tarnmuster, wie man es trug, seit Shahrukh Khan darin in Main Hoon Naa die Terroristen besiegt hatte. Sie nahm die Sonnenbrille ab, rannte in Nike-Sneakers die Stufen des Portals herunter, riss die Autotür auf und ließ sich neben ihm in die Polster fallen.

"Hi, Handsome. Wie geht es deinem liebsten Hunnen?" Ab hier würde der Film natürlich anders weitergehen, denn es kam auf keinen Fall in Frage, dass die Heldin sich nach dem Lebensgefährten des Helden erkundigte.

"Nitya, ich warne dich!", zischte Cal. "Ein falsches Wort und ich kläre deinen Vater darüber auf, dass du seit drei Jahren mit einem verheirateten Mann schläfst!"

Aber Nitya lachte nur und zog ihn aus der kühlen Luft des Autos in die Hitze draußen. Arm in Arm betraten sie das Haus, dessen Erdgeschoss aus einem einzigen Raum bestand, der bis unter die freigelegten Deckenbalken reichte. Er bildete das kombinierte Ess- und Wohnzimmer. In den Seitenflügeln befanden sich neben einem separaten Küchentrakt die Schlafzimmer der Familie sowie ein Büro, in dem Mohan seine Geschäfte auch von Pune aus kontrollieren konnte.

Als Nitya und Cal hereinkamen, saß er vor einem Flatscreen, der die halbe Breite der Wand einnahm, und sah sich die gerade synchronisierte Fassung seines neuen Films an. Über eine Freisprechanlage brüllte er in ein unsichtbares Telefon.

"Das geht so nicht! Wir sind doch hier nicht in Madras!"

Cal lä

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