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Lassiter - Folge 2361 Thunder von Slade, Jack (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.10.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Lassiter - Folge 2361

Der grauhaarige Kassierer, dem der Lauf des schussbereiten Peacemakers an die Schläfe gedrückt wurde, zitterte am ganzen Leib. 'Bitte, Mr. Jones!', keuchte er. 'Wenn Sie wissen, wo der Schlüssel ist, dann sagen Sie's ihnen!' Rob Jones, der Bankvorsteher, stand vor dem Aktenschrank neben der Verbindungstür, die Hände hoch in die Luft gereckt. Links neben ihm kniete Wisby, der Laufbursche, und schwitzte Blut und Wasser. Vor ihnen, im Kundenraum der Monk & Blossom Bank, standen die Bankräuber: zwei Gestalten mit geschlitzten Masken vor dem Gesicht. Sie warteten auf die Reaktion des Vorstehers. 'Der Direktor hat ihn', sagte Jones leise. 'Er trägt den Schlüssel immer am Mann.' 'Du lügst!', gellte die Stimme einer Frau. Im nächsten Augenblick krachte ein Schuss und der Graukopf am Schalter brach tot zusammen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 17.10.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732553617
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1128 kBytes
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Lassiter - Folge 2361

"Ich will den Schlüssel!", rief die Frau.

Rob Jones starrte auf die Sehschlitze ihrer Maske. Darin funkelte ein Paar heller, böser Augen. Aus der Mündung des Peacemakers stieg Rauch auf. Kaltblütig hatte die Bankräuberin den alten John Haller in den Kopf geschossen.

Jetzt zielte die Furie auf den Laufjungen.

Wisby fing an zu weinen. "Mr. Jones, um alles in der Welt", schluchzte er verzweifelt, "wir werden alle sterben. Geben Sie ihnen den Schlüssel!"

Rob Jones zögerte einen Augenblick, dann nickte er. "Okay, ich tue, was verlangt wird."

"Warum nicht gleich so?", sagte die Frau. "Nehmen Sie die Hände herunter." Sie warf einen Blick über die Schulter. Ihr Komplize, ein groß gewachsener Mann im langen dunklen Mantel, lehnte mit dem Rücken an der Plakatwand neben der Vordertür und sicherte. Er hielt eine Schrotflinte mit verkürztem Lauf in den Händen.

Jones nahm die Hände herunter. Der Schlüssel, auf den die Bankräuber so scharf waren, passte zu dem Tresorraum im rückwärtigen Teil der Bankfiliale. Wie gewöhnlich trug er ihn an einer Schnur um den Hals.

Die Frau hob die Schranke neben dem Schalter und zog den Kopf ein, während sie auf die andere Seite glitt.

Scheusal! Jones öffnete die obersten Knöpfe seines akkurat gebügelten, weißen Oberhemdes. Er löste die Schlaufe, an der der Schlüssel hing. Dabei blickte er der Mörderin fest in die Augen.

Mit einem großen Schritt trat sie über die Leiche des Kassierers hinweg.

Jones hörte, wie das Blut unter ihren Sohlen schmatzte. Ein Kloß würgte in seinem Hals. Er dachte an Hallers Frau, Mabel, die seit langem an einer Krankheit mit einem unaussprechlichen, lateinischen Namen litt. Haller hatte sie aufopferungsvoll gepflegt. Die Nachricht vom Tod ihres Mannes würde Mrs. Haller wahrscheinlich umbringen.

Für einen Moment überkam Jones rasende Wut, aber er kämpfte die Anwandlung schnell nieder. Im Moment war er hilflos wie ein Neugeborenes. Wenn er jetzt den Kopf verlor und den Kommandos der Eindringlinge nicht gehorchte, würden sie auch ihn töten. Damit war keinem geholfen.

"Du rührst dich nicht vom Fleck", sagte die Frau zu dem schluchzenden Wisby.

Der Junge nickte beflissen.

Jäh spürte Jones den Lauf des Colts im Rücken. "Flinke Füße!", drängte die Frau.

Er schob die Verbindungstür auf.

Durch das Office gelangten sie zu einer massiven Eisentür. Im Raum befanden sich zwei Schreibtische, mehrere Stühle und eine Regalwand, die mit Akten vollgestopft war. Der Geruch von Tinte und Papier mischte sich mit dem von Blut.

Hallers Blut!

Jones rammte den Schlüssel ins Schloss.

Nebenan, im Schalterraum, polterte es dumpf. Offenbar hatte der Mann mit dem Schrotschießer einen Neuankömmling zu Boden geschlagen.

Jones zögerte.

"Aufmachen", sagte die Frau.

Er schloss mehrmals um, dann zog er die schwere Tür ruckweise auf. In dem gepanzerten Raum lagerten ungefähr fünftausend Dollar in kleinen Banknoten, Goldbarren und Silbermünzen. Außerdem wurden hier eine Menge Urkunden und Wertpapiere aufbewahrt.

Die Maskierte reichte Jones einen Sack aus Rindsleder. "Einsammeln! Los, 'n bisschen flott, wenn ich bitten darf!"

Ihre Stimme klang jung, fast mädchenhaft. Jones schätzte die Bankräuberin auf knapp fünfundzwanzig Jahre. Eine Evastochter in der Blüte ihres Lebens, und schon so abgebrüht und menschenfeindlich. Vor seinen Augen hatte sie einen Mann getötet, der ihr Vater hätte sein können. Ohne mit der Wimper zu zucken.

Was für ein Trauerspiel!

Jones klopfte das Herz bis zum Hals. Er fühlte, wie Schwindel in ihm aufstieg. Mit aller Willenskraft kämpfte er dagegen an.

"Mach schon!" Die Frau gab ihm einen Schubs.

Den Sack in der Linken, stolperte Jones über die Schwelle.

"Zuerst die Barren und das Silbergeld", befahl die Mörderin.

Jones parierte aufs Wort. So schnell er konnte, klaub

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