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Lassiter - Folge 2362 Lightning von Slade, Jack (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.10.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Lassiter - Folge 2362

Am Tag, als Mary Scott aus dem Gefängnis ausbrechen wollte, regnete es in Strömen. Sie lag auf ihrer Pritsche in der Zelle und starrte zur vergitterten Fensterluke. Immer wieder musste sie an den Mann denken, der sie in den Knast gebracht hatte. 'Lightning', so nannte sich der Hurensohn. Sie fluchte lästerlich. Jamie und Kate, ihre Zellengenossinnen, achteten nicht auf sie. Die beiden saßen am Tisch und spielten Poker mit selbst gemachten Karten. 'Full house!', meldete Jamie. 'Vier Neunen', konterte Kate. Jamie Prentiss, wegen Raubmordes zu zwanzig Jahren verurteilt, warf der Mitspielerin die Karten ins Gesicht. Kate Allen packte ihre Rivalin am Hals. 'Miststück! Ich mach dich kalt!' Die beiden Frauen gingen aufeinander los. Erst als Blut floss, griff Mary ein. Sie schlug beide zu Boden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 24.10.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732554225
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1192 kBytes
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Lassiter - Folge 2362

Kate Allen rappelte sich als Erste auf. Stöhnend befühlte sie ihren Kiefer, der rasch anschwoll.

Mary rieb ihre schmerzende Faust. "Wenn du noch mehr willst, bitte sehr."

"Nein, nein, Thunder, alles gut." Kate wich einen Schritt zurück.

Mary wandte sich Jamie Prentiss zu. Die Raubmörderin lehnte an der Wand und schnappte nach Luft. Beide Hände hatte sie auf ihre Magengrube gepresst. Jamie war eine harte Nuss, aber ein Schlag auf den Herzmuskel war nicht jedermanns Sache.

Jamies dunkle Augen funkelten niederträchtig.

"Du verlierst nicht gern, was?" Mary stemmte die Hände in die Seiten. "Aber wenn du nicht verlieren kannst, lass die Finger von den Karten."

Jamie sammelte Speichel und spuckte aus. "Leck mich, blöde Schlampe!"

Auf einmal war es im Zellentrakt still wie auf dem Meeresgrund. Kate Allen zog sich in den hintersten Winkel der Zelle zurück. Jamie Prentiss hob die Fäuste, als wolle sie angreifen.

Mary blieb kalt. "Sag das noch mal", sagte sie.

Jamie, eine stämmige Frau mit kurzen Haaren, flachem Busen und dickem Hinterteil, mahlte mit den Zähnen, dass es knirschte. Sie hatte die Ärmel ihrer Jacke bis zu den Ellbogen hochgekrempelt. Auf ihren Unterarmen wimmelte es von Tätowierungen: Totenköpfe, Kreuze, magische Symbole, die Initialen von verflossenen Liebhabern.

"He, hat's dir die Sprache verschlagen?" Mary war bereit, ihre Gegnerin k.o. zu schlagen, wenn die es darauf anlegte.

Für längere Zeit herrschte Schweigen. Jamie schien nachzudenken. Dann sagte sie: "Warum soll ich mich wiederholen? Du weißt genau, was ich gesagt habe."

"Ich will's aber noch mal hören", versetzte Mary.

"He, Mädels, vertragt euch!", tönte Kate aus der Ecke. "Wenn Johnson mitkriegt, dass es in unserer Bude Zoff gibt, ist das Wasser auf seine Mühlen. Der freut sich doch, wenn er uns eins auswischen kann. Gebt euch die Hand und vergesst den Streit."

Lee Johnson war der Oberaufseher im Central Prison von Denver. Er schikanierte die gefangenen Frauen, wo es nur ging. Bei den geringsten Vergehen verfügte er drastische Strafen. Gestern hatte er Kates Pritsche aus der Zelle räumen lassen, weil sie nach dem Abendessen angeblich die Teller nicht sauber genug abgewaschen hatte. Kate hatte die Nacht auf dem kalten Steinboden der Zelle verbringen müssen.

Mary starrte ihre Widersacherin an. "Okay, vergessen wir das Ganze. Heb die Karten auf und leg sie hin, wo sie hingehören, Jamie."

Die Mörderin blähte ihren Brustkorb. "Von dir lass ich mir gar nichts sagen. Wenn dir was nicht passt, dann mach's doch selbst!"

"Karten aufheben!" Mary hatte die Stimme gehoben. "Ich rate dir, mich nicht zu reizen."

Jamie zitterte das Kinn vor unterdrückter Wut.

"Wäre ich du, würde ich machen, was Thunder sagt", warnte Kate aus der Ecke.

"Und wenn ich's nicht tue?"

Mary betrachtete ihre langen, spitz zugefeilten Fingernägel. "Dann ritze ich dir ein Muster in deine Visage", sagte sie kalt. "Was ist dir lieber? Ein Kruzifix oder ein Pentagramm?"

Jamie war sichtlich beeindruckt. "Das wagst du nicht", keuchte sie.

"Doch", erwiderte Mary. "Ich wage es. Wetten?"

"Mit dir wette ich nicht."

Mary genoss das Machtspiel. Okay, Jamie war ein harter Brocken, aber sie, Mary "Thunder" Scott, war die Stärkere. Das hatte sie im Central Prison oft genug unter Beweis gestellt. Alle Mitgefangenen zollten ihr einen Heidenrespekt. Letzte Woche war sie beim Hofgang von der Schwarzen Lucy beleidigt worden. Lucy hatte ein Bordell in Dodge City besessen und "vergessen" die fälligen Steuern zu entrichten. Ein unzufriedener Freier hatte sie denunziert, es gab eine Gerichtsverhandlung, und Lucy landete im Frauengefängnis von Denver. Diese Lucy besaß eine verdammt lose Zunge und hatte Mary mit einer abfälligen Bemerkung bedacht, worüber sich die umstehenden Frauen und Wachleute köstlich amüsiert hatten. Mit einem kapitalen

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