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Leben mit doppeltem Boden Roman von Rendell, Ruth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2015
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Leben mit doppeltem Boden

Unter einer Hecke hat man die Leiche einer Frau gefunden. Als Chief Inspector Wexford am Tatort eintrifft, hat er außer dem Namen zunächst kaum einen Hinweis auf die Identität des Opfers. Es gibt nur wenige Anhaltspunkte, die auf Rhoda Comfreys Adresse oder ihre Beschäftigung schließen ließen, von einem Motiv für die Tat ganz zu schweigen. Wexford versucht, sich anhand der Erzählungen der Dorfbewohner ein Bild von der Frau zu machen, die allem Anschein nach wohlhabend und erfolgreich war. Eine Frau, die ihren Geburtsort nicht mochte, weil er für sie schmerzliche Erinnerungen barg; eine intelligente, vom Leben enttäuschte Frau, die sich um ihren herrschsüchtigen Vater nur aus Pflichtgefühl kümmerte. Doch am Ende der mühsamen Ermittlungen zeigt sich das wahre Gesicht der Rhoda Comfrey ...

Ruth Rendell wurde 1930 in London geboren und lebte dort bis zu ihrem Tod 2015. Sie arbeitete als Journalistin, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. 1997 wurde sie mit dem Grand Master Award der Crime Writers' Association of America, dem renommiertesten Krimipreis, ausgezeichnet und darüber hinaus von Königin Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben. Ruth Rendell ist auch unter dem Pseudonym Barbara Vine bekannt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 163
    Erscheinungsdatum: 31.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641161156
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 567kBytes
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Leben mit doppeltem Boden

1

_____

Ausnahmsweise kam er heute einmal früh nach Hause. Aber vielleicht würde das in der nächsten Zeit sogar zum Dauerzustand. Der August war nicht nur für gesetzestreue Bürger, sondern auch für Kriminelle der traditionelle Urlaubsmonat. Während er in seine Straße einbog, fiel Wexford ein, dass seine Enkel da sein würden. Das passte gut. Es war noch reichlich drei Stunden hell, da konnte er mit ihnen zum Fluss gehen. Robin plagte ihn schon lange deswegen. Seit seine Mutter ihm "Der Wind in den Weiden " vorgelesen hatte, war es sein größter Wunsch, einmal eine Wasserratte zu sehen.

Vor dem Haus stand Sylvias Wagen. Sonderbar, dachte Wexford. Er war der Meinung gewesen, die Jungen würden über Nacht bei ihnen bleiben. Während er seinen eigenen Wagen vorsichtig an dem seiner Tochter vorbeimanövrierte, kam Sylvia im Laufschritt aus dem Haus, den brüllenden Ben auf dem Arm, gefolgt von dem sechsjährigen Robin, der ebenfalls alles andere als vergnügt aussah. Er lief auf seinen Großvater zu.

"Du hast mir versprochen, dass wir zu der Wasserratte gehen! "

"An mir soll 's nicht liegen. Ich denke, ihr übernachtet bei uns? "

Sylvias Gesicht war puterrot - vor Zorn oder vielleicht auch nur vom Laufen, denn es war sehr heiß.

"Falsch gedacht, Dad . Mein lieber Ehemann hat wieder mal alle Pläne über den Haufen geworfen - und das ausgerechnet an unserem Hochzeitstag. Hör auf zu brüllen, Ben! Er bringt einen Kunden zum Abendessen mit, und ich darf natürlich wieder mal Köchin spielen und die Kinder holen. "

"Warum lässt du sie denn nicht hier?" fragte Wexford.

"Au ja" , krähte Robin. " Lass uns doch hier, Mammi, bitte! "

"Kommt überhaupt nicht in Frage . Warum musst du ihnen auch noch Flausen in den Kopf setzen, Dad? Ich bringe sie jetzt nach Hause, soll Neil sehen, wie er sie ins Bett bekommt. "

Sie drängte die beiden Kinder in den Wagen und fuhr los. Die Fenster waren alle offen, und das Brüllen der beiden kleinen Jungen - Robin hatte jetzt in das Protestgeschrei seines Bruders eingestimmt - wetteiferte mit dem Brüllen des misshandelten Motors. Wexford ging achselzuckend ins Haus. Es hatte offensichtlich eine Szene gegeben, aber so wie er seine Frau kannte, war sie gegen Aufregungen dieser Art weitgehend immun. Erwartungsgemäß saß sie seelenruhig im Wohnzimmer und sah sich das Ende einer Kindersendung im Fernsehen an. Im ganzen Zimmer lagen Bücher herum, auf einem hohen Stapel saß ein Teddybär.

"Was ist denn in Sylvia gefahren?"

"Emanzipation" , erklärte Dora Wexford. "Wenn Neil einen Kunden mitbringen will, soll er sich gefälligst selber um die Vorbereitungen kümmern, soll nachmittags heimkommen, putzen, den Tisch decken ... Die Kinder hat sie nur abgeholt, weil er sie schlafen bringen soll. Und auf dem Heimweg wird sie die Stimmung so aufheizen, dass er sich damit schwer tun dürfte. "

"Du liebe Güte! Und ich habe sie immer für ein halbwegs vernünftiges Mädchen gehalten . "

"Es ist der reinste Tick bei ihr . Monatelang geht das jetzt schon so. Ihr Männer seid die Herren der Welt, wir sind die Sklavinnen, unbedeutende Anhängsel. "

"Warum hast du mir davon nie etwas erzählt?"

Dora schaltete den Fernseher aus. "Du hattest deine Arbeit und hättest bestimmt keine Lust gehabt, dir nach Feierabend noch all diesen Unfug anzuhören . Mich hat sie tagtäglich damit berieselt. "

Wexford hob die Augenbrauen. "Es ist also Unfug?"

"So in Bausch und Bogen möchte ich das nicht sagen . Ihr Männer habt es nach wie vor besser in unserer Welt, da gibt es gar nichts. Verstehen kan

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