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Leberkäs und Hackebeil Ein Bayern-Krimi von Müller, Jessica (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2019
  • Verlag: beTHRILLED
eBook (ePUB)

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Leberkäs und Hackebeil

Diese Dorfidylle ist nicht hieb- und stichfest ... Krindelsdorf bei München: Hauptkommissar Alexander Hirschberg und seine Frau Susan fiebern der Geburt ihres ersten Kindes entgegen. Das beschauliche Landleben wäre perfekt, wenn nicht eine neue Nachbarin mit jedem im Dorf Streit anfangen würde. Und es kommt noch schlimmer: Roman Rangler dreht seine neue Reality-Show im Ort. Der prominente Fernsehkoch ist nicht nur ein echtes Ekel, auch seine Crew sorgt für reichlich Krach in Krindelsdorf. Dann geschieht ein Mord, und so gut wie jeder ist verdächtig. Hirschberg sucht die Nadel im Heuhaufen - ob er es da noch rechtzeitig in den Kreißsaal schafft? Urkomisch, spannend, bayrisch: Hauptkommissar Hirschbergs zweiter Fall in Krindelsdorf. eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.

Jessica Müller, geboren 1976 in München, verbrachte ihre Kindheit im Dachauer Land, wo auch der fiktive Ort Krindelsdorf liegt. Nach einem abgeschlossenen Übersetzerstudium folgten Auslandsaufenthalte in England und Irland. Derzeit lebt sie in Bonn und studiert Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 307
    Erscheinungsdatum: 01.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732558216
    Verlag: beTHRILLED
    Größe: 1494 kBytes
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Leberkäs und Hackebeil

2.

»Wir haben das doch nun zur Genüge besprochen«, wiederholte Seitlbach ungeduldig. Der Krindelsdorfer Bürgermeister warf einen demonstrativen Blick auf die Uhr an seinem Handgelenk, bevor er den versammelten Gemeinderat eindringlich anstarrte und seine Krawatte lockerte. Der Konferenzraum im Krindelsdorfer Rathaus war stickig.

»Ich bin gewählt worden, um das Beste für unsere Gemeinde herauszuholen. Mir ist es schließlich auch zu verdanken, dass wir nun endlich den langersehnten S-Bahn-Anschluss haben!«, erklärte er den Anwesenden großspurig. »Und ich muss euch sicher nicht daran erinnern, dass die Morde im letzten Sommer nicht gerade gut für unser Image waren, geschweige denn für die gesamte Region.« Seitlbach zog seine Augenbrauen vielsagend nach oben. Dass ihm der Mord an seiner eigenen ungeliebten Frau, die ihn durch ihr Auftreten bei offiziellen Anlässen stets blamiert hatte, nicht so ganz ungelegen gekommen war, las er deutlich auf einigen der ihm zugewandten Gesichter. Er ignorierte die Häme. »Aber mit dieser Sendung können wir unter den Augen der Zuschauer nicht nur unsere soziale Ader unter Beweis stellen, sondern bekommen auch noch ein vollständig saniertes Restaurant mit angegliederter Brauerei obendrein. Und dass diese Sozialfälle auf der Baustelle und in der Küche mithelfen und dadurch mit ihrem Leben besser zurechtkommen sollen, ist ja schön und gut. Aber vor allem werden uns die Gourmets aus München und Umgebung die Tür einrennen!«, prophezeite Seitlbach. »Immerhin wird kein Geringerer als Roman Rangler am Herd des Restaurants stehen! Und außerdem ist es längst an der Zeit, Bayern und auch ganz Deutschland zu zeigen, dass Krindelsdorf durchaus einen Besuch wert ist. Und eben nicht nur, weil es Schauplatz von zwei Morden war.«

Es würde einfach sein, einen Pächter zu finden, wenn das Restaurant und die Brauerei erst einmal saniert und sie die Jugendlichen wieder losgeworden waren, kalkulierte er unbarmherzig. Diese verlotterten Gestalten hielten eine ehrliche Arbeit niemals auf Dauer durch.

Aber Ranglers Name und die Aussicht, ein ihm ebenbürtiger Koch würde das Restaurant nach Ende der Dreharbeiten übernehmen, waren Musik in Seitlbachs Ohren. »Das Geld des Senders und ein Gourmetrestaurant hier am Ort sind ein Glücksfall für Krindelsdorf! Und wir alle wollen doch das Beste für unsere Gemeinde!«

Die tragischen Morde im vergangenen Sommer hatten Krindelsdorf in seinen Grundfesten erschüttert. Günther Seitlbach war deshalb wild entschlossen, seiner Gemeinde ein neues, positives Image zu verpassen. Meine letzte Amtshandlung als amtierender Bürgermeister, schoss es ihm zufrieden durch den Kopf. Schon in wenigen Wochen war Wahltag, und Seitlbach war sich sicher, dass er danach auf einem bequemeren Sessel im Landratsamt saß.

»Ich weiß immer noch nicht so recht, Günther«, meldete sich Jochen Wiesner, Sprachrohr der Ökopartei, zu Wort.

Seitlbach seufzte innerlich. Dem Bürgermeister war klar, dass der Veganer grundsätzliche Vorbehalte gegenüber dem geplanten Edel-Fresstempel hegte. Vor ihm auf dem Teller lag sein mitgebrachter Snack. Ein fleisch- und in Seitlbachs Augen auch genussfreier Tofuburger, der vermutlich für seinen missmutigen Gesichtsausdruck verantwortlich war.

Seit seiner Ernährungsumstellung vor knapp zehn Jahren hatte Wiesner fünfzehn Kilo verloren. Sein Rollkragenpullover, der noch aus der Zeit vor der Gewichtsabnahme zu stammen schien, schlackerte sackartig an ihm herab. Seine Frau, die er vor eben zehn Jahren auf einer spirituellen Ichfindungsreise in Indien kennen und lieben gelernt hatte, wie er stets betonte, nannte sich seither nicht mehr Gerlinde, sondern Indira. Sie war eine feurige Verfechterin der Rohkost und nahm niemals gekochte Speisen zu sich. Ein weiteres Speiselokal, in dem Menschen tote Lebewesen verzehrten, war Wiesner daher ein Dorn im Auge.

Vermutlich hing der Haussegen in der »Villa Freudlos« sch

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