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Leiche an Bord Halls und Bruckners fünfter Fall von Börgdahl, Ole R. (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Leiche an Bord

Eine Fähre, eine Leiche. Kriminaloberkommissar Kurt Bruckner benutzt den offensichtlichen Unfalltod eines Hamburger Bauingenieurs als Fall in seinen Kursen für angehende Profiler. Als Tillman Halls sich den Lehrstoff ansieht und an einer Ortbesichtigung teilnimmt, bekommt der ehemalige New Yorker Polizist seine Zweifel. Bruckner und Halls rollen den Fall neu auf. Wurde bei der ersten Untersuchung tatsächlich etwas übersehen? Bald präsentieren sich dem Ermittlerduo drei Tatverdächtige mit unterschiedlichen Motiven. War der Unfall doch ein Mord? Halls und Bruckners fünfter Fall. Alle Tillman-Halls-Krimis sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.

Ole Roelof Börgdahl wurde am 23.05.1971 in Skellefteå, Schweden, geboren. Er wuchs in Skellefteå, Malmö und Lübeck auf. Das Lesen ist für Ole R. Börgdahl ein wichtiges Element des Schreibens. 'Ich habe keine Lieblingsbücher, ich kann aber Bücher nennen, die mich beeindruckt haben. Hierzu gehört der Zyklus Rougon-Macquart von Émile Zola und Suite Francaise von Irène Némirovsky. Bei Zola gefällt mir die reiche Sprache, bei Suite Francaise hat mich das Schicksal von Irène Némirovsky bewegt.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 248
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738044348
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 739kBytes
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Leiche an Bord

1.....Mittwoch, 30. April 2014

Ich beendete das Telefonat und hatte noch die Stimme meiner Sekretärin im Ohr. Ich überprüfte in Gedanken die Punkte, die ich Frau Sievers aufgetragen hatte. Das Mehrfamilienhaus direkt am Strelasund hatte wieder einmal mein Schwiegervater ausgegraben. In seinem Namen war ich an diesem Montagmorgen ganz in der Frühe von Hamburg aufgebrochen und hatte es doch tatsächlich in weniger als zweieinhalb Stunden bis nach Stralsund geschafft. Die Autobahnen in diesem Land sind Gold wert und als gebürtiger Highway-Schleicher weiß ich nun wirklich, was ich an ihnen habe.

Ich war bei Punkt Nummer zwei auf der Liste in meinem Kopf. Bei dem Mehrfamilienhaus mussten wir mit Renovierungskosten rechnen, die ich grob auf unter dreißigtausend Euro schätzte. Diese Summe kam noch zum ohnehin schon hohen Kaufpreis hinzu. Es konnte ein Killerkriterium sein, doch Gustav ließ sich nicht immer nur von den nackten Zahlen leiten. Gerade deswegen hatte er sein Bauchgefühl, was für die endgültige Entscheidung beim Kauf einer Immobilie oft maßgeblich war.

Ich glaube, seitdem ich vor fast fünf Jahren in das Immobiliengeschäft meines Schwiegervaters eingestiegen war, habe ich dieses Bauchgefühl so nach und nach ebenfalls entwickelt. Gerade in letzter Zeit sind Gustav und ich immer öfter derselben Meinung. In meinem früheren Beruf war ein anständiges Bauchgefühl ebenfalls von Nutzen. Beim New York City Police Department hat mir mein Bauchgefühl bestimmt das ein oder andere Mal das Leben gerettet. Aber auch nachdem ich New York verlassen hatte, gehörte das Bauchgefühl eines Profilers zum Unterrichtsstoff, den ich an junge Polizisten und angehende Agenten weitergegeben habe. In der Academie in Quantico habe ich sogar einmal versucht, dieses Bauchgefühl in eine Formel zu fassen. Es ist mir natürlich nicht gelungen.

Punkt drei, die Mietverträge. Das Haus am Strelasund ist noch bewohnt, was eigentlich ganz gut ist. Nichts ist schlimmer, als ein Gebäude, das Monate, vielleicht sogar Jahre leerstand. Die Mietverträge müssen aber in jedem Fall überprüft werden. Dies kann nämlich ebenfalls ein Killerkriterium für die Kaufentscheidung sein.

Punkt vier. Moment! Was mache ich da? Ich hatte mir eigentlich für den Nachmittag freigenommen. Ich war schon nicht mehr in Stralsund und ich war auch noch nicht auf dem Heimweg. Ich hatte noch einen Besuch zu machen. Mit meinem Century war ich auf dem wunderschönen Rügen unterwegs. Ja genau, als Highway-Schleicher, denn das ist man der Landschaft auf Rügen schuldig. Ich war schon über den Damm gefahren, der den großen und den kleinen Jasmunder Bodden voneinander trennt. Hinter Lietzow kündigte gleich das erste Straßenschild Sassnitz an. Es waren noch gut elf Kilometer.

Kriminaloberkommissar Kurt Bruckner hatte mich in den alten Sassnitzer Fährhafen bestellt. Ich gab jetzt doch noch einmal Gas und schaffte es in zehn Minuten. In der kleinen Stadt hatte ich mich schnell zurechtgefunden. Ich sollte mich an dem U-Boot-Museum orientieren. Direkt am Quai, gegenüber der H.M.S Otus gab es ein kleines Restaurant. Ich fand gleich einen Parkplatz, stieg aus und sah mich um. Ich musste kurz an das Café Brinckshafen denken. Im letzten August war ich es gewesen, der Bruckner eingeladen hatte. Diesmal wollte er sich revanchieren. Ich atmete noch einmal die Ostseeluft ein, da hörte ich Bruckner auch schon rufen. Ich drehte mich um. Das Restaurant hatte eine erhöhte Außenterrasse und das Wetter Anfang Mai ließ es zu, dass man draußen sitzen konnte. Bruckner dirigierte mich zum Eingang des Restaurants, der sich seitlich am Gebäude befand. Innen führte eine schmale Treppe hinauf, direkt auf die Terrasse. Die Tische hatten sich bereits geleert. Es war kurz nach eins, viele der Mittagsgäste verließen das Restaurant. Bruckner saß an einen Tisch ganz rechts außen mit direktem Blick auf das von einer Mole umgebene Hafenbecken./

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