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Leseproben Luzifer Verlag unsere Highlights auf einen Blick

  • Erscheinungsdatum: 19.05.2017
  • Verlag: Luzifer Verlag
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Leseproben Luzifer Verlag

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Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 19.05.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958350830
    Verlag: Luzifer Verlag
    Größe: 4762 kBytes
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Leseproben Luzifer Verlag

DECEM BER PARK

Ronald Malfi

ERSTES BUCH

Willkommen in Harting Farms

(Oktober 1993 - Januar 1994)

Im Herbst 1993 legte sich ein dunkler Schatten über Harting Farms. Die Zeitungen nannten ihn den Piper - wie den Rattenfänger aus dem Märchen der Gebrüder Grimm, den Barden, der all die Kinder weglockte. Es gab jedoch auch düsterere Namen. Namen, welche man die Kinder in den Gängen der Stanton School flüstern hörte und die sie in die Holzstühle der Bibliothek wie schmutzige, schauderhafte Geheimnisse ritzten. Die Schulkantine brodelte nur so vor Gerüchten über entflohene Geisteskranke aus Sheppard Pratt und verrückte, nach Kinderblut dürstende Seeleute, die in Baltimore an Land gingen und den Weg in unser verschlafenes Küstenstädtchen fanden.

Im Klassenzimmer zeichnete Michael Sugarland Bilder von Werwölfen mit triefenden Reißzähnen und Klauen wie Bajonette, bis ihn Mr. Johnson kopfschüttelnd und mit resigniertem Blick ermahnte, es sei respektlos gegenüber den Vermissten. Man sprach von den Kindern nicht als Die Toten , denn keines von ihnen wurde gefunden - zumindest anfangs nicht; sie waren Die Vermissten oder Die Verschwundenen . Von den Ersten dachte man sogar, sie wären lediglich von Zuhause weggelaufen.

Doch all das sollte sich bald ändern, und meine Freunde und ich waren mittendrin.

KAPITEL EINS

Der Winter kam früh in diesem Jahr

Wir standen an der Kreuzung von Point und Counterpoint, ließen uns lässig die Zigaretten aus dem Mundwinkel hängen, als wollten wir cool unsere Neugier überspielen, und fröstelten im Wind. Etwas weiter die Counterpoint Lane hinauf hüllten Blinklichter von Polizeiwagen die Bäume abwechselnd in roten und blauen Schein.

Es war erst Anfang Oktober, doch eine vorzeitige Kältewelle war über die Chesapeake Bay in die Stadt gekommen und hatte das Wasser um die Fischerboote unten an den Docks gefrieren lassen. Die Topfpflanzen und Farne an den Blumenständen entlang der Straße waren buntem Mais und leuchtend orangen Kürbissen gewichen, und obwohl es zu dieser Jahreszeit noch viel zu früh für Schnee war, sah der Himmel bereits mehr als verdächtig danach aus.

Es war Peters Idee gewesen, nach der Mittagspause abzuhauen, und wir hatten uns direkt zu Solomon's Field aufgemacht, um ein paar Zigaretten zu rauchen und Steine über den Drunkard's Pond hüpfen zu lassen. Die Kinder der Gegend hatten dem Weiher diesen Namen wegen der Obdachlosen verpasst, die nicht selten unter der Überführung der Solomon's Bend Road Whiskey tranken. Richtig hieß er eigentlich Deaver's Pond, benannt nach einem ehemaligen Polizisten aus den 1970ern laut meinem Vater, der solche Dinge wusste.

Peter, Scott und ich beobachteten die lange Schlange von Streifenwagen, die sich nach und nach auf der Counterpoint Lane gebildet hatte. Auf der anderen Seite der Leitplanke fiel eine Böschung bis in den dichten Wald hinab, der die Straße vom Rand des weitläufigen Parks aus unterhalb säumte. Dieser Wald war auch als Satan's Forest bekannt und man munkelte, dass es dort spukte. Ein Großteil der Bäume hatte bereits sein Laub verloren, doch strahlte der Teil der Blätter, der noch an den Ästen hing, in einem solch leuchtenden Orange, als stünden die Baumwipfel in Flammen.

Ein Krankenwagen kam mit erloschenen Lichtern auf den Seitenstreifen gefahren. Zwei Absperrböcke mit orangenen Blinklichtern zwangen alle anderen Fahrzeuge, der Counterpoint Lane auszuweichen. Ein einzelner Polizeibeamter stand hinter den Absperrungen und starrte zutiefst gelangweilt auf den umgeleiteten Verkehr.

"Wir sollten hier nicht rumhängen", merkte

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