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Lindner und das Keltengrab Ein Baden-Württemberg-Krimi von Seibold, Jürgen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.10.2014
  • Verlag: Silberburg-Verlag
eBook (ePUB)
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Lindner und das Keltengrab

Kommissar Stefan Lindner gilt im Landeskriminalamt als Experte für die ganz speziellen Fälle. Dabei kommt er selbst nur sehr schwer mit solchen Verbrechen zurecht - vor allem seine Fähigkeit, sich in die Umstände eines Mordes hineinzudenken, setzt ihm zu. Das ist diesmal nicht anders. In einem Wasserspeicher in Nürtingen, der oberhalb der Stadt in einem flachen Hügel untergebracht ist, wird ein Toter gefunden. Er ist auf einem hölzernen Schragen aufgebahrt, neben ihm steht sein Motorroller, dazu sind einige Kleider und Werkzeuge sowie mehrere Prachtstücke aus seiner Sammlung historischer Waffen sorgfältig auf Decken und Tüchern drapiert. Lindner wird erst nicht schlau aus der Inszenierung, aber als ihn ein Kollege darauf hinweist, dass schon die Kelten ihre toten Fürsten auf ähnliche Weise begruben, ergibt sich eine Spur - und Lindner taucht in eine fremde Welt tiefer ein, als es gut für ihn ist. Jürgen Seibold, 1960 in Stuttgart geboren, war Redakteur der Esslinger Zeitung, arbeitete als freier Journalist für Tageszeitungen, Zeitschriften und Radiostationen und veröffentlichte 1989 seine erste Musikerbiografie. Es folgten weitere Sachbücher für verschiedene Verlage (Heyne, Moewig, Knaur) mit einer verkauften Gesamtauflage von rund 1,2 Millionen Exemplaren. 2007 erschien bei Silberburg sein erster Regionalkrimi, 2010 die erste Komödie. Außerdem schreibt er Thriller und Jugendbücher. Jürgen Seibold lebt mit Frau und Kindern im Rems-Murr-Kreis und macht Musik - wenn er mal Zeit dafür findet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 10.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842516465
    Verlag: Silberburg-Verlag
    Größe: 760 kBytes
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Lindner und das Keltengrab

Mittwoch, 22. Oktober

Als gegen halb neun auch noch Fritz Aichele zu ihnen stieß, war die Runde im Gasthaus zum Hirschen in Bad Boll komplett. Das Binokeln war Stefan Lindner durch den ersten Mordfall verleidet worden, den er vor fast genau drei Jahren für das Landeskriminalamt zu lösen hatte - nun trafen sie sich einmal die Woche im Hirschen und legten einen Malefiz-Spielplan vor sich auf dem Tisch aus. Und dann hockten sie den ganzen Abend zusammen: Thomas Bruch, Lindners Hausarzt und früher sein Klassenkamerad, Fritz Aichele, der Leiter des Boller Polizeipostens, Maria Treidler, tagsüber für die Göppinger Kripo tätig und nachts oft in Lindners Jugendzimmer im elterlichen Bauernhof zu Gast, und Stefan Lindner selbst.

Es ging in der Regel lustig zu an diesen Abenden, nur Aichele wurde manchmal wütend, wenn die anderen seine Spielfiguren mit den weißen Stoppsteinen wieder einmal heillos blockierten. Aber ein spendiertes Bier später war auch er wieder besänftigt, und nicht selten würfelten sie sich durch zwei oder drei Spiele hintereinander.

Heute hatte Aichele bereits einmal gewonnen, im zweiten Durchgang sah es ebenfalls recht gut für ihn aus, und entsprechend fröhlich ging er zu Werke. Außer der munter lärmenden Runde war nur ein jüngeres Pärchen im Raum, aber die beiden sahen sich über ihre Schüsseln mit Wurstsalat so selig an, dass sie von dem Hallo am großen Tisch fast nichts mitbekamen. Chiara Aichele, die hübsche Hirschen-Wirtin, früh verwitwet und über ihren verstorbenen Mann weitläufig mit Fritz Aichele verschwägert, stellte einige frisch polierte Gläser ins Regal, kam herüber an den Malefiz-Tisch und zog sich einen freien Stuhl heran.

"Na, Leute, läuft's?"

"Klar", rief Aichele aufgekratzt, würfelte eine Fünf und kegelte eines von Bruchs Männchen vom Spielplan. "So, jetzt fängt der Herr Doktor mal wieder schön von vorne an, gell?"

Er lachte dröhnend, und Bruch, Maria und Lindner wechselten amüsierte Blicke.

"Den Stefan darf ich ja nicht rauswerfen", fuhr Aichele fort. "Sonst gibt der uns heute Abend womöglich kein Geburtstagsbier mehr aus! Wird übrigens allmählich mal Zeit, Stefan!"

"Oh, stimmt ja", erwiderte Lindner, "ich hab euch ja noch immer nicht eingeladen! Und mein Geburtstag war schon vor zwölf Tagen - peinlich ... Chiara, bringst du nachher bitte jedem ein Bier auf meinen Deckel, und eine große Schüssel von deinem Spezialwurstsalat?"

Chiaras Wurstsalat Speciale war in Bad Boll und Umgebung seit Jahren berühmt und beliebt, und diese Mischung bekam man wirklich nur im Hirschen: ein schwäbischer Wurstsalat mit ordentlich Essig und Zwiebeln und mit einer einzigen Abweichung vom traditionellen Rezept - statt der Schwarzwurst waren dünne Streifen luftgetrockneter Salami untergemischt.

"Kann ich machen - oder ich richte euch eine schöne große Vesperplatte her. Meine Oma hat mir Speck und Kaminwurzen aus Südtirol geschickt, und heute habe ich Roggenbrot gebacken."

Aichele lief schon das Wasser im Mund zusammen, und Bruch musste ihn zweimal daran erinnern, die Würfel weiterzugeben, so intensiv malte er sich das bevorstehende Vesper bereits aus. Für Speck und Wurst und Roggenbrot legten sie bald darauf eine längere Pause ein, und als Aichele, der zwei seiner Figuren schon ganz in der Nähe des Ziels platziert hatte, noch mit vollem Mund ganz eifrig zum Weiterspielen drängte, klingelte Lindners Handy.

"Ja?", meldete er sich, dann hörte er eine Weile zu, erst genervt, dann interessiert und schließlich ungläubig. "Nürtingen?", fragte er nach. "Hm...ja, natürlich, aber jetzt sofort?" Wieder eine längere Pause. "Gut, dann simsen Sie mir bitte die Position durch, ich ..." Er sah kurz zu Maria hin, die ihn während des Gesprächs aufmerksam beobachtet hatte und nu

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