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Lindner und die Tageslosung Ein Baden-Württemberg-Krimi von Seibold, Jürgen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.04.2013
  • Verlag: Silberburg-Verlag
eBook (ePUB)
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Lindner und die Tageslosung

Eine tote Frau im Kurpark von Bad Boll: Mit ausgebreiteten Armen liegt sie auf dem Rücken, aus der geöffneten Halsschlagader ist das Blut in eine akkurat ausgehobene kleine Grube neben ihrem Hals geflossen. Auf ihre Stirn ist ein Zettel mit einem Bibelspruch getackert: die aktuelle Tageslosung aus einem Abreißkalender der militanten pietistischen Splittergruppe 'Die Zinzendorferinnen'. Der erfahrene Ermittler Wolfgang Roeder von der Kripo Göppingen leitet die sofort eingerichtete Sonderkommission. Da tritt das LKA auf den Plan: Stefan Lindner soll übernehmen und nach Gemeinsamkeiten mit anderen Fällen suchen. Denn die tote Frau im Boller Kurpark ist wohl nicht das erste Opfer des unbekannten Mörders. Lindner hat zwar wenig Lust, schon wieder mit seinem früheren Kollegen Roeder um Kompetenzen zu streiten, aber der skurrile Fall reizt ihn - und auch die Zusammenarbeit mit Kommissarin Maria Treidler, der er beim letzten Fall recht nahe gekommen war. Nebenbei muss er sich noch um seine Mutter Ruth kümmern, die an einer unangenehmen Diagnose kaut. Jürgen Seibold, 1960 in Stuttgart geboren, war Redakteur der Esslinger Zeitung, arbeitete als freier Journalist für Tageszeitungen, Zeitschriften und Radiostationen und veröffentlichte 1989 seine erste Musikerbiografie. Es folgten weitere Sachbücher für verschiedene Verlage (Heyne, Moewig, Knaur) mit einer verkauften Gesamtauflage von rund 1,2 Millionen Exemplaren. 2007 erschien bei Silberburg sein erster Regionalkrimi, 2010 die erste Komödie. Außerdem schreibt er Thriller und Jugendbücher. Jürgen Seibold lebt mit Frau und Kindern im Rems-Murr-Kreis und macht Musik - wenn er mal Zeit dafür findet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 19.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842515703
    Verlag: Silberburg-Verlag
    Größe: 1228 kBytes
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Lindner und die Tageslosung

Montag, 25. Februar

Die Sonne tauchte das Zimmer in ein angenehmes Licht, und Lindner hauchte Maria, die auf dem Bettrand saß, einen Kuss auf den nackten Rücken. Ihre Haut war weich und warm, und sie leuchtete geradezu unter den Sonnenstrahlen. Lindner strich mit dem Zeigefinger langsam ihre Wirbelsäule hinauf und wickelte sich eine ihre wild auseinanderstrebenden Locken um den Finger.

"Sag mal, Stefan", sagte sie plötzlich, und Lindner war ein wenig enttäuscht, dass sie so gar nicht auf seine vorsichtige Annäherung reagierte, "magst du denn nicht mal dein ... äh ... Kinderzimmer neu einrichten?"

Sie drehte sich zu ihm um und sah ihn gespannt an.

"Ich ..."

Er hatte nie im Leben daran gedacht, sich um so etwas zu kümmern. Tapeten interessierten ihn nicht besonders, und die Micky-Maus-Hefte und die alten Möbel seines Jugendzimmers hatten ihn in den vergangenen Jahren nicht gestört, warum sollte er sie also austauschen?

Marias Blick allerdings ließ ihn darüber noch einmal neu nachdenken. Vom Ergebnis war er selbst überrascht.

"Ja, doch ... ich ... Klar, könnte ich mal machen. Wenn's dir nicht gefällt?"

"Ist schon süß", tröstete sie ihn und gab ihm einen Kuss. "Aber irgendwie ist es auch etwas seltsam, wenn ich bei meinem 40-jährigen Freund übernachte, und der schläft noch in seinem Jugendzimmer, als wäre demnächst Konfirmation."

Sie kicherte, und Lindner, der das eigentlich gar nicht lustig fand, grinste bemüht.

"Stell dir doch mal vor: hier überall eine schön helle Tapete ..." Sie beschrieb mit ihrer Hand einen Kreis, doch Lindners Augen folgten ihrer Bewegung nicht, sondern blieben wohlwollend auf ihre Brust gerichtet. "Und dort drüben ein kleines Sofa, auf den Boden vielleicht ein großer flauschiger Teppich, zum Räkeln und ... na ja, du weißt schon."

Sie lachte, und ihre Stimme klang etwas heiser dabei. Lindner war längst überzeugt von ihrem Vorschlag, und mit beiden Händen zog er sie langsam an ihren Schultern zurück ins Bett.

Da klingelte ihr Handy.

"Mist!", schimpfte sie, aber sie ging ran. "Treidler?"

Dann sagte sie eine Zeitlang nichts mehr, und ihr Gesichtsausdruck machte Lindner klar, dass die gemütliche Morgenzeit vorüber war.

"Gut, bin gleich da."

Sie schlüpfte in ihre Kleider, pustete Lindner im Hinausgehen noch einen Handkuss zu, und weg war sie.

"Soll ich wirklich nicht mitkommen?"

Halb machte sich Stefan Lindner Sorgen um den Gesundheitszustand seiner Mutter und wollte sie zur Arztpraxis begleiten, und halb befürchtete er, sie würde im letzten Moment doch noch kneifen und ihren Besprechungstermin mit Bruch sausen lassen.

"Ha, jetzat schbenn de bloß aus, Jonger! I gang do na, musch dr koine Sorga macha – aber i gang uff jeden Fall ohne Kendermädle zom Arzt!"

Damit stapfte sie auch schon zur Küche hinaus, und kurz darauf tuckerte ihr Traktor vom Hof und bog schließlich, wie Lindner sicherheitshalber vom Fenster aus beobachtete, in die Beethovenstraße ein, wo Bruch seine Praxis hatte.

Lindner sah zur Uhr. Höchste Zeit, dass er Maria anrief und fragte, warum sie heute früh so schnell hatte losmüssen.

"Treidler?"

Sie klang

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