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London Stalker Roman von Harris, Oliver (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.03.2017
  • Verlag: Blessing
eBook (ePUB)
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London Stalker

Detective Nick Belsey ist vom Dienst suspendiert, hat eine Anklage am Hals und haust im verlassenen Polizeirevier von Hampstead. Amber Knight ist Londons größtes It-Girl und lebt das glamouröse Leben eines Pop- und Filmstars. Als eines Tages eine ältere Frau bei Belsey anklopft und ihn bittet, ihren Sohn aufzuspüren, der seit Tagen verschwunden ist, findet Belsey Hinweise darauf, dass er Amber Knight gestalkt hat. Belsey schmuggelt sich als Security-Mann in Amber Knights Leben ein und gerät, als eine Bekannte von Amber tot aufgefunden wird, selbst unter Mordverdacht. Während er versucht, seinen eigenen Hals zu retten sowie den wahren Täter und den Vermissten zu finden, stößt Belsey hinter Reichtum, Glanz und Glamour auf Verzweiflung, Obsession und eine mysteriöse Organisation, die davon zu profitieren scheint. Auch in seinem dritten Fall deckt Nick Belsey auf seine gewohnt kaltschnäuzige und draufgängerische Art die Abgründe hinter Londons blitzblanker Fassade auf. Ein packender, raffinierter Thriller mit einem charmanten Ermittler, der unter seinen Fans bereits Kultstatus erlangt hat. Oliver Harris, geboren 1978, hat am University College of London Englische Literatur studiert und in Psychologie promoviert. Sein Debüt London Killing, Detective Nick Belseys erster Fall, erschien 2012 bei Blessing. 2014 folgte London Underground. Oliver Harris lebt in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 13.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641173654
    Verlag: Blessing
    Serie: Nick Belsey Bd.3
    Originaltitel: The House of Fame (Belsey 3)
    Größe: 747 kBytes
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London Stalker

1

Der Strom war abgestellt worden. Am Vormittag fiel die Sonne ins CID-Büro und wurde von den Metallgittern an den Fernstern in Quadrate zerteilt, die von Tabakrauch und Staub geschwängert waren. Nachmittags um drei erreichte die Sonne die Rückseite des Gebäudes. Oft öffnete Belsey im ersten Stock die Flurtüren, damit das Licht von der Küche bis in die Vernehmungsräume fiel. Lange goldene Rauten glitten über die lädierten Wände, sodass das Gebäude nicht so verlassen wirkte und die Strahlen eine Art Sonnenuhr bildeten. Er setzte sich auf den Fußboden und beobachtete das Ganze. Der in den Lichtrauten gefangene Staub wirkte hektisch, ziellos. Der Rauch seiner Zigarette schwebte hindurch. Er nutzte die Uhr als Aschenbecher.

Im Zuge von Sparmaßnahmen war das Revier in Hampstead vor drei Wochen gemeinsam mit sechs anderen Londoner Polizeirevieren geschlossen worden. Die meisten Mitarbeiter hatten spätestens Ende letzten Jahres ihre Versetzung bekommen. Belsey hatte erwartet, nach Holborn versetzt zu werden, es war aber nichts passiert. Der Revierleiter in Holborn meinte, als sie versucht hatten, ihn zu bekommen, hätte es geheißen, er wäre gesperrt. Zehn Tage nach der Schließung des Hampstead-Reviers hatte man ihm mitgeteilt, dass er bis zu einer Anhörung aufgrund des Vorwurfs groben Fehlverhaltens offiziell suspendiert sei. Details wurden nicht genannt. Ein paar Stunden später erhielt er einen Anruf von einem Mann, der seinen Namen nicht nannte, ihn aber informierte, dass er unter Beobachtung stehe: Die Independent Police Complaints Commission, IPCC , würde Munition gegen ihn sammeln und Kontakt zu allen Leuten aufnehmen, die ihn kannten, von Exfreundinnen bis zu früheren Informanten. Sein Wagen, seine Wohnung und sein Vermieter würden observiert. Man mache sich auf einen Shitstorm gefasst. Bleib in Deckung, sagte der Anrufer und legte auf. Eine Stunde später hob Belsey alles Geld von seinem Girokonto ab, kaufte sich einen Gaskocher, drei Flaschen Havana Club und ein Buch: Spanisch zum Selbstlernen. Er brach in seinen alten Arbeitsplatz ein und tauschte die Schlösser aus. Er ging davon aus, dass dies der letzte Ort wäre, an dem sie ihn suchen würden.

Seitdem waren elf Tage vergangen.

Eine seltsame Zeit. Manchmal hatte er sich dabei ertappt, wie er alten Routinen folgte, sich um 10:30 in der Kaffeeküche Tee kochte, sich im alten Konferenzraum auf den Boden legte und die freigelegten Kabel zwischen den fehlenden Deckenplatten betrachtete. Er durchstreifte das Revier. Es war 1913 erbaut worden, ein labyrinthartiges Relikt aus vergangenen Zeiten mit Arrestzellen und angebautem Gerichtsgebäude. Ein Großteil war seit Jahrzehnten ungenutzt. Für die Entrümpelung waren jedoch auch ein paar alte, in den letzten Jahren ungenutzte Bereiche geöffnet worden: Das verlassene Revier war gewachsen, hatte sich in die Vergangenheit ausgedehnt. Belsey spazierte durchs Amtsgericht und weiter zu einer edwardianischen Arrestzelle, vorbei an alten Sicherungskästen und Lichtschaltern für Zellen, die später mit alten, handgeschriebenen Berichten aus den Fünfzigern und Sechzigern tapeziert worden waren: vergilbte Einzelblätter und Notizbücher mit gebrochenen Ledereinbänden, die aussahen wie Muscheln. Die Akten mit den Handschriften längst verstorbener Polizisten waren nach einer Rattenplage aus den zerfressenen Pappkartons gefallen. Manchmal überflog er alte Fälle, um seinem Geist etwas Nahrung zu verschaffen. Er kämpfte mit ein bis zwei nervenaufreibenden Momenten am Tag, in denen er das Gefühl hatte, letztlich doch hierher zu gehören, weil man ihn aus Gründen, die ihm entfallen waren, hierher versetzt hatte. Mit den alten, dicken Fensterscheiben kam er sich manchmal vor, als läge das Gebäude unter Wasser. Sein Reich, zumindest bis vor zehn Minuten, als irgendjemand angefangen hatte, an die Eingangstür zu klopfen.

Die gleichförmige Beharrlichkeit des Klopfens

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