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London Undercover Neal Careys erster Fall von Winslow, Don (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.02.2015
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
9,99 €
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London Undercover

Allie Chase, die minderjährige, rebellische Tochter eines prominenten Senators, ist in die Underground-Szene Londons abgetaucht. Neal hat nur wenige Tage Zeit, um Allie aus dieser Hölle voller Junkies, Drogendealer und Schläger zu befreien, damit sie pünktlich zum Wahlkampf aufgeräumt und strahlend an der Seite ihrer Eltern auftreten kann. Doch was der Untergrund aufzubieten hat, ist nichts gegen das, was Neal an der Oberfläche erwartet - falls er es dorthin zurückschafft ...

Alle Titel der Neal-Carey-Serie:
London Undercover (Neal Carey 1)
China Girl (Neal Carey 2)
Way Down on the High Lonely (Neal Carey 3 - angekündigt unter dem Titel Holy Nevada)
A Long Walk Up the Water Slide (Neal Carey 4 - angekündigt unter dem Titel Lady Las Vegas)
Palm Desert (Neal Carey 5)

Don Winslow wurde 1953 in der Nacht zu Halloween in New York geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in South Kingstown, Rhode Island, einer Kleinstadt am Atlantik. Sein Vater, der ihm Geschichten von seiner Zeit bei der Marine erzählte, beflügelte seine Fantasie und erweckte in ihm den Wunsch, eines Tages Schriftsteller zu werden.

Schon früh kam Winslow mit den Themen und Figuren in Berührung, die später eine so prominente Rolle in seinen Büchern spielen sollten. Einige Mafiagrößen des Patriarca-Syndikats lebten in seiner Nachbarschaft, und seine eigene Großmutter arbeitete Ende der 60er für den berüchtigten Mafiaboss Carlos Marcello, den mutmaßlichen Drahtzieher des Kennedy-Attentats, der den späteren Autor mehrere Male zu sich einlud.

Nach seinem Schulabschluss kehrte Don Winslow in seine Geburtsstadt New York zurück. Bevor er mit dem Schreiben begann, verdiente er sein Geld unter anderem als Kinobetreiber, als Fremdenführer auf afrikanischen Safaris und chinesischen Teerouten, als Unternehmensberater und immer wieder als Privatdetektiv.

Auch als Schriftsteller ist Don Winslow unermüdlich. Jeden Morgen um fünf setzt er sich an den Schreibtisch. Mittags läuft er sieben Meilen, in Gedanken immer noch bei seinen Figuren, um dann am Nachmittag weiterzuarbeiten. Dabei schreibt er mindestens an zwei Büchern gleichzeitig. Schreibblockaden kennt er nicht, im Gegenteil: Winslow sagt von sich, dass er bislang nur fünf Tage durchgehalten habe, ohne zu schreiben. Es ist eine Sucht, die bis heute ein Werk hervorgebracht hat, dessen Qualität, Vielseitigkeit und Spannung Don Winslow zu einem der ganz Großen des zeitgenössischen Krimis machen.

Don Winslow wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Krimi Preis (International) 2011 für Tage der Toten . Für die New York Times zählt Don Winslow zu einem der ganz Großen amerikanischen Krimi-Autoren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 370
    Erscheinungsdatum: 08.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518740026
    Verlag: Suhrkamp
    Serie: Neal Carey Bd.1
    Originaltitel: A Cool Breeze on the Underground
    Größe: 1325 kBytes
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London Undercover

13

Im nebligen London schien die Sonne. Es war heiß, richtig heiß. Der Sommer hatte das Frühjahr lange hinter sich gelassen. Neal trat aus dem notdürftig klimatisierten Flughafen Heathrow in die Sauna draußen.

"Recht warm zur Zeit, fürchte ich", sagte Simon. "Kurz vor einer Dürre. Plötzlich ist alles braun."

"Ich dachte, hier regnet es ununterbrochen", sagte Neal.

"Ich bin heilfroh, dass ich bald nach Afrika fliege, da ist es kühler", erwiderte Simon.

Neal lachte höflich über den Scherz, bis ihm Simons verdutzter Gesichtsausdruck verriet, dass es gar keiner hatte sein sollen.

"Da ist es wirklich kühler. Waren Sie mal dort?"

"Nein, ich fürchte nicht."

Simon war Exzentriker. Neal schätzte ihn auf Ende fünfzig, wusste aber, dass er sich damit um gute zehn Jahre drüber oder drunter vertan haben konnte. Er war groß und kantig, sein Adamsapfel schien zu einer anderen Spezies zu gehören, und er bewegte sich mit der eigentümlich britischen Zielstrebigkeit, die viele entweder liebenswürdig oder nervig finden. Da das Thermometer knapp dreißig Grad anzeigte, vermutlich eher letzteres.

Simon trug ein rosafarben gestreiftes Hemd, eine blattgrüne Hose, einen Krawattenschal mit Paisleymuster, Burlingtonsocken und Schuhe, die wie Mokassins aussahen, aber geschnürt wurden. Das Ganze wurde abgerundet durch einen grauhaarigen Charakterkopf mit vereinzelten braunen Locken, strahlend blauen Augen und einer Nase, die eigentlich auf den Mount Rushmore gehört hätte, wäre dieser nicht zu klein dafür gewesen.

Simon war ein Freund von Kitteredge, ging gelegentlich mit Ethan und dessen Frau auf Safari, lebte ansonsten aber in seiner Heimat auf dem Land. Die zivilisierte Welt bot wenig, das für ihn von Interesse gewesen wäre, und schon deshalb durfte man ihm vertrauen, dass er die Geschichte von Allie Chase für sich behielt. Er war Neals Londoner Gastgeber.

"In einer Woche fahre ich, aber das müsste genügen. Ich schätze, ich bin so was wie ihr Ansprechpartner vor Ort. Und Sie sind Menschenjäger?"

"Mädchenjäger."

Simon lachte. "Ach ja. Sehr schön."

Er führte sie durch ein Labyrinth aus parkenden Autos, als kämen sie zu spät zum Mittagessen mit der Queen. An einem kleinen silberfarbenen Sportwagen mit aufklappbarem Verdeck blieb er stehen.

"Das", verkündete er mit überschwänglicher Geste, "ist ein Gordon Keble."

"Sehr schön", sagte Neal stumpf vor Verlegenheit. Über Autos wusste er nicht mehr, als dass sie ein Lenkrad hatten und vier Räder - es sei denn, man ließ sie über Nacht in seinem Viertel stehen.

"Auf der ganzen Welt wurden überhaupt nur dreizehn gebaut", fuhr Simon fort. "Ich besitze drei."

"Toll."

"Eine meiner ganz großen Schwächen", vertraute ihm Simon in einem Ton an, als wollte er eigentlich gestehen, Sex mit zwölfjährigen, als Nonnen verkleideten Chinesinnen gehabt zu haben.

"Und die anderen?"

"Die anderen Autos?"

"Schwächen."

"Das werden Sie schon sehen", erwiderte Simon ernst. "Wollen wir erst mal eine kleine Spritztour mit dem Keble machen?"

Simon warf Neals Reisetasche in die schmale Lücke hinter den Sitzen, während sich Neal auf den Beifahrersitz schob. Er versank darin und hatte das Gefühl, keine fünf Zentimeter über dem Boden zu sitzen.

Simon drehte den Schlüssel im Zündschloss, und der kleine Wagen erwachte mit dämonischer Energie zum Leben. Neal hatte den beängstigenden Eindruck, der Wagen habe genau auf diesen Moment gewartet - von den Fußsohlen bis in die Haarspitzen wurde Neal von Vibrationen erfasst. Der Motor brummte wie ein Wolf vor einer Schafherde.

"Tolles Gefühl, oder?", fragte Simon stolz.

"Ja." Entsetzen.

Simon fuhr, als sei er im Besitz physikalischer Erkenntnisse, von denen weder Einstein noch Gott etwas wussten. Die Natur scheut das Vakuum, Simon fürchtete es wie der Teufel das Weihwasser, er beeilte sich, auch noc

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